Konfetti-Protest : Schon im letzten Jahr haben die Gegner des Neonazi-Aufmarsches am 8. Mai in Demmin bunt demonstriert.
Konfetti-Protest : Schon im letzten Jahr haben die Gegner des Neonazi-Aufmarsches am 8. Mai in Demmin bunt demonstriert. Georg Wagner
Luftballons für ein buntes Demmin für alle: So sah im letzten Jahr der Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch am 8. Mai in Demmin aus.
Luftballons für ein buntes Demmin für alle: So sah im letzten Jahr der Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch am 8. Mai in Demmin aus. Denny Kleindienst
Gundula Meyer vom Aktionsbündnis 8. Mai.
Gundula Meyer vom Aktionsbündnis 8. Mai. Denny Kleindienst
„Rechts gegen Rechts“

Trauermarsch am 8. Mai in Demmin soll Spendenlauf werden

Am 8. Mai werden wieder Rechtsextreme durch Demmin marschieren. Ein Aktionsbündnis will mit „Rechts gegen Rechts“ aus dem Trauermarsch einen Spendenlauf machen. Auch ein Friedensfest ist am "Tag der Befreiung" geplant.
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Demmin

„Rechts gegen Rechts“ heißt die Aktion, die als kreativer Gegenprotest schon bei zahlreichen rechten Aufmärschen angewendet wurde. Das „Aktionsbündnis 8. Mai“ greift die Idee nun auf. Die Idee dabei ist, den sogenannten Trauermarsch in Demmin in einen unfreiwilligen Spendenlauf umzudeuten.

Pro Kilometer Spenden gegen Rechts

Für jeden gelaufenen Kilometer sollen dann Spenden an „Exit“ – ein Aussteigerprogramm für Rechtsextreme – und an die Geflüchtetenarbeit des interkulturellen Cafés 3K in Demmin gehen. „Wenn wir sie schon nicht davon abhalten können, können wir sie aber wenigstens für etwas Sinnvolles laufenlassen, zum Beispiel gegen sich selbst“, heißt es in einer Ankündigung für die Aktion.

„Möglicherweise gibt es Leute, die sagen: Wir lassen uns nicht veräppeln“, sagt Gundula Meyer vom Aktionsbündnis. Wenn deshalb 50 Leute weniger am Trauermarsch teilnehmen sollten, „dann ist uns das noch lieber.“ Gegen die, die trotzdem kommen, will das Aktionsbündnis auch in diesem Jahr auf die Straße gehen.

Der unfreiwillige Spendenlauf ist laut Gundula Meyer schon auch dafür da, „Humor reinzubringen“. Ihr geht es nicht allein ums Dagegensein. „Es ist der Tag der Befreiung“, betont Gundula Meyer. Sie habe in den vergangenen Jahren am 8. Mai in Demmin schon beobachtet, dass die Polizei nicht mehr so konfrontativ aufgetreten ist. „Letztes Jahr habe ich festgestellt, dass beim Friedensfest mehr Demminer dabei sind.“ Eine Entwicklung, die sie freut und die sie anschieben möchte.

Unternehmer als Sponsoren gesucht

Das Aktionsbündnis will nun auch Unternehmer in Demmin ansprechen. Die, so Gundula Meyer, die genervt sind vom ganzen Polizeiaufgebot an diesem Tag, von dem Trubel, der schlecht fürs Geschäft ist. Sie sollen als Spender gewonnen werden für den unfreiwilligen Spendenlauf. Gern unter Nennung ihres Namens, bei Bedarf auch anonym. Das Geld sammelt der Demminer Bürgerverein schon vor dem 8. Mai. Ziel ist es, den Rechtsradikalen noch vor Ort mitzuteilen: So viele Euro pro Meter habt ihr durchs Laufen „gesammelt“.

In anderen Städten kamen für diese Aktion meist Spenden im 1000-Euro-Bereich zusammen, standen an der Strecke Banner mit der Aufschrift „Marschieren und spendieren“ oder „Endspurt statt Endsieg“, oder es gab eine Start- und Ziel-Markierung auf der Straße. Ein Friedensfest am Demminer Hafen sowie den Stadtspaziergang soll es derweil auch wieder geben. Die Vorbereitungen laufen.

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