NEUE HÜHNERFARM

Bei Demmin sollen bald fast 15.000 Hennen Bio-Eier legen

Die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof wird bei Demmin eine weitere Legehennenanlage bauen. Allerdings stand der Investor schon mehrfach in der Kritik.
Auf dem Standort der ehemaligen Rinderställe in Siedenbrünzow-Ausbau soll eine neue Legehennenanlage für 14.990
Auf dem Standort der ehemaligen Rinderställe in Siedenbrünzow-Ausbau soll eine neue Legehennenanlage für 14.990 Tiere entstehen. Die Eier-Produktion wird voraussichtlich 2020 starten. Tobias Holtz/ © olhastock - stock.adobe.com
Siedenbrünzow.

Wo früher am Rande von Siedenbrünzow-Ausbau Rinder gehalten wurden, sollen im nächsten Jahr gleich mehrere Tausend Hennen Eier legen – alles Bio versteht sich. „Wir wollen dafür die beiden schon vorhandenen ehemaligen Ställe der Bruhnshof GmbH & Co. KG umbauen und durch ein drittes Gebäude ergänzen. Die gesamte Anlage, zu der auch eine Packhalle, ein Futterhaus und ein Kotlager gehören werden, bietet dann Platz für 14.990 Hühner“, erklärte Friedrich Behrens von der Geschäftsführung der Erzeugergemeinschaft (EZG) Fürstenhof den Gemeindevertretern am Dienstag das geplante Vorhaben.

Diese maximale Tierzahl hat die EZG, der in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mittlerweile über 20 ökologisch wirtschaftende Betriebe angehören, bewusst gewählt. Denn damit liegt die Kapazität unter der „magischen“ Grenze von 15.000 Tieren, ab der nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eine zusätzliche Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich wäre.

Gemeindevertreter stimmen Bau mehrheitlich zu

Aber ist bei so vielen gackernden und kotenden Legehennen nicht trotzdem mit einer erhöhten Geruchs- und Lärmbelästigung für die Anwohner zu rechnen? „Aufgrund der baulichen Beschaffenheit der Ställe und der von uns eingesetzten Klimatisierungstechnik können wir das ausschließen“, wusste Behrens die Gemeindevertretung zu beruhigen, die daraufhin mehrheitlich ihr Einverständnis für den Bau gab.

In der neuen Anlage werden die Tiere künftig in einer Kombination aus Volieren-, Boden- und Freilandhaltung gehalten. Neben einer etwa sieben Hektar großen Auslauffläche, soll es für die Hennen an beiden Seiten der Ställe überdachte Wintergärten geben. Im Innern stünden ihnen ausreichend Nest- und Ruheplätze sowie Sitzstangen und Scharräume zur Verfügung. „Wir legen sehr großen Wert darauf, dass es den Tieren gut geht. Deshalb bekommen sie auch bestes Bio-Futter, das zum größten Teil auf unseren eigenen Flächen angebaut wird“, betonte Behrens.

25 000 Euro Strafe für deutlich zu viele Tiere

Auch wenn das alles zunächst nach einem echten Paradies für Geflügel klingt, geriet die Erzeugergemeinschaft in der Vergangenheit wegen vermeintlicher Verstöße gegen die Öko-Verordnung und geltende Auflagen schon mehrfach in Kritik. So war 2013 durch einen Hinweis von Einwohnern bekannt geworden, dass auf einer Hühnerfarm in Volkenshagen bei Rostock deutlich mehr als die genehmigten 15 000 Tiere gehalten wurden. Eine Überprüfung seitens der kreislichen Behörden bestätigte letztlich eine Überbelegung von 9000 Hennen. Zudem seien die Auslaufflächen der Legehennen zu gering gewesen. Die vorgeschriebene Flächenmaßgabe sei zwischen 10 und 30 Prozent unterschritten worden, hieß es in der Begründung der Staatsanwaltschaft.

Als der Nordkurier Friedrich Behrens in dieser Woche erneut mit den damaligen Vorwürfen konfrontierte, stellte er die Situation im Nachhinein etwas anders dar. „Es war den Behörden bekannt, dass wir übergangsweise mehr Tiere in der Anlage unterbringen mussten. Zu Problemen bei der Haltung kam es deswegen aber nicht, da genügend Platz vorhanden war“, rechtfertigt sich der Unternehmer. Dennoch kam die EZG damals nicht drum herum, 25.000 Euro Strafe zu zahlen.

Von Verband Biopark ausgeschlossen

2016 gab es dann Probleme mit der obersten Ökoaufsicht in Mecklenburg-Vorpommern, weil die Tiere in einigen Hühnerfarmen – darunter auch die von der Erdegut GmbH betriebene in Siedenbrünzow – zu wenig Gras im Freiland gehabt hätten. Der Boden sei an vielen Stellen kahl und ungeschützt. Dabei müssten Freiflächen zu mindestens 50  Prozent von Grün bedeckt sein. Die Erzeugergemeinschaft versicherte damals, die Hühnerausläufe optimieren zu wollen, um die Auflagen erfüllen zu können.

Aber nur ein Jahr später folgte dann der nächste Tiefschlag. Nach unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten und angeblichen Verstößen gegen Futterstandards schloss der Biopark den Bio-Eier-Vermarkter Fürstenhof kurzerhand aus seinem Verband aus. Inzwischen gehören die Fürstenhof-Farmen zur Biohof-Initiative Bad Honnef.

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Kommentare (1)

sind diese Bio-Kontrolleure nur tagsüber unterwegs. Dann wird eben nach Sonnenuntergang entsprechend nachgeholfen. Der dumme Deutsche wird's schon kaufen.