Coronavirus

Ärger um Party in Demmin nach 2G-Regeln

Der Ton im Internet ist rauer geworden. Auch ein Demminer Party-Veranstalter sieht sich zurzeit heftiger Kritik ausgesetzt.
Für Veranstaltungsunternehmen wie das von Felix Schliwa ist die Wahl zwischen 2G und 3G nur eine scheinbare.
Für Veranstaltungsunternehmen wie das von Felix Schliwa ist die Wahl zwischen 2G und 3G nur eine scheinbare. ZVG/FeSch Events
Bei der von Felix Schliwa organisierten Party gibt es Musik verschiedener Richtungen, vor allem aber Schlagerhits.
Bei der von Felix Schliwa organisierten Party gibt es Musik verschiedener Richtungen, vor allem aber Schlagerhits. ZVG /FeSch Events
Nach der 3G-Regel dürfte nur mit Abstand und Maske gefeiert werden. Foto: ZVG/FeSCh Events
Nach der 3G-Regel dürfte nur mit Abstand und Maske gefeiert werden. Foto: ZVG/FeSCh Events ZVG /FeSch Events
Demmin

Wenn Felix Schliwa vom Demminer Veranstaltungsunternehmen FeSch-Events die Kommentare unter seiner neuesten Party-Ankündigung auf Facebook liest, vergeht ihm manchmal der Spaß. „Das geht von Beleidigungen bis zu Beschimpfungen“, erzählt er. Gegen ihn, aber auch gegen die potenziellen Gäste.

Grund für den Shitstorm ist die sogenannte 2G-Regel, die bei Felix Schliwas nächster Veranstaltung am 30. Oktober gelten soll. Nur noch nachweislich Geimpfte oder Genesene dürfen dann zum Feiern in die Beermann-Arena kommen, ein negativer Corona-Test reicht dagegen nicht mehr aus. „Mir wäre es anders auch lieber“, versichert Schliwa. „Ich würde mir natürlich wünschen, dass wieder alles wäre wie vor der Pandemie.“ Doch noch ist die nicht überstanden und noch gelten für Veranstalter wie ihn strengere Regeln. Ob zwei oder drei „G“ liegt zwar faktisch bei den Organisatoren selbst, eine wirkliche Wahl ist das aus Schliwas Sicht jedoch nicht: „Für mich als Veranstalter gibt es nur diese Variante“, erklärt er.

Veranstalter versucht aufzuklären

Denn eine Innenveranstaltung nach der 3G-Regel sei für das Unternehmen „nicht bezahlbar und nicht durchführbar.“ Ließe er auch negativ Getestete Partygäste zu, so würden Abstand- und Maskenpflicht sowie Maßnahmen zur Kontaktverfolgung gelten. Das wäre für Feiernde und Veranstalter nicht nur weniger lustig und bei einer Tanzveranstaltung mit Alkoholausschank wohl auch kaum einzuhalten. Zusätzlich wären wegen der für 3G-Veranstaltungen vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen weit weniger Besucher zu erwarten.

2G-Regelung statt 3G macht Mehrkosten tragbar

Schon rechtlich dürften nach der 3G-Regel nur halb so viele Gäste in der Halle feiern wie nach der 2G-Regel, die laut Schliwa eine volle Auslastung mit 500 bis 600 Besuchern zulasse. Der Veranstalter geht ohnehin nicht davon aus, dass viele nicht geimpfte oder getestete Personen die Party besuchen würden, weil für sie neben dem Eintrittsgeld zusätzlich die Kosten für die nicht mehr vom Bund übernommenen Corona-Tests anfielen. „Wenn der Test schon so viel Geld kostet und der Eintritt noch dazu kommt, wer bezahlt das schon?“, meint Schliwa. „Und wenn die Halle dann voll ist, war der Test umsonst.“

Mit der 2G-Regelung seien auch die zusätzlichen Ausgaben und der Aufwand für die Veranstalter, wenngleich noch höher als vor Beginn der Pandemie, so doch finanziell eher tragbar als bei Beachtung der 3G-Regel. Zwei zusätzliche Sicherheitsleute zur Kontrolle am Eingangsbereich und damit ein Drittel mehr als normalerweise braucht das Unternehmen dennoch.

Party im Freien gab es bereits

Für FeSch-Events ist es die erste Innenveranstaltung seit Beginn der Pandemie. Lange hatte Felix Schliwa auf die entsprechenden Lockerungen gewartet. Veranstaltungen im Freien für die partyhungrigen Demminer, die lange auf das gemeinsame Feiern hatten verzichten müssen, durfte er zuletzt bereits durchführen. „Sie waren gut besucht“, erzählt Schliwa. Etwa 600 Gäste seien zur ersten Party gekommen, 800 zur zweiten, womit die erlaubte Höchstgrenze erreicht worden sei. Doch eine Tanzveranstaltung im Freien wäre witterungsbedingt inzwischen nicht mehr möglich. „Zu einer Party draußen würde niemand mehr kommen, weil es zu kalt ist“, weiß Schliwa. Zu kalt und zu feucht sei es auch für die Technik.

Seine nächste DJ-Party mit Schlagermusik und Hits aus anderen Richtungen findet deshalb in einem Innenraum statt, für den andere Regeln greifen. Für die Entscheidung, nur Geimpfte und Genesene zuzulassen, würde sich Felix Schliwa mehr Verständnis wünschen. Auch im Internet versucht er immer wieder über seine Gründe aufzuklären. „Ich mache die Regeln ja nicht“, betont Felix Schliwa. Viele Facebook-Nutzer verstünden das auch und reagierten mit Unterstützung, freuten sich auf die Veranstaltung. Andere wiederum fühlten sich ausgegrenzt. Von den Menschen, die ihn auf dem sozialen Netzwerk anfeinden und beschimpfen, seien die meisten noch nie auf einer seiner Partys gewesen, sagt Schliwa.

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Kommentare (7)

...aber aus menschlicher absolut nicht.
Die Argumentation des Veranstalters verkennt, dass es politisch genau so gewollt ist: die Verantwortung wird von oben an die Betreiber weitergegeben. Sie stehen in der Zwickmühle des Gewissens und der Wirtschaftlichkeit.
In Zeiten wie diesen, sollte die Menschlichkeit siegen.
Wer aber immernoch nicht verstanden hat, dass bei 2G inzwischen viel mehr "Risiko" dahinter steht, als bei 3G, der glaubt wohl auch, dass die Maßnahmen immernoch die Pandemie beenden sollen.
Wenn Infektionsketten durch Geimpfte/Genesene politisch hingenommen werden, die ja nachweislich inzwischen wieder stattfinden (allerdings aufgrund der Nichttestungen hauptsächlich im Dunkeln bleiben), wieso sind dann Infektionsketten von Ungeimpften so schlimm?
Das Argument der "schweren Verläufe " bzw. überlastete ITS/KH ist ja anhand der Zahlen nicht haltbar.

Die einzige Maßnahme, die die Pandemie beenden wird, ist die Aufhebung aller Maßnahmen und der angeblichen epidemischen Notlage nationaler Tragweite!

Nichts ist momentan so unwichtig wie Partys, Discos etc!!!

Verständnis für die wirtschaftlichen Gründe, die den Veranstalter zwingen, Ungeimpfte und bislang nicht Infizierte auszuschließen. Aber absolut kein Verständnis für die politischen Vorgaben hierzu!
Bitteschön, dann hätte ich gern die Gelegenheit mich zu infizieren, weil ich anschließend ja auch zu dem Kreis der Privilegierten zählen darf. Oder auch eine Untersuchung auf Antikörper; wer weiß, vielleicht hatte ich ja schon längst Corona und hab's bloß nicht gemerkt.

wer an diesen verlogenen Schwachsinn immer noch glaubt, ist selbst Schuld. Hat der Veranstalter keinen Ar... in der Hose, um selbst zu entscheiden? Was heißt denn infizieren? Woran wird das festgemacht? Wo sind die Studien darüber? Nicht mal diese blöden Tests sind validiert. Nur täglich auffrischende Lügen halten dieses Coronmärchen noch auffrecht. Fangt endlich an zu selbstständig Denken, oder wurde das selbstständige Denken inzwischen auch schon abgeschafft? Laufen draußen bei schönen Wetter wie Zombis mit Masken durch die Gegend. Kein Wunder, dass die Psychatrien sich füllen, anstatt die Intensivstationen........

mehr interessiert Euch nicht!

Was ist dagegen einzuwenden,wenn man das Leben genießen möchte ?

...wenn ich meißt Recht behalte. Genau das habe ich Anfang des Jahres vorausgesagt. Was wurde ich beschimpft aber jetzt geht mir das runter wie Öl. Damals sagte ich, es wird keine Impfpflicht geben aber alle Verantwortung wird auf die Händler, Veranstalter, Kinobetreiber, Theaterbetreiber und alles andere abgewälzt. Vor zwei Wochen sagte ich zu meiner Frisöse: Bald werden auch die Einzelhändler und Supermärkte Kontrollen des 2G einführen. Sie sagte: Das wagen die nicht! Und? In Hessen wird darüber diskutiert. Ich kann den Veranstalter verstehen und die die Spaß, in diesen ernsten Zeiten, haben wollen. Beschimpfungen sind nicht angebracht die sollte man an die Verursacher in Schwerin oder ggf. Berlin richten.