Linke kritisieren Missstand
Ärztemangel trifft Schüler der Seenplatte

Kinder und Jugendliche sollten regelmäßig medizinisch untersucht werden, meint die Demminer Linke und fordert flächendeckende Schuluntersuchungen.
Kinder und Jugendliche sollten regelmäßig medizinisch untersucht werden, meint die Demminer Linke und fordert flächendeckende Schuluntersuchungen.
Patrick Pleul

Dem Gesundheitsamt in der Mecklenburgischen Seenplatte fehlen Ärzte für flächendeckende Untersuchungen von Schülern. Und das gerade bei den Heranwachsenden, bei denen der gesundheitliche Zustand des Öfteren zu wünschen übrig lässt.

Kommen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte medizinische Schuluntersuchungen zu kurz? Diesen Missstand glaubt die Kreistagsfraktion Die Linke ausgemacht zu haben. Weil bei der Kinder- und Jugendmedizin nicht alle Stellen im Gesundheitsamt besetzt seien, würden vor allem in der achten Jahrgangsstufe die Schülerinnen und Schüler nicht mehr flächendeckend untersucht.

„Hingegen wird es angesichts der gegenwärtigen Personalsituation lediglich Untersuchungen an Schwerpunktschulen geben können.“ Dabei würden gerade diese Schüler in allen erhobenen Gesundheitsdaten die bedenklichsten Werte ausweisen, verschlechtere sich zwischen der sechsten und achten Jahrgangsstufe der gesundheitliche Status der Heranwachsenden so sehr, „dass eben hier Handlungsbedarf angezeigt scheint“, so Die Linke.

Seit Jahren auf Ärzte-Suche

Die Fraktion um Arnold Krüger beruft sich bei dieser Diagnose auf den aktuellen Gesundheitsbericht des Landkreises und hat ihre Schlussfolgerungen in einen Antrag an den Kreistag gegossen. Der hat ihn in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Jetzt soll der Landrat prüfen, inwieweit das Gesundheitsamt zur Sicherung flächendeckender Schuluntersuchungen und für mehr Prävention personell gestärkt werden kann.

Das könnte schwierig werden. Der grassierende Ärztemangel in der Region macht um das Gesundheitsamt keinen Bogen. Seit Jahren suche man Ärzte, erklärte Amtsleiterin Dr. Cornelia Ruhnau. „Psychiater finden wir gar nicht.“ Eineinhalb Stellen sind nach ihrer Auskunft derzeit nicht besetzt. Trotzdem versuche man, in alle achten Klassen zu gehen.

Kooperationsvertrag mit Kreiskrankenhaus

Der Ärztemangel im Gesundheitsamt betrifft insbesondere den Regionalstandort Demmin, wo laut Cornelia Ruhnau ein Schularzt fehle. Allerdings wurde dafür zumindest vorübergehend eine Lösung gefunden. Der Landkreis hat einen Kooperationsvertrag mit dem Kreiskrankenhaus abgeschlossen. Das verfügt nach Auskunft seines Geschäftsführers Kai Firneisen sowohl über Fachärzte für Pädiatrie als auch über Weiterbildungsassistenten. „Da helfen wir dem Landkreis gerne aus“, sagte er auf Anfrage des Nordkuriers.

Zur Zeit kann sich das Krankenhaus das auch leisten. Die Klinik für Pädiatrie ist laut Firneisen so gut aufgestellt, dass sie die Untersuchungen aus dem laufenden Betrieb heraus gewährleisten kann. „Es ist ja auch nicht ganz so viel.“ Viele Untersuchungen würden zudem in der Demminer Adolf-Pompe-Straße stattfinden. „Da sind die Ärzte nicht lange unterwegs. Der Landkreis hat das gut organisiert.“