:

Aus dem Hahn fließen Eisen und Mangan

Was durch die Wasserleitungen fließt, sollte sauer sein. Im Bereich des Lindenberger Wasserwerkes kam es jetzt zu Problemen ähnlich denen früher in Demmin.
Was durch die Wasserleitungen fließt, sollte sauer sein. Im Bereich des Lindenberger Wasserwerkes kam es jetzt zu Problemen ähnlich denen früher in Demmin.
Georg Wagner

Wenn das Wasser schon braun aus der Leitung kommt, kann einem der Appetit auf Kaffee vergehen. Zudem leiden auch die Waschmaschinen. Das erlebten die Bürger im Bereich Hohenbollentin. Woran lag es?

Die Lage hat sich etwas beruhigt, die Qualität des Trinkwassers wieder verbessert in und um Hohenbollentin. Fast drei Wochen lang aber fragten sich die Bürger beim Öffnen des Hahnes, was wohl aus der Leitung fließen würde. Mitunter war es nichts anderes als eine braune Brühe. Denn das Wasser in einigen an das Wasserwerk Lindenberg angeschlossenen Dörfern war mit einem Gemisch aus Eisen und Mangan verschmutzt, wie es vor einigen Jahren auch in Demmin der Fall war.

Woher das im Bereich Hohenbollentin kam, das steht bis heute nicht wirklich fest. Hohenbollentins Bürgermeister Hans Schommer aber glaubt, eine mögliche Ursache ausfindig gemacht zu haben.Als vor rund 15 Jahren die Dorfstraße erneuert wurde, habe sich die Wassergesellschaft GKU standhaft dem Wunsch der Gemeindevertretung nach neuen Wasserleitungen versetzt. So seien die alten Asbest- und Gussrohrleitungen geblieben, ärgert er sich. „Seither hatten wir mindestens fünfzehn Rohrbrüche im und beim Dorf. Gut zwei Drittel davon unter der Schwarzdecke der neuen Asphaltstraße, wo der Flickenteppich Jahr um Jahr wächst.“ Jeden Sommer und nach jedem Rohrbruch habe man nun die Schmutzbrühe; Geschirrspüler, Waschmaschinen und Toilettenspülungen würden dadurch außer Gefecht gesetzt, meint Schommer. Zudem könnte aus den jetzigen Leitungen kein Löschwasser entnommen werden.

Letzteres ist allerdings auch nicht Sinn der Sache, sagt der Demminer GKU-Betriebsleiter Klaus Ehlert, der nicht zum ersten Mal mit dieser Frage konfrontiert wird. Es gebe eine klare Linie des Zweckverbandvorstandes, dass die GKU im ländlichen Raum kein Löschwasser liefere. Die dortigen Hydranten seien  nur zum Spülen der Leitungen vorgesehen, und die sind in Hohenbollentin laut Ehlert noch nicht überaltert. „Gussleitungen halten 80 Jahre, die schmeißen wir nicht weg.“ Das Problem mit der für Menschen ungefährlichen, allerdings auch nicht schönen Eisen-Mangan-Belastung rührt seiner Ansicht nach aus einer anderen Quelle. Nur aus welcher? Um das herauszufinden und abzustellen, hat die GKU laut Ehlert bereits Untersuchungen und technische Veränderungen vorgenommen. „Wir gehen die gesamte Technik von A bis Z durch. Das geht aber nicht von einem Tag auf den anderen.“ Zudem müsse man Schritt für Schritt vorgehen, um die Ursache zu finden.

Das Gesundheitsamt hat inzwischen laut Bürgermeister Schommer das Wasser für unbedenklich erklärt. Er kündigte an, den Hohenbollentiner Haushalten per Gemeindebrief Entwarnung zu geben. Die grundsätzlichen Probleme mit den Leitungen aber, so Schommer, blieben weiter bestehen.