ABRISS

Auch Demminer Bahnwärterhäuschen bald verschwunden

Nachdem in Demmin die Seelenbinder-Halle abgerissen wurde, stehen auch vom Bahnwärterhäuschen in der Jarmener Straße nur noch Reste. Es soll aber samt handbetriebener Schranke wieder aufgebaut werden.
Von dem Bahnwärterhäuschen in der Jarmener Straße standen am Dienstagvormittag nur noch die Grundmauern.
Von dem Bahnwärterhäuschen in der Jarmener Straße standen am Dienstagvormittag nur noch die Grundmauern. Kai Horstmann
Thomas Ziesche hat allerlei historische Dinge aus dem alten Bahnhäuschen gerettet.
Thomas Ziesche hat allerlei historische Dinge aus dem alten Bahnhäuschen gerettet. Kai Horstmann
Demmin.

Die Abrissarbeiten in der Jarmener Straße in Demmin sind schon weit fortgeschritten. Von der 150 Jahre alten Werner-Seelenbinder-Halle ist so gut wie nichts mehr zu sehen. Statt eines historischen Gebäudes wird in naher Zukunft ein Kreisverkehr nach den Plänen der Deutschen Bahn zu sehen sein. Auch von dem Bahnwärterhäuschen, das um 1926 gebaut wurde, war am Mittwoch fast nichts mehr zu sehen. Dagegen ist die Schrankenanlage noch weitgehend vorhanden.

Mit dem Abbau verschwindet ein Stück Eisenbahngeschichte aus der Jarmener Straße, aber nur zeitweise aus Demmin. „Wir werden das Bahnhäuschen originalgetreu mit seinen Schranken in Demmin wieder aufbauen. Wir wissen aber noch nicht wo, nur dass es ein Platz in der Nähe von Gleisen sein soll“, sagt Thomas Ziesche, Bereichsleiter von den Demminer Stadtwerken und verantwortlich für den Ab- und Wiederaufbau des Bahnüberganges.

Alte Fotos vom Wärterhäuschen gesucht

Den Auftrag für den Abbau und den Wiederaufbau bekam das Unternehmen vom Demminer Heimatverein. So wurden am Montag, in Absprache mit dem Bürgermeister und der Bahn, viele Einzelteile im und um das Bahnwärterhäuschen gesichert, wie die Klingelanlage und die gesamte Technik. Im Dachboden des Häuschens fand man sogar richtig alte Stücke wie ein Gesangsbuch aus dem Jahr 1931, eine Zeitungsseite aus dem August 1968 und eine Eisenbahnerjacke aus den 50er Jahren, die noch recht gut erhalten ist. „Leider handelt es sich bei dem Wärterhäuschen nicht um einen Fachwerkbau, den wir anhand der Balkenkonstruktion wieder aufbauen können. Deshalb wurde alles fotografiert und vermessen. Fachlich steht uns der Dachdecker Eckerhard Köppen zur Seite, sodass wir auch das Dach wieder originalgetreu aufbauen können“, erklärt Thomas Ziesche.

Während die Steine für den Wiederaufbau nicht mehr verwendet werden, sollen aber die restlichen Bauteile möglichst wieder genutzt werden. Diese und andere Gegenstände vom Bahnübergang Jarmener Straße werden zunächst bei den Stadtwerken zwischengelagert. Aber in Sachen Originalaufbau gibt es noch ein Problem. „Wir vermuten, dass das Ziegeldach leider nicht die ursprüngliche Dachbedeckung war. Deshalb suchen wir alte Bilder von dem Bahnwärterhäuschen, um das ursprüngliche Dach wieder herzustellen“, betont Thomas Ziesche. „Zudem würden wir uns freuen, wenn jemand noch alte Gegenstände von der Bahn hat, die würden wir nach dem Wiederaufbau ausstellen. Das können zum Beispiel auch alte Fahrkarten sein.“

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