WEGEN CORONAVIRUS

Auch Demmin und Jarmen machen alle Schotten dicht

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, setzen auch Demmin und das Amt Jarmen auf Abschottung. Die Arbeit wird dennoch nicht auf Eis gelegt.
So leer wie Schulhof und Klassenräume des Demminer Goethegymnasiums sollen in den kommenden Wochen auch alle anderen &oum
So leer wie Schulhof und Klassenräume des Demminer Goethegymnasiums sollen in den kommenden Wochen auch alle anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt bleiben. Die Verwaltung arbeitet aber weiter. Stefan Hoeft
Auch die Türen zum Jarmener Rathaus bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Nur in ganz dringenden Fällen können
Auch die Türen zum Jarmener Rathaus bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Nur in ganz dringenden Fällen können Bürger persönliche Termine vereinbaren. Stefan Hoeft
Demmin.

Die Corona-Pandemie legt das öffentliche Leben zunehmend lahm. Mit drastischen Maßnahmen will die Landesregierung eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern. Betroffen sind davon in erster Linie die Kindertageseinrichtungen und Schulen. Bis zum 19. April bleiben diese geschlossen, so auch in Demmin. Die Stadt an sich ergreift ebenfalls vorbeugende Maßnahmen und macht nach und nach die Schotten dicht. Kontakt zu den Ämtern und anderen öffentlichen Einrichtungen soll dennoch möglich sein.

„Wir werden komplett alles absagen“, so Demmins Bürgermeister Michael Koch (CDU). Damit sind nicht nur die städtischen Veranstaltungen gemeint. Auch die Sitzungen der Stadtvertreter sowie die städtischen Ausschüsse fallen bis auf Weiteres aus. Zudem bleiben die Türen des Rathauses für den Publikumsverkehr zu. Die Mitarbeiter seien aber dennoch größtenteils vor Ort. Und auch die Bearbeitung drängender Anfragen und Anträge soll fortgeführt werden. Allerdings vorrangig ohne direkten Kontakt. „Unten ist ein Telefon mit den Rufnummern für die einzelnen Ämter“, sagt Koch. Je nach Anliegen würde dann entschieden, ob eine telefonische Klärung ausreicht oder die Bürger in Ausnahmefällen das Haus betreten dürfen.

Bibliothek packt Tüten zum Abholen

Auch die Türen der Hanse-Bibliothek bleiben vorerst verschlossen. „Das Abgabedatum aller Medien wird automatisch verlängert, bis wir wieder öffnen können“, versichert eine Mitarbeiterin. Wer sich während der Schließung dennoch ein Buch ausleihen möchte, sollte seinen Bibliotheksausweis zusammen mit dem gewünschten Buchtitel in einem Umschlag in den Briefkasten werfen. Jeden Montag, Dienstag und Donnerstag können dann die gepackten Tüten, die mit Namen versehen sind, jeweils zwischen 14 und 16  Uhr vom Flur abgeholt werden. Über die sogenannte Onleihe könnten zudem jederzeit elektronische Medien ausgeliehen werden.

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Für die Kita- und Schulkinder gibt es ab heute in allen städtischen Einrichtungen eine Notfallbetreuung. „Diese kann jedoch nur bei dringendem Bedarf in Anspruch genommen werden, wenn beide Elternteile oder Alleinerziehende in systemrelevanten Berufsgruppen wie beispielsweise bei der Polizei, Feuerwehr, in Behörden und medizinischen Einrichtungen arbeiten. Sie müssen dafür eine Selbsterklärung ausfüllen und beim Träger der jeweiligen Einrichtung einreichen“, erklärt der Demminer Ordnungsamtsleiter Jörg Küthe die Vorgehensweise.

Amt Jarmen macht auch Gemeinschaftsräume in Dörfern dicht

Auch im Amtsbereich Jarmen-Tutow steht das öffentliche Leben bis auf Weiteres still. Denn im Rathaus der Peenestadt ist Montagnachmittag in Absprache mit dem Amtsvorsteher Frank Karstädt entschieden worden, kommunale Einrichtungen wie Bibliotheken, Gemeinde- und Gemeinschaftshäuser bis auf Widerruf zu schließen, sprich, dort keinerlei Veranstaltungen mehr zuzulassen. Das erklärte der Vizebürgermeister, Haupt- und Ordnungsamtsleiter Rainer Hardt. Diese Maßgabe betreffe also neben Jarmen auch sämtliche Dörfer, unter anderem das Gemeindezentrum „Weiße Schule“ in Tutow.

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„Es hat ja sonst keinen Sinn, wenn nicht alle mitmachen“, sagte er mit Blick auf die Bestrebungen, die Verbreitung des Coronavirus wenn schon nicht zu verhindern, dann doch wenigstens zu verzögern. Damit einhergehend seien alle Bürgermeister aufgefordert, öffentliche Veranstaltungen zu streichen. Außer sie seien aus ganz wichtigen Gründen unabdingbar. Das schließe Sitzungen von Stadt- und Gemeindevertretungen samt deren Ausschüssen ebenso mit ein wie Vereinsrunden.

Zahlungsverkehr nur noch bargeldlos

Das Rathaus selbst bleibt ab sofort ebenfalls für jeglichen Publikumsverkehr geschlossen. Wobei die Verwaltung dort weiter arbeitet, dementsprechend können die Leute auf elektronischem oder telefonischem Weg Kontakt zu den Angestellten aufnehmen. „Nur in Ausnahmefällen ist eine Terminvereinbarung möglich“, sagte Hardt. Der Zahlungsverkehr indes läuft ausschließlich nur noch bargeldlos, so die Ansage.

 

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