Den meteorologischen und den politischen Stürmen hielt das Bauprojekt am Krankenhaus bislang Stand.
Den meteorologischen und den politischen Stürmen hielt das Bauprojekt am Krankenhaus bislang Stand. Christine Gerhard
Investition

Anbau erhöht Kapazität von Kreiskrankenhaus Demmin

Keine einfache Zeit für Bauprojekte, am neuen Krankenhaustrakt aber laufen die Arbeiten relativ unbeirrt weiter. Dabei geht Corona auch hier nicht ganz vorbei.
Demmin

Noch ist der aktuell entstehende Neubau des Demminer Kreiskrankenhauses verhüllt wie ein Christo-Kunstwerk. Was nach der Fertigstellung darunter zum Vorschein kommen soll, ist jedoch kein Geheimnis:

Unter anderem mit drei neuen Kreißsälen und einem weiteren OP soll der neue Trakt die Kapazität des Kreiskrankenhauses erhöhen und dabei durch optimierte Prozesse Kosten senken. Zusätzliche Intensivbetten sollen künftig außerdem verhindern, dass sich das Krankenhaus bei hoher Auslastung weiter zeitweise von der Versorgung abmelden muss. Zusätzlich wurde für den Anbau eine Infektionsstation bewilligt.

Großteil der Ausschreibungen ist durch

Die Kosten für das ganze Projekt dürften trotz gestiegener Energiepreise nach jetzigem Stand keine große Enthüllung werden. „Der Großteil der Ausschreibungen ist durch“, erklärte der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Kai Firneisen kürzlich. „Zu einem generellen Preisschock kann es eigentlich nicht mehr kommen.“ Soweit es im Moment absehbar sei, bleibe das Projekt im kalkulierten Kostenplan. Für die Finanzierung stellte das Land in zwei gesonderten Bescheiden Fördermittel in Höhe von 22 Millionen und 13,7 Millionen Euro zur Verfügung. Und auch an dem Zeitplan habe sich durch die Pandemie im Großen und Ganzen nichts geändert.

„Es gibt zwar immer mal hier und da kleine unvorhersehbare Schwierigkeiten“, so Firneisen, das sei beim Bau ganz normal. Doch auch wenn auf der Baustelle punktuell Arbeiter durch Krankheit und Quarantäne ausfielen, scheint das Vorhaben bislang einigermaßen gut durch die Pandemie gekommen zu sein. „Es kam vor, dass ein Gewerk eine Woche nicht arbeiten konnte oder ein anderes erst zwei Wochen später anfing“, führt Kai Firneisen aus, „aber dann wurden ein oder zwei Arbeitskräfte mehr eingestellt, um das herauszuholen.“ Bisher sei es so immer gelungen, kurzfristige zeitliche Rückstände zu kompensieren.

Die Fenster sind bereits eingebaut

Auch durch die allgemeine Materialknappheit und Lieferengpässe erwartet Firneisen keine Verzögerungen. Zwar seien hin und wieder einzelne Teile nicht verfügbar gewesen. „Einige hatten drei bis sechs Monate Lieferzeit, aber sie wurden rechtzeitig bestellt“, so Firneisen. Ernsthafte Probleme habe es so nicht gegeben.

Derzeit laufe auf der Baustelle der Innenausbau und die Installation der Elektronik, die Montage der Lüftungskanäle stehe ebenfalls an. Die Fenster hingegen sind bereits eingebaut, die Zargen und Türen folgten nach dem Einbau der Großanlage. Zudem würden die Heizungsmontage komplettiert, die Räumlichkeiten verputzt und die Dachabdeckung fertiggestellt.

Vor knapp einem Jahr erfolgte der offizielle Spatenstich für den Neubau, Baubeginn war jedoch bereits 2020 gewesen. Bis Mitte 2022 soll das Gebäude den damaligen Plänen zufolge fertiggestellt sein. Dann gilt es die neuen Stationen mit Leben zu füllen. Denn um den OP- und Funktionstrakt betreiben zu können, muss das Kreiskrankenhaus sein Personal aufstocken, was eine der größten Herausforderungen im Projekt Krankenhauserweiterung darstellen könnte.

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Kommentare (2)

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Hier zum Beispiel ganz oben, ganz groß: Leine einfache Zeit für Bauprojekte