NACH GROßBRAND

▶ Backhaus schließt Wiederaufbau in Alt Tellin aus

Begleitet von Protesten hat der MV-Landwirtschaftsminister am Freitag die abgebrannte Schweinezuchtanlage Alt Tellin besucht – und grundlegende Veränderungen angekündigt.
Nach der Besichtigung der Brandruine sagte MV-Agrarminister Till Backhaus, dass es eine Großanlage wie die Schweinezucht
Nach der Besichtigung der Brandruine sagte MV-Agrarminister Till Backhaus, dass es eine Großanlage wie die Schweinezucht Alt Tellin nicht wieder geben werde. Christine Gerhard
Greenpeace-Aktivisten hatten vor dem Backhaus-Besuch den Wachschutz umgangen und große Protest-Banner an Silos der abgebrannten Schweinezucht Alt Tellin angebracht.
Greenpeace-Aktivisten hatten vor dem Backhaus-Besuch den Wachschutz umgangen und große Protest-Banner an Silos der abgebrannten Schweinezucht Alt Tellin angebracht. Kai Horstmann
Die Katastrophe in Alt Tellin habe bewiesen, dass die Tiere in einer derart großen Anlage im Ernstfall nicht gerettet we
Die Katastrophe in Alt Tellin habe bewiesen, dass die Tiere in einer derart großen Anlage im Ernstfall nicht gerettet werden können, so Till Backhaus. Stefan Hoeft
An vorderster Front protestierte auch Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landestierschutzbunds und des Demminer Tierschutzvereins (Mitte), die am Brandtag das Elend der Alt Telliner Schweine aus nächster Nähe miterlebt hatte.
An vorderster Front protestierte auch Kerstin Lenz, Vorsitzende des Landestierschutzbunds und des Demminer Tierschutzvereins (Mitte), die am Brandtag das Elend der Alt Telliner Schweine aus nächster Nähe miterlebt hatte. Kai Horstmann
Die Demonstranten ließen Backhaus vor dem Tor der Anlage kaum ausreden.
Die Demonstranten ließen Backhaus vor dem Tor der Anlage kaum ausreden. Kai Horstmann
Alt Tellin ·

Nach der Besichtigung der Brandruinen der Schweinezucht Alt Tellin hat MV-Landwirtschaftsminster Till Backhaus einen Wiederaufbau der am 30. März abgebrannten Anlage ausgeschlossen. Wörtlich sagte der SPD-Politiker: „Diese Anlage gehört der Vergangenheit an, die wird es nicht wieder geben.” Er wolle sich dafür einsetzen, dass künftig die Zustimmung der jeweiligen Kommune notwendig wird, bevor solche Anlagen gebaut werden. Die Landesbauordnung müsse in dieser Hinsicht geändert werden, weil in Alt Tellin bewiesen wurde, dass es in dieser Anlage nicht möglich war, die Schweine vor dem Feuer zu retten.

Mehr lesen: Greenpeace findet Dioxine in Brandresten von Alt Tellin

[Video]

Im Vorfeld hatte bereits Alt Tellins Bürgermeister Frank Karstädt (CDU) gesagt, an dem Standort solle eine kleinere, tierwohlgerechtere Anlage aufgebaut werden. Für eine solche Anlage hätte die Gemeinde – im Gegensatz zu früher – ein Mitspracherecht. Denn dafür müsse es auch einen Bebauungsplan geben, und diesem würde die Gemeinde nur zustimmen, wenn es in ihrem Interesse sei. Von immer mehr Seiten hatte es seit der Katastrophe Forderungen gegeben, einen unveränderten Wierderaufbau nicht zuzulassen.

Backhaus erntet Kritik von Demonstranten

Vor der Anlage demonstrierten unter anderem Linke, Grüne und Tierschützer gegen Massentiertierhaltung und warfen dem Minister vor, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Schließlich sei Backhaus als langjähriger Landwirtschaftsminister mit dafür verantwortlich, dass solche Riesen-Tierhaltungsanlagen wie in Alt Tellin in MV möglich sind. Sie spielten Audioaufnahmen von schreienden Schweinen ab, als Backhaus vor das Tor trat, und ließen ihn kaum ausreden.

Lesen Sie alle Beiträge über die Katastrophe auf unserer Themenseite: Brand in Alt Tellin

Backhaus machte sich nach der Besichtigung des Brandorts auf den Weg in die Bauernstube des Jarmener Ortsteiles Neu Plötz, um dort – ohne Öffentlichkeit – mit Gemeindevertretern über Lösungen zu beraten. Man wolle „ganz neue Wege gehen“, hatte Backhaus in Schwerin erklärt und eine Modellanlage als „Stall 4.0“ ins Gespräch gebracht. Dort sollten nur „zwei Großvieheinheiten je Hektar Stallung“ nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gehalten werden. In einem Beirat sollten die Gemeinden, der Kreis und Umwelt- und Tierschutzverbände mitarbeiten.

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Kommentare (4)

Ich denke , solche Zusammenkünfte mit mehreren Personen aus mehreren Haushalten sind laut Corona Verordnung verboten?

Ich meine das Treffen in der Bauernstube.

der verliert. Der Ehrliche ist der Dumme. Hast du das noch nicht gemerkt?

Illegale Zusammenrottung auf engstem Raum....was solls , die Dummen aus Schwerin haben eben mehr Grundrechte, als Otto Steuerzahler.