COINIBANK

81-Jähriger verliert über 40.000 Euro durch Bitcoin-Betrug

Im Osten Mecklenburg-Vorpommerns häufen sich derzeit Anrufe von falschen Polizisten. Erfolg hatten Betrüger bei einem Senior aus der Nähe von Demmin jetzt aber mit einer anderen Masche.
Die Investition in die digitale Währung Bitcoin ist einem Senior aus der Nähe von Demmin zum Verhängnis geworde
Die Investition in die digitale Währung Bitcoin ist einem Senior aus der Nähe von Demmin zum Verhängnis geworden. Er verlor 40.500 Euro an Betrüger. Florian Schuh
Demmin ·

Aus aktuellem Anlass warnt das Polizeipräsidum Neubrandenburg insbesondere Senioren vor Betrügern. Wie die Beamten am Dienstag mitteilten, häufen sich im Osten Mecklenburg-Vorpommerns derzeit Anrufe von falschen Polizisten, die angeblich Bargeld sicherstellen wollen, weil sie eine Diebesbande mit Adresslisten gefasst haben. Viele ältere Menschen hätten diese Anrufe seit Montagabend der Einsatzleitstelle gemeldet. Bisher sei niemand darauf herein gefallen.

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Anders gestaltet sich jedoch ein Betrugsfall, der am Montag angezeigt wurde: Ein 81-jähriger Mann aus der Nähe von Demmin wollte über eine Online-Handelsplattform in Bitcoin investieren und verlor insgesamt 40.500 Euro. Der Deutsche wollte im Oktober 2020 Geld anlegen. Dazu investierte er 1000 Euro über eine Online-Handelsplattform in zwei Bitcoins. Durch Anrufe und E-Mails eines angeblichen Brokers der Coinibank wurde er gedrängt, noch mehr zu investieren, es sei eine gute Zeit zum Handel.

Plötzlich 27.000 Euro Gebühren verlangt

Der Senior investierte nach und nach noch weitere 35.000 Euro. Auf der Website wurde ihm auf seinem Konto bereits ein Gewinn von über 185.000 Euro angezeigt. Als sogenannter „Goldkunde” wurde er aufgefordert, sich seinen Gewinn auszahlen zu lassen, da sich dieser verdoppelt habe. Dieser Aufforderung kam der Geschädigte nach und verlangte von der Coinibank die Auszahlung des Geldes. Plötzlich sollte er jedoch 27.000 Euro an Brokergebühren zahlen. Der Mann konnte das Geld nicht aufbringen und zahlte „nur” 4500 Euro für einen geringeren Gewinnerhalt.

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Im Nachhinein meldeten sich dann angebliche Bankangestellte und ein Anwalt aus Israel bei ihm. Der Anwalt teilte dem Senior mit, dass er sich mit den Betrügern auskennen würde und verlangte über 4000 EUR an Gebühren. Dieses Geld zahlte der Geschädigte nicht und erstattete Anzeige. Er verlor somit insgesamt 40.500 Euro.

Coinibank kein zugelassenes Institut

Wie die Polizei in dem Zusammenhang weiter erklärte, warnte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits im Dezember 2020 auf ihrer Website vor der Coinibank. Coinibank ist kein nach § 32 Kreditwesengesetz zugelassenes Institut.

 

Gemeinsam mit dem BKA hat die BaFin unter anderem hier vor Abzocke bei Geldanlagen im Internet gewarnt und folgende Hinweise gegeben:

1. Seien Sie misstrauisch bei Angeboten, die eine sichere Anlage, eine garantierte Rendite, dazu hohe Gewinne oder ein nur sehr geringes Risiko versprechen! Misstrauen Sie Bonusversprechungen und Erfolgen auf Demo-Konten.

2. Bevor Sie Geld übergeben oder eine Anlage tätigen, holen Sie immer unabhängigen Rat (z.B. bei Verbraucherzentralen) ein.

3. Nutzen Sie bei Anlageangeboten im Internet verschiedene Suchmaschinen, um möglichst umfassende Informationen zum Anbieter und zum Produkt zu erhalten.

4. Achten Sie bei Anlageangeboten im Internet darauf, ob ein Impressum angegeben ist. Wer ist Ihr potentieller Vertragspartner und wo hat er seinen Sitz?

5. Handelt es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen? Dies können Sie über die Unternehmensdatenbank der BaFin jederzeit abfragen.

6. Lehnen Sie unaufgeforderte Anrufe im Zusammenhang mit Anlageangeboten ab! Lassen Sie sich nicht auf Beratungsgespräche mit Unbekannten ein.

7. Vorsicht vor zukünftigen Betrugsversuchen! Wenn Sie bereits Opfer wurden und in einen Betrug investiert haben, werden die Betrüger Sie wahrscheinlich wieder ins Visier nehmen oder Ihre Daten an andere Kriminelle verkaufen.

8. Vorsicht bei Hilfsangeboten! Häufig geben sich Betrüger, die Ihre Kundendaten erworben haben, als „Samariter” aus, die Sie dabei unterstützen wollen, Ihr verlorenes Geld zurückzuholen.

9. Seien Sie misstrauisch und kontaktieren Sie bei Verdacht die Polizei und/ oder die BaFin!

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