Abseits des umzäunten Veranstaltungsgeländes sammelten sich immer wieder kleine Menschengruppen. Im Großen und
Abseits des umzäunten Veranstaltungsgeländes sammelten sich immer wieder kleine Menschengruppen. Im Großen und Ganzen verlief der 8. Mai jedoch friedlich. Karsten Riemer
Abseits des umzäunten Veranstaltungsgeländes sammelten sich immer wieder kleine Menschengruppen. Im Großen und
Abseits des umzäunten Veranstaltungsgeländes sammelten sich immer wieder kleine Menschengruppen. Im Großen und Ganzen verlief der 8. Mai jedoch friedlich.
Hafen und Peene waren gleichermaßen Ort der Demonstrationen.
Hafen und Peene waren gleichermaßen Ort der Demonstrationen. Karsten Riemer
Auch zu Wasser wurde der Tag der Befreiung gefeiert. Maßgeblich beteiligt sind daran die „Peenepiratinnen”.
Auch zu Wasser wurde der Tag der Befreiung gefeiert. Maßgeblich beteiligt sind daran die „Peenepiratinnen”. Kai Horstmann
Auch zu Wasser wurde der Tag der Befreiung gefeiert. Maßgeblich beteiligt sind daran die „Peenepiratinnen”.
Auch zu Wasser wurde der Tag der Befreiung gefeiert. Maßgeblich beteiligt sind daran die „Peenepiratinnen”. Kai Horstmann
Tag der Befreiung

▶️ 8. Mai in Demmin – So ruhig wie lange nicht

75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlief der 8. Mai in Demmin friedlich. Aufmärsche gab es nicht. Bei der Veranstaltung am Hafen zeigte sich, dass Demos in Corona-Zeiten funktionieren können.
Demmin

8. Mai 1945 – der Zweite Weltkrieg ist in Europa zu Ende. Auch in der Hansestadt Demmin sind die Folgen der letzten Kriegswirren zu spüren. Die Stadt ist zerstört. Tausende Menschen tot. Dennoch ist es der Tag der Befreiung. Das Naziregime in Deutschland wurde besiegt. Selbst 75 Jahre danach ist das für viele ein Anlass zum Feiern.

In Demmin reichen die Schatten der Vergangenheit allerdings noch bis in die heutige Zeit. Die öffentliche Wahrnehmung der Stadt wird an diesem Datum bestimmt von rechtsextremen Aufmärschen und wachsenden Gegenprotesten. Zumindest in den vergangenen Jahren. 2020 ist jedoch alles anders. Der jährliche Fackelmarsch der NPD ist abgesagt. Auch das Aktionsbündnis 8. Mai sagte fast alle Veranstaltungen ab. Übrig bleiben eingestrickte Geländer, Boote auf der Peene, Partystimmung und strikte behördliche Auflagen bezüglich der Corona-Krise.

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Und diese wurden konsequent überprüft. „Bitte begeben Sie sich zu einer der beiden Veranstaltungen”, schallte es bereits gegen 17 Uhr aus den Lautsprechern der Polizei. Auf der Straße am Bollwerk und der direkten Umgebung sammelten sich zu diesem Zeitpunkt erste Menschengruppen. Das Problem: Für alle der Anwesenden bietet das abgezäunte Hafengelände nicht genügend Platz. Insgesamt drei Veranstaltungen sind angemeldet. Strikt voneinander getrennt und auf 50 Personen begrenzt. Zudem galten Abstandsregeln und die Mundschutzpflicht.

160 Polizei-Beamte in Demmin

Grundsätzlich wurde diese Auflagen auch akzeptiert, abseits der Absperrung durch die Teilnehmer jedoch etwas großzügiger ausgelegt. Eine Demonstration lässt sich eben nur schwer einzäunen. Widerstand gegen die wiederholten Ansprachen der Polizei auf die Abstände zu achten, regte sich indes kaum. Vereinzelt kam es zu Personenkontrollen. Im Laufe des Abends löste sich die Versammlung am und auf dem Gelände nach und nach auf. Obwohl die „Party” offiziell bis 23 Uhr angemeldet war, zeichnete sich bereits gegen 20 Uhr das Ende ab.

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Insgesamt 160 Beamte waren im Rahmen der Veranstaltung vor Ort. „Wir haben das stark reduziert”, so Polizeisprecherin Diana Mehlberg. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren auf nicht mal ein Viertel. So waren es laut Angaben der Polizei üblicherweise rund 800 Einsatzkräfte. Die kurzfristigen Absagen von Trauermarsch und einem Teil der Gegenproteste hatten eine Neubewertung der Lage notwendig gemacht. „Wir gehen nicht von Ausschreitungen aus”, sagte Mehlberg. Im Zweifelsfall seien aber genügend Kräfte verfügbar.

Komplikationen durch Rechtsextreme fielen vergleichsweise gering aus. Wohl auch, weil die Kranzniederlegung in der Peene durch die NPD schon in den frühen Morgenstunden stattfand, wie deren Auftritt in den sozialen Medien zu entnehmen ist. Dennoch blieben Pöbeleien nicht aus. Auch einen Hitlergruß konnten sich mutmaßliche Rechtsextreme nicht verkneifen. Die Einsatzkräfte nahmen im Zuge dessen die Ermittlungen auf.

Alles in allem erlebte die Hansestadt den ruhigsten 8. Mai seit langer Zeit. Ob die Hoffnung einiger Stadtbewohner auf ein dauerhaftes Ende der Aufmärsche damit erfüllt wird, bleibt allerdings abzuwarten. Aus dem Lager der Linken hieß es vereinzelt aber jetzt schon, auch in den kommenden Jahren wieder in Demmin Präsenz zu zeigen.

 

 

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