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Tierschutz

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Angler schlagen im Peta-Streit zurück

Geht es nach Peta, könnte dieses Bild im Demminer Hafen bald der Vergangenheit angehören: Die Tierschützer wollen das Angeln in Deutschland abschaffen. Dagegen wehrt sich jetzt der regionale Anglerverband.
Geht es nach Peta, könnte dieses Bild im Demminer Hafen bald der Vergangenheit angehören: Die Tierschützer wollen das Angeln in Deutschland abschaffen. Dagegen wehrt sich jetzt der regionale Anglerverband.
Georg Wagner

Seit der Absage des Hegefischens beim Demminer Peenefest sind viele Angler verunsichert. Nun hat sich ein regionaler Anglerverband gegen Peta gewehrt.

Dieter Schröder ist sauer auf die Tierrechtsorganisation Peta. „Was die wollen, ist für mich utopisch“, erzählt der langjährige Vorsitzende des Demminer Anglervereins „Stadtmitte“. Wer das Angeln verbieten wolle, könne entweder nicht besonders weit denken oder habe noch nie nachgedacht, poltert der Angler aus der Hansestadt. „Da hängt doch ein ganzer Wirtschaftszweig dran.“

Aber die jüngsten Vorstöße der Tierschützer haben den Verein verunsichert, gibt Schröder zu. „Wir werden unsere traditionelle Angelveranstaltung in Demmin zwar auch in diesem Jahr wieder durchführen“, erklärt er. Wann und wo diese stattfinde, und was genau dabei geschehe, wolle er aber nicht verraten.

„Wir befürchten, dass uns Peta sonst aufs Dach steigt“, begründet Schröder. Anfang April war bekannt geworden, dass „Demmin West“, der größte Anglerverein der Region, das traditionelle Hegefischen zum Demminer Peenefest abgesagt hat. Die Vereinsleitung begründete die Entscheidung mit dem Verweis auf das Vorgehen der Tierrechtsorganisation Peta gegen Angler in MV.

Streit verunsichert Anglerverband

Beim regionalen Anglerverband „Fischwaid“, in dem 20 Vereine aus der Region organisiert sind, hatte der Streit auch für Verunsicherung gesorgt. Nun hat der Regionalverband eine Stellungnahme veröffentlicht. In dem Papier fährt Knut Schramm, der Vorsitzende von „Fischwaid“, schwere Geschütze auf.

Peta müsse sich fragen lassen, ob die Organisation die freiheitlich-rechtsstaatliche Grundordnung in Deutschland beachte, schreibt Schramm. Er bezieht sich dabei auf den ersten Artikel des deutschen Grundgesetzes. Dort heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Peta verglich landwirtschaftliche Tierhaltung mit Holocaust

Dieser Satz scheine Peta gleichgültig zu sein, formuliert Schramm. Unter anderem habe Peta die landwirtschaftliche Tierhaltung mit dem Holocaust verglichen und bezeichne angelnde Kinder schon mal als potenzielle Gewalttäter, da Angeln die Hemmschwelle für Gewalt herabsetze. Außerdem betrachte die Organisation jegliche Form von Tierhaltung als Unrecht und wolle sie daher abschaffen.

In einem etwas zurückhaltenderen Ton sind die beiden Pressemitteilungen formuliert, die jüngst der Landesanglerverband (LAV) zu dem Thema veröffentlichte. In den Papieren stellt der LAV die Verhältnismäßigkeit des Peta-Vorgehens infrage und betont die Qualifikation der Angler, die für den Erhalt eines Fischereischeins unter anderem Kenntnisse in Fischbiologie und Rechtsgrundlagen nachweisen müssen.