APPELL AN HALTER

Ärger um Hundekot in Jarmen und Loitz

Die Verwaltungen in Jarmen und Loitz beschäftigt wieder verstärkt ein anrüchiges Thema: Freilaufende Hunde und vor allem eklige Hinterlassenschaften der Vierbeiner.
Auch am zentral gelegenen Neuen Markt von Jarmen steht so ein Kotbeutel-Spender. Doch längst nicht jeder zieht die T&uuml
Auch am zentral gelegenen Neuen Markt von Jarmen steht so ein Kotbeutel-Spender. Doch längst nicht jeder zieht die Tüten dort zu dem angegebenen Zweck heraus. Und eine Menge „Tretminen“ findet sich trotzdem in der Stadt. Stefan Hoeft
Jarmen.

Es wirkte fast, als hätten sich die Rathäuser in Jarmen und Loitz abgesprochen: In den Amtsblättern beider Amtsbereiche entlang des mittleren Peenetals erschien pünktlich zum Frühjahr ein Hinweis auf die Pflichten von Hundehaltern. Insbesondere mit Blick auf die Hinter(n)lassenschaften ihrer Vierbeiner im öffentlichen Raum, im Volksmund häufig als Tretminen bezeichnet. Denn offenbar stellt das Ganze derzeit ein wieder zunehmendes Problem dar, wie eine Nordkurier-Nachfrage bei den Verwaltungen ergab. Die Beschwerden häuften sich und selbst in der Loitzer Stadtvertretung kam das Thema auf den Tisch, so Bürgermeisterin Christin Witt. Wobei es da auch Beschwerden aus den Dörfern gebe, wie etwa aus dem Ortsteil Rustow.

„Verschmutzungen durch Hundekot bieten einen unerfreulichen Anblick und belästigen die Bevölkerung. Durch diese Verunreinigungen können Krankheiten übertragen werden, sodass gesundheitliche Gefahren, zum Beispiel für spielende Kinder, nicht auszuschließen sind“, so die Erläuterungen des Ordnungsamtes. Vom „Spaß“ der Betroffenen, die stinkige und klebrige Substanz von ihren Schuhen oder gar dem heimischen Fußboden wieder abzubekommen, ganz zu schweigen. Auch so mancher Fahrradreifen oder Kinderwagen schafft es nicht immer rechtzeitig, an allen Häufchen vorbei zu rollen. Und dann ist da noch der Ärger jener Grundstückseigentümer, die entsprechend der Straßenreinigungssatzung auch solche Verschmutzungen entfernen müssen, obwohl sie nichts dafür können.

Hundehalter sind in der Pflicht

Sie wolle die Veröffentlichung als Aufruf zu gegenseitiger Rücksichtnahme verstanden wissen, erklärte Christin Witt dem Nordkurier, nicht gleich als scharfe Strafandrohung. „Wir appellieren erst mal an die Leute.“ Von der Installation sogenannter Hundetoiletten oder Spendern mit Kotbeuteln hält sie hingegen nichts. Zumal sie aus anderen Kommunen wisse, dass diese Tüten häufig zweckentfremdet werden. „Und irgendwie ist da ja auch jeder Hundehalter selbst in der Pflicht.“

Ähnlich sieht es Rainer Hardt, Vizebürgermeister und Ordnungsamtsleiter in Jarmen. Also einer Stadt, die schon vor mehr als einem Jahrzehnt an drei Stellen im Ort besagte Beutelspender samt Entsorgungsbehälter aufstellen ließ. Leider nutze die tatsächlich nicht jeder Zeitgenosse so wie vorgesehen, weiß der Mann. Immer wieder würden die Plastiktütchen einfach so mitgenommen oder in der Gegend verteilt. Der Bauhof bestücke die Spender mit Tausenden Exemplaren pro Jahr. Mehr jedenfalls, als es der Bestand an Hunden in Jarmen nötig machen würde. Dabei müsse jeder Hundeführer eigentlich von sich aus solche Kotbeutel mit sich führen.

Leinenpflicht wird vor allem in Dörfern vernachlässigt

„Die Hinterlassenschaft von Hunden auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen nicht zu entfernen, stellte eine Ordnungswidrigkeit des Hundeführers dar“, betont Rainer Hardt. Leider habe diese Unsitte wieder zugenommen, es seien schon einige darüber aufgebrachte Einwohner im Rathaus vorstellig geworden. Deshalb werde die Verwaltung diesem Problem nach dem Überstehen des Corona-Lockdowns wieder verstärkt ihr Augenmerk widmen. Gleiches gelte für fehlende Anmeldungen von Vierbeinern, die entsprechende Steuermarke müsse jederzeit vorzeigbar sein.

Hinzu komme die Verletzung der Leinenpflicht innerhalb geschlossener Ortschaften. Was insbesondere auf den Dörfern im Amtsbereich zu beobachten sei, wo der eine oder andere Bello sogar auf sich gestellt Erkundungstouren unternimmt. „Da wird das meist nicht so streng gesehen.“ So lange bis wieder mal etwas passiert – vom Verkehrsunfall bis hin zu einer Beißattacke.

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