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„Ansprüche sind heute höher“

Freude am eigenen Beruf hat Ingo Griebsch. Für den Unterricht steht ihm in Demmin moderne Technik zur Verfügung.  FOTO: Georg Wagner

VonGeorg WagnerSeit 1999 ist Ingo Griebsch als Lehrer an der Berufsschule im Kfz-Bereich tätig. Er hat in dieser Zeit auch Veränderungen bei den Schülern ...

VonGeorg Wagner

Seit 1999 ist Ingo Griebsch als Lehrer an der Berufsschule im Kfz-Bereich tätig. Er hat in dieser Zeit auch Veränderungen bei den Schülern festgestellt.

Demmin.Wenn Erwachsene das angeblich mangelhafte Bildungsniveau der Jugend kritisieren, schüttelt Ingo Griebsch schon mal mit dem Kopf. „Das“, meint er, „hat man früher über uns auch schon gesagt.“ Griebsch muss es wissen, ihm stehen viele Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung. Seit rund 20 Jahren ist der 50-Jährige in der Berufsbildung tätig, seit 1999 an der Beruflichen Schule in Demmin. Hier leitet er den sogenannten Laborbereich, wo die Kfz-Mechatroniker an den Fahrzeugen lernen.
Keine leichte Sache für beide Seiten. „Die Ansprüche an die Schüler sind heute sehr viel höher als früher“, sagt Griebsch. „Die Technik ist vielfältiger geworden, was die Schüler in der Lehre aufnehmen müssen, ist heute viel umfangreicher.“
Schon der Name signalisiert es: Im Kfz-Mechatroniker steckt viel Elektronik. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wird dieser Beruf nur am Demminer Standort der Beruflichen Schule Malchin/Demmin ausgebildet, dazu kommt seit zwei Jahren das neue Berufsbild des Kfz-Service-Mechanikers. Ihnen stehen am Standort in der Saarstraße ausgezeichnete Bedingungen zur Verfügung. Auch dank eines Fördervereins, der bei Anschaffungen immer wieder für den Kreis in die Bresche springt. So warten in den Lehrwerkstätten moderne Prüfgeräte und Autos teils der neuesten Generation, an denen die jungen Leute arbeiten. Die Rahmenlehrpläne hätten einen starken Bezug zur Praxis. „Es gehört dazu, dass man ins Fahrzeug geht und die Dinge praktisch macht.“ An der Tafel könne man heutige Fehlerdiagnosen ohnehin nicht mehr erklären, weiß Ingo Griebsch.
Er kann dabei auch aus eigener Erfahrung sprechen. Die Entwicklung der Technik geht an den Lehrkräften nicht vorüber. Wer jungen Leuten das „Handwerk“ beibringen will, muss es auch selbst beherrschen. Qualifizierung bei den Herstellern ist für den Berufsschullehrer ein ständiges Gebot der Stunde. „Wir nehmen ständig an Weiterbildungen teil“, erzählt Griebsch.
Er stellt indes auch eine Entwicklung fest. Zwar sei Mathematik bei den Jugendlichen nicht gerade beliebt, aber insgesamt seien die Auszubildenden sehr interessiert. „Das hat sich im Lauf der letzten Jahre noch gesteigert.“ Griebsch ahnt einen Grund: Während vor Jahren noch viele der Berufsschüler in einer überbetrieblichen Ausbildung waren und oft kaum eine Perspektive nach der Lehre sahen, litten Betriebe heute Not, junge Leute zu finden. „Ich glaube, dass der größte Teil von ihnen eine Perspektive hat. Damit wird die Lehre interessanter.“

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g.wagner@nordkurier.de