CORONA-KRISE

Arbeitskampf am Demminer Krankenhaus gerät ins Stocken

Wie wichtig das medizinische Personal ist, wird in der Corona-Krise ständig betont. Doch genau diese Krise ist es, die zügige Lohnerhöhungen im Demminer Krankenhaus nun ausbremst.
Mitarbeiter des Krankenhauses Demmin zeigten in den vergangenen Wochen deutlich ihre Unzufriedenheit.
Mitarbeiter des Krankenhauses Demmin zeigten in den vergangenen Wochen deutlich ihre Unzufriedenheit. NK-Archiv/Kai Horstmann
Demmin.

In Zeiten der Corona-Krise sind bestimmte Berufsgruppen mehr denn je gefragt. So auch Pflegekräfte und Krankenhausangestellte. Probleme, die bereits vor Corona in den Kliniken bestanden, stehen vorläufig hinten an. Betroffen davon sind auch die Bemühungen der Mitarbeiter des Demminer Kreiskrankenhauses für die Rückkehr in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD).

Verhandlungen kaum noch möglich

„Es ist wie eine Pausetaste“, so die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Martina Hartung. Die Reglementierungen der Landesregierung würden die Möglichkeiten einschränken, klassische Tarifverhandlungen zu führen. Ein gesonderter Sozialausschuss des Kreises Mecklenburgische Seenplatte wurde im Zuge der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt. Mitgliederversammlungen sind zudem schlicht nicht mehr umsetzbar. Dabei war ursprünglich vorgesehen, den aktuellen Vorschlag der Krankenhaus-Geschäftsführung zur Lohnanpassung mit der Tarifkommission zu beraten. „Das müssen wir jetzt telefonisch machen“, sagt Hartung.

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Angebot für mehr Gehalt liegt auf dem Tisch

Konkret geht es dabei um eine Anpassung der Gehälter um 2,5 Prozent ab dem ersten April diesen Jahres. „Wir wollen damit für die Mitarbeiter ein starkes Zeichen setzen, dass wir sie nicht vergessen“, so Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen. Das würde auch von den Mitarbeitern positiv aufgenommen werden, zumindest hätten das einige Gespräche ergeben. „Unter der jetzigen Situation halten sie das für eine vernünftige und pragmatische Lösung“, sagt er.

Etwas anders sieht das indes Gewerkschaftssekretärin Hartung. „Die Diskussionen in der Tarifkommission sind sehr kritisch“, sagt sie. Die Vorlagen seitens der Gewerkschaft Verdi seien ziemlich weit von dem Angebot der Klinik entfernt. Und in der Tat gibt es eine finanzielle Lücke. So erhält eine Pflegekraft der Entgeltgruppe P7, Stufe 6 nach Hausvertrag 3295,68 Euro. Über 200  Euro mehr wären es gemäß TVöD. Ähnlich bemerkbar würde sich das auch in der Verwaltung oder bei den Physiotherapeuten machen.

Streik in der Krise kaum denkbar

Abreißen werden die Gespräche zwischen Mitarbeitern und Krankenhaus aber auch in der aktuellen Krise nicht. Zumindest für eine Rückmeldung zum aktuellen Angebot der Klinik hat Hartung einen Zeitplan vor Augen. „Die soll es innerhalb der nächsten 14 Tage geben“, so die Verdi-Gewerkschaftssekretärin. Wie die Verhandlungen dann weiterlaufen, ist allerdings ungewiss. Zwar wurden Streiks im Vorfeld nicht ausgeschlossen, doch mit der Corona-Krise hat sich der Blick auf dieses Mittel geändert. „Der Bundesvorstand guckt über jeden Streikantrag sehr genau drüber“, sagt Hartung.

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