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Bedürftige müssen mehr Geld bei der Tafel ausgeben

Holger Müller (vorn) und Edgar Völsch sortieren die Lebensmittel für die Tafelausgabe ein. Obst und Gemüse kommt zumeist aus der Region. Foto: Gudrun Herzberg
Holger Müller (vorn) und Edgar Völsch sortieren die Lebensmittel für die Tafelausgabe ein. Obst und Gemüse kommt zumeist aus der Region. Foto: Gudrun Herzberg
Gudrun Herzberg

Rund 360 Familie in der Demminer Region sind auf die Hilfe der Demminer Tafel angewiesen. Die kann die Lebensmittel aber nicht kostenlos abgeben, sondern fordert einen kleinen Obolus. Der wird nun am November noch einmal erhöht.

Nicht ganz kostenlos werden die Lebensmittel bei der Demminer Tafel abgegeben. „Das ist auch in Ordnung so, wir wollen keine Almosen, können uns aber den Einkauf im Supermarkt oft nicht leisten“, meint eine Frau, die regelmäßig die Ausgabe bei der Demminer Tafel nutzt. Für zwei Euro pro Familie habe man hier jede Woche Obst und Gemüse, auch Joghurt oder Wurst bekommen. „Das können wir jetzt aber nicht mehr leisten. Mit Grimmen und Anklam arbeiten wir ohnehin auf der untersten Schwelle, andere Tafeln nehmen schon lange mehr Geld“, sagt Günter Kny vom Kreisdiakonischen Werk, das auch die Demminer Tafel betreibt. „Wir müssen schwarze Zahlen schreiben, es geht hier nicht darum, Gewinn zu machen. Aber unsere Fahrzeuge müssen repariert werden. Die Reparaturen fressen uns auf“, sagt Kny. Das koste viel Geld, zudem fahren die Demminer für Lebensmittel jede Woche nach Hamburg und Lüneburg, denn was in der Region abgegeben wird, reicht nicht aus.

„Wir wollen jetzt keine großen Summen, es soll ja für die Bedürftigen alles noch machbar sein“, meint Günter Kny. Ab 1. November werden somit für jeden Erwachsenen, der die Tafel nutzt, 1,50 Euro fällig, für jedes Kind 50 Cent. Dafür werde aber auch sehr viel an Lebensmitteln abgegeben, so Kny. Brot, Gemüse und Obst kann die Demminer Tafel aus Supermärkten in der Hansestadt bekommen. „Manchmal bekommen wir auch Milchprodukte, selten Wurst. Die Besucher der Tafel fragen aber auch nach Aufstrich fürs Brot oder Brötchen“, sagt Manuela Leistikow, Mitarbeiterin der Demminer Tafel. Zum Monatsanfang würden nicht so viele Familien zur Tafel kommen, da sei noch Geld da, aber zum Monatsende habe die Tafel oft nicht genug Lebensmittel, um alle Bedürftigen zu versorgen. Darum fahren die Mitarbeiter schon zu den Tafeln nach Hamburg und Lüneburg. In Demmin gibt es 210 bedürftige Familien, in Loitz 25, in Tutow 30, Beggerow 40, Lindenhof 15, Schönfeld 16 und Jarmen 25 Familien. Einmal in der Woche werden die Waren ausgegeben.