BAHNHÖFE BINZ UND DEMMIN

Jetzt gibt’s die Bahnfahrkarte per Video-Schalte

Beratung am Bildschirm, bezahlen in bar oder mit Karte, Ticket ausdrucken – fertig. Wer vergeblich mit dem Automaten kämpft und kein Servicezentrum findet, kann in Binz und Demmin im Video-Reisezentrum vorsprechen.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Eine Kundin lässt sich im Binzer Video-Reisezentrum der Deutsche Bahn AG über eine Bahnverbindung beraten.
Eine Kundin lässt sich im Binzer Video-Reisezentrum der Deutsche Bahn AG über eine Bahnverbindung beraten. Ralph Sommer
Binz.

Manch einer hat diese Erfahrung schon gemacht. Man sucht am Fahrkartenautomaten nach der optimalen Fahrverbindung und kommt einfach nicht zurecht. Dann bleibt einem nur, einen anderen, etwas erfahreneren Bahnreisenden um Hilfe zu bitten oder ein Reisezentrum aufzusuchen. Doch nicht jeder Bahnhof verfügt über so ein Reisezentrum, in dem Mitarbeiter der Bahn für Auskünfte zur Verfügung stehen.

Binz auf Rügen ist so ein Bahnhof. „Zu klein, um ein personell permanent besetztes Reisezentrum effektiv zu führen, aber andererseits eine strategisch wichtige Bahnstation, schon allein wegen der vielen Urlauber, die hier in die Züge steigen“, sagt eine Bahnhofsmitarbeiterin.

Genau für solche Bedingungen hat die Bahn ein perfekte Lösung gefunden. Das Video-Reisezentrum, ein kleiner heller und mit moderner Technik ausgestatteter Raum, der vor wenigen Tagen in Binz eingeweiht wurde. Es ist nach Demmin das zweite in Mecklenburg-Vorpommern und das bundesweit insgesamt 51. Video-Reisezentrum in bislang acht Bundesländern. In Brandenburg gibt es noch keine solche Einrichtung.

Online-Berater täglich erreichbar

„Vor allem ältere Kunden, die die persönliche Beratung schätzen, weil sie dem Fahrkartenkauf am Schalter sehr nahe kommt, nutzen dieses Angebot gern“ sagt der Leiter regionaler Vertrieb Süd Reinhard Pohl, der die Einführung der Video-Center geleitet hat.

Die Bedienung ist denkbar einfach. Wer durch eine gläserne Tür den Raum betritt, findet eine Bildschirmwand mit einer grünen Ruftaste vor. Wird sie gedrückt, dann erscheint nach kurzem Moment eine Bahnmitarbeiterin, die von einem Service-Center in Osnabrück zugeschaltet ist. In Binz sind diese Online-Berater auf diese Weise täglich von 9.15 bis 16.45 Uhr erreichbar.

Via Kamera und Mikrofon kann sich der Kunde beraten lassen und zeitgleich auf einem Computer-Monitor daneben die Suche der Reiseberaterin nach dem günstigsten Fahrpreis oder der passenden Verbindung mitverfolgen. Wer sich nur beraten lassen wollte, dem wird die vorgeschlagene Bahnverbindung gleich am Drucker vor Ort ausgedruckt. Hat man sich zum Kauf entschlossen, dann kann man an einem integrierten Fahrkartenautomaten mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte zahlen, und die gedruckte Fahrkarte rutscht ins Ausgabefach.

Öffnungszeiten in einzelnen Video-Reisezentren verlängert

Die „ferngesteuerten Verkaufsgeräte“ seien nicht nur ein exzellenter Service für die Reisenden, sagt ein Bahnsprecher. Die Online-Beratungs-Zentren, die quasi die gleiche Beratung wie die herkömmlichen Reisezentren anböten, eröffneten auch der Bahn Einspareffekte. So könnten die Berater in den Video-Zentralen im Schichtdienst eingesetzt werden, wodurch sich die Öffnungszeiten in den einzelnen Video-Reisezentren oft um das Doppelte verlängerten, verglichen mit der Situation des Ein- bis Zwei-Mann-Reisezentrums.

Der Service kommt bei der Kundschaft gut an. Nach Angaben der Bahn wurden im vergangenen Jahr die 50 Video-Reisezentren im Monat durchschnittlich 11.150 Mal benutzt. Das Angebot soll noch ausgebaut werden. Größtes Hindernis sei allerdings vielerorts noch das Fehlen zuverlässiger und leistungsfähiger Datenleitungen, sagt Projektleiter Pohl.

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