Zurzeit laufen Gespräche zwischen dem Kreiskrankenhaus und der Augenklinik über neue Verträge.
Zurzeit laufen Gespräche zwischen dem Kreiskrankenhaus und der Augenklinik über neue Verträge. Danilo Vitense
Augenklinik

Augen-OPs bald nur noch in Greifswald?

Quasi per Untermietvertrag hatte sich am Demminer Krankenhaus eine Abteilung für Augenheilkunde etabliert. Doch nun wurden die Verträge gekündigt – es geht ums Geld.
Demmin

Im Kreiskrankenhaus in Demmin macht momentan ein Gerücht die Runde. Demnach sollen in der Augenklinik ab dem kommenden Jahr bestimmte Behandlungen nicht mehr angeboten werden. Das hat eine besorgte Demminerin dem Nordkurier berichtet. „Ich befinde mich momentan in der Augenklinik in Behandlung. Seit rund einem Jahr verabreichen mir die Ärzte Spritzen ins Auge, in einem Rhythmus von vier bis fünf Wochen“, sagt sie. In Ausnahmefällen, etwa bei Urlaub oder Krankheit, erfolge die Behandlung in Greifswald. „Nun wird gemunkelt, dass diese Behandlung abJanuar 2020 nur noch in Greifswald angeboten werden soll“, berichtete die 83-Jährige.

In der Abteilung für Augenheilkunde des Demminer Krankenhauses werden Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern versorgt. In Betreuung befinden sich nach Angaben von Dr. Mato Nawka unter anderem Patienten mit chronischen Erkrankungen. Nawka ist ein sogenannter Belegarzt. Seine Patienten betreut er als niedergelassener Medizinier in einer Praxis, kann aber über einen Vertrag mit dem Demminer Kreiskrankenhaus auch dort Betten belegen beziehungsweise die Ressourcen der dortigen Klinik nutzen – auch für Operationen. Die Patienten kommen aber auch für reine Kontrolluntersuchungen in die Klinik.

Warum Vertrag gekündigt wurde, ist unklar

Laut Dr. Mato Nawka wird sich die Situation in der Demminer Augenklinik im nächsten Jahr tatsächlich verändern. „Das Kreiskrankenhaus hat den Vertrag für das ambulante Operieren gekündigt. Dazu gehört auch die Behandlung durch Injektionen“, sagte er. Über den Grund für die Vertragskündigung wollte er keine Angaben machen.

Anders sieht es da bei Kai Firneisen, dem Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Demmin, aus. „Wir sind uns darüber bewusst, dass ambulante Operationen eine hohe Wichtigkeit haben. Wir wollen in keinem Fall eine Verschlechterung der Zustände verursachen“, betonte er und fügte hinzu, dass die vorläufige Vertragskündigung wirtschaftliche Gründe habe. Firneisen zufolge laufen derzeit Gespräche zwischen dem Kreiskrankenhaus und der privaten Augenklinik über eine Neugestaltung der Verträge. „Wir halten die Kapazitäten weiter offen und würden es sehr begrüßen, wenn es zu einer Einigung kommt“, hieß es dazu von Dr. Mato Nawka.

„Wir empfehlen Leuten, sich für ambulante Operationen in die Greifswalder Klinik zu begeben“, ergänzte er. Dort unterhält die Ärztegemeinschaft, zu der Nawka gehört, ihren Hauptstandort. Injektionen und Operationen würden ab Januar 2020 dort angeboten. Die Praxis in Demmin bleibe aber bestehen, und die Kontrolluntersuchungen würden weiterhin angeboten, so der Mediziner.

Der Demmin-Überblick per Mail

Was gibt's Neues im Demminer Land? Unsere Reporter fassen wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Geschichten für Sie in unserem kostenlosen Newsletter zusammen. Jetzt schnell anmelden!

zur Homepage