OPS NUR NOCH IN GREIFSWALD?

Augen-Patienten in Demmin sind verzweifelt

Bald soll es in der Augenklinik des Demminer Kreiskrankenhauses mit bestimmten Behandlungen vorbei sein. Eine Nachricht, die für viel Aufregung sorgt, denn die Behandlungen sind nötig, damit die Patienten nicht erblinden.
Danilo Vitense Danilo Vitense
Für Demminer Patienten mit Augenleiden könnte der Weg zum Behandlungsraum ab Januar 2020 noch etwas länger werd
Für Demminer Patienten mit Augenleiden könnte der Weg zum Behandlungsraum ab Januar 2020 noch etwas länger werden. Vor allem ältere Patienten sind besorgt darüber, bald nur noch in Greifswald wichtige Eingriffe machen lassen zu können. Pablo Himmelspach
Demmin.

„Die Information schlug ein wie eine Bombe“, sagt die über 90-jährige Hansestädterin. Namentlich möchte die Demminerin nicht genannt werden, aber unbedingt auf das hinweisen, was sie und viele Betroffene zwischen 70 und 90 Jahren im Moment sehr bewegt.

Vor allem diejenigen mit chronischen Erkrankungen, die alle vier bis fünf Wochen zur Behandlung in die Augenklinik von Demmin müssen, um nicht zu erblinden. Die Rentnerin, die ebenfalls zu dieser Gruppe gehört, deutet mit ihrem Finger auf den Zeitungsartikel, der vor ihr ausgebreitet auf dem Wohnzimmertisch liegt. Sie tippt auf die dick gedruckte Überschrift, die ihr seit einigen Tagen schlaflose Nächte bereitet. „Augen-OPs bald nur noch in Greifswald?“, so steht es dort geschrieben.

Für jede Injektion nach Greifswald?

„Das wäre für uns ein Disaster, wenn es so kommt“, sagt sie sichtlich aufgewühlt. Ganz viele Rentner wären davon betroffen und verzweifelt, hat sie aus Gesprächen erfahren. Denn ein Großteil der sehgeschädigten Senioren sei inzwischen schlecht zu Fuß und auf Fahrdienste angewiesen. Noch können sie wichtige Augenbehandlungen und ambulante Operationen vor Ort wahrnehmen. Dafür kommen Greifswalder Spezialisten extra nach Demmin. „Darüber sind wir sehr, sehr dankbar“, sagt die ältere Dame.

An die acht Mal wurde sie schon in ihrer Heimatstadt am Auge operiert, hat Spritzen bekommen, um einer schleichenden Ermattung des Augenlichts vorzubeugen. Die jüngste liegt knapp eine Woche zurück, weitere sollen folgen. Doch damit soll Anfang 2020 nun Schluss sein – zumindest in der Praxis in Demmin.

Letzter Hoffnungsschimmer

Das Kreiskrankenhaus Demmin hat nämlich mit den Greifswalder Fachärzten für Augenheilkunde den Vertrag für das ambulante Operieren vorläufig gekündigt. Dazu gehört auch die Behandlung durch Injektionen. Demnach kann die Gemeinschaftspraxis, die seit 2012 in Demmin betrieben wird, Anfang 2020 Ressourcen der Klinik nicht mehr nutzen und somit bestimmte Leistungen nicht mehr abdecken. Krankenhauschef Kai Firneisen begründete den Schritt mit wirtschaftlichen Gründen.

Noch ist aber nichts in Stein gemeißelt. Denn zurzeit laufen Gespräche zwischen dem Kreiskrankenhaus und der privaten Augenklinik über eine Neugestaltung der Verträge. Ob es bereits Fortschritte gibt, kann zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht gesagt werden. Firneisen ist erst ab Montag wieder zu sprechen und der für Demmin verantwortliche Augenarzt Dr. Mato Nawka war ebenfalls für eine Nachfrage nicht zu erreichen.

Demmins Senioren wünschen sich dringend eine Lösung, die weiterhin eine Behandlung ihrer Augenleiden in Demmin sicherstellt. „Ansonsten haben wir alle ein Problem“, sagt die 90-Jährige ohne Umschweife. Die meisten haben nicht die Möglichkeit, sich ständig in die Greifswalder Klinik fahren zu lassen.

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Kommentare (1)

beim gierigen Firneisen!