POLITISCHER ASCHERMITTWOCH

AKK verteidigt Recht auf Humor

Annegret Kramp-Karrenbauer brachte Stimmung in den Politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin. Die neue Bundesvorsitzende der Partei kam bei den Gästen im Saal an.
Georg Wagner Georg Wagner
Über vieles habe sie hier nur den Kopf schütteln können, sagte Kramp-Karrenbauer beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin.
Über vieles habe sie hier nur den Kopf schütteln können, sagte Kramp-Karrenbauer beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin. Danny Gohlke
Demmin.

Nein, Annegret Kramp-Karrenbauer hat in Demmin ihre Christdemokraten nicht als Sozialdemokraten angesprochen wie beim Migrations-Werkstattgespräch Anfang Februar, und sie hat auch keinen Witz gerissen wie vor dem Stockacher Narrengericht, aber sie hat das Recht auf Humor eingefordert – insbesondere während der Karnevalszeit. Ihr Witz in Stockach habe sich gegen die Machos in der eigenen Partei und im Karnevalsverein gerichtet, nicht gegen intersexuelle Minderheiten. „Vielleicht hätten die Kritiker besser die ganze Veranstaltung angeschaut. Ich war angeklagt der Entmannung der CDU. Man sollte erst etwas anschauen, bevor man sich künstlich aufregt“,wetterte sie in der Tennishalle unter lautem Applaus.

Es blieb nicht der einzige Beifall. Immer wieder klatschten die rund 900 Besucher bei den Reden des CDU-Landesvorsitzenden Vincent Kokert und der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK). Immer wieder riefen einzelne im Saal ihr auch laut „Bravo“ zu. AKK sprach offensichtlich in vielen Dingen den hiesigen Christdemokraten aus der Seele. „Ich bin beeindruckt. Sie hat sich auf unser Bundesland eingestellt und weiß Bescheid“, lobte Cornelia Böttcher vom Ordnungsdienst am Ende die Saarländerin.

Die war erstmals als Rednerin zu Gast beim Politischen Aschermittwoch der Landes-CDU in Demmin. Und sie schien ihren Auftritt zu genießen, von der gereimten Ankündigung durch Conférencier Werner Kuhn bis zu der Fotostunde für die Gäste am Ende. Dabei war sie dicht umringt von einer sich kaum lichtenden Menschentraube. Sie mache ein wenig weiter wie Angela Merkel, meinte der Demminer Walter Rohde. „Ich finde das gut.“

Nicht alles war indessen geblieben wie in früheren Jahren. Eine runde Bühne, Tische und Bänke im Halbrund davor aufgestellt, um eine bessere Sicht zu ermöglichen, die Barther Blasmusik ergänzt durch Rock der Band „Black Tigers“‘ des früheren Wirtschaftsministers Jürgen Seidel – das kam durchaus an. Genauso wie Wiener Würstchen, Matjes-Brötchen oder wahlweise Blechkuchen mit Apfel, Kirsche oder Pflaume. Hallen- und Hotelleiterin Monika Rosemeyer strahlte beim Anblick des Betriebes. Ihr Gesicht sagte eines: sehr zufrieden.

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Kommentare (2)

Unisex heißt das Zauberwort, da muss sich keiner Gedanken machen!!!!!

Als Indianer darf man sich nicht verkleiden, als Scheich sowieso nicht, die häusliche WC-Praxis hält in der Öffentlichkeit nicht stand, neben der sexistisch erfundenen Meerjungfrau sei auch Meerjungmann genehm, der Plural ist frauenfeindlich - einige Beispiele, dass es den Deutschen so gut geht wie nie zuvor, dass man sich mit solchen Dingen beschäftigt. Humor beiseite. Je mehr realitätsferne Frauen Machtpositionen in der Gesellschaft übernehmen und uns mit sowas einlullen, lenkt es von gefährlichen, gesellschaftlichen Entwicklungen ab. AKK ist nun nicht die Humordame per excellence, aber die richtige Richtung für eine standortsuchende CDU scheint sie erwischt zu haben.