VANDALISMUS

Alle öffentlichen Toiletten in Demmin ruiniert

Wem beim Weihnachtsbummel durch Demmin die Blase drückt, der steht zurzeit vor einem Problem. Und vor verschlossenen Türen. Der Grund: Vandalismus.
Die im Foto gezeigten Schäden an einer öffentlichen Demminer Toilette gehören zu den harmloseren. Teilweise wurden die Wände mit Exkrementen beschmiert und Armaturen herausgerissen.
Die im Foto gezeigten Schäden an einer öffentlichen Demminer Toilette gehören zu den harmloseren. Teilweise wurden die Wände mit Exkrementen beschmiert und Armaturen herausgerissen. ZVG/Stadt Demmin
Wann die Toiletten wieder benutzbar sind, ist noch unklar.
Wann die Toiletten wieder benutzbar sind, ist noch unklar. ZVG/Stadt Demmin
Teilweise wurden Fäkalien in den Räumen verschmiert.
Teilweise wurden Fäkalien in den Räumen verschmiert. ZVG/Stadt Demmin
Demmin ·

Zerschlagene Frontscheiben, zerstochene Reifen, zerbrochene Blumentöpfe, ein umgeknickter Briefkasten, verwüstete Bepflanzung. In den vergangenen Wochen haben Randalierer in Demmin immer wieder Spuren hinterlassen – zum Ärger von Anwohnern und Ehrenamtlichen, die Plätze wie das Zille-Eck für die Mitbürger verschönern.

Ärgerlich ist es derzeit besonders, wenn beim Gang durch die Stadt die Natur ruft. Während Cafés und Restaurants wegen des Corona-Lockdowns bei Blasendruck schon eine Zeit lang nicht mehr aushelfen können, sind gegenwärtig auch alle vier öffentlichen Toiletten der Hansestadt nicht benutzbar. Anders als während des ersten Lockdowns mussten die Anlagen am Bahnhof, am Barlach-Platz, am Marienhain und am Hanseufer diesmal jedoch nicht auf Anordnung des Gesundheitsamts gesperrt werden. Grund für die geschlossenen Toiletten sind vielmehr wiederholte Schäden durch Vandalismus.

10 000 Euro Schaden

Vor einigen Wochen hatten Unbekannte die Toilettenanlagen so stark demoliert, dass sie bis heute nicht zugänglich sind: Die Wände wurden verschandelt und teilweise mit Exkrementen beschmiert, Lampen von den Decken und Armaturen aus den Wänden gerissen, Fliesen und Fenster kaputt geschlagen. „Das ganze Programm“, fasst Bauamtsleiter Dietmar Schmidt zusammen. Die genaue Schadenssumme steht zwar noch nicht fest, 10 000 Euro seien es aber bestimmt, schätzt er. Schade und ärgerlich sei die Sperrung gerade auch für ältere Menschen, die die Toiletten nutzen müssen „und sich benehmen“.

„Wir sind genauso enttäuscht und entsetzt, wenn alles kaputt gemacht wird“, zeigte sich auch Ordnungsamtsleiter Jörg Küthe gegenüber den Stadtvertretern fassungslos. „Das ist viel Geld. Das alles muss wieder aufgebaut werden.“ Die Mitarbeiter des Ordnungsamts seien im Rahmen der Möglichkeiten zwar in der Stadt unterwegs, bei Sachbeschädigungen sei die Verwaltung allerdings auch auf Anzeigen und konkrete Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Bezahlmodell keine wirkliche Alternative

Im aktuellen Fall der Toiletten wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Weitere Konsequenzen für die Allgemeinheit, die über die notwendige Schließung der WCs hinausgehen, wird es zunächst aber nicht geben. Zwar sei bereits darüber nachgedacht worden, die bisher kostenlos nutzbaren WCs in ein Bezahlmodell umzumünzen, sagte Schmidt: „Das ist aber eigentlich nicht unser Wille.“ Der Aufwand für Nachrüstung und Unterhaltung sei enorm.

Wann die Toiletten wieder wie gewohnt genutzt werden können, konnte der Bauamtsleiter noch nicht abschätzen. Die Frage drängt auch mehrere Leser, die sich an den Nordkurier wandten. „Wir sind dabei“, versicherte Schmidt nur. Auch wenn sich die Sachbeschädigungen in den letzten Wochen zu häufen schienen, ein neues Phänomen sind sie nicht, wie er weiß. Vorfälle wie diese kämen hin und wieder vor. Zuletzt musste die Stadt deshalb vor etwa anderthalb Jahren alle öffentlichen Toiletten sperren.

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