In Jarmen haben einige Vogelnester sogar sozusagen Licht vor der Haustür.
In Jarmen haben einige Vogelnester sogar sozusagen Licht vor der Haustür. Stefan Hoeft
Die ehemalige Ortsdurchfahrt der B110 in Jarmen ist fast komplett umgestaltet und die Fahrbahn saniert worden. Doch bei der An
Die ehemalige Ortsdurchfahrt der B110 in Jarmen ist fast komplett umgestaltet und die Fahrbahn saniert worden. Doch bei der Anordnung der Alleebäume und Straßenlaternen wurden an so einigen Stellen die zweckmäßigen Abstände deutlich unterlaufen. Stefan Hoeft
Dieses Frühjahrsfoto mit Laub an den Zweigen verdeutlicht das Problem noch besser als die momentane Jahreszeit. Und damal
Dieses Frühjahrsfoto mit Laub an den Zweigen verdeutlicht das Problem noch besser als die momentane Jahreszeit. Und damals waren die Bäume sogar noch vier Jahre jünger. Stefan Hoeft
Auch in der Lindenstraße scheint an zwei Stellen der Abstand zwischen Natur und Technik zu eng bemessen.
Auch in der Lindenstraße scheint an zwei Stellen der Abstand zwischen Natur und Technik zu eng bemessen. Stefan Hoeft
Bedenken ignoriert

Beleuchtete Vogelnester – Bau-Sünden holen Jarmen ein

Dass Jarmen mit beleuchteten Vogelnestern aufwarten kann, ist eher ungewollt und somit Anlass für Spott. Grund sind auch Eigenarten bei den Planungen für Straßensanierungen.
Jarmen

Auch in Jarmen kollidierten bei den umfangreichen Straßen- und Wegesanierungen seit der Wende manchmal Theorie und Praxis miteinander – beziehungsweise stellten sich einige Dinge im Nachhinein als schlecht überlegt oder umgesetzt heraus. Das reichte von offenen Abflussrinnen quer über die Bürgersteige der Altstadt, die als Stolperfalle von sich reden machten, über Parknischen-Längen für eineinhalb Autos und mit Natursteinen gepflasterte holprige Straßenübergänge, die Rollatoren-Nutzern und Rollstuhlfahrern das Leben erschweren, bis hin zu Straßenlampen, deren Standort alles andere als einleuchtet. Jedenfalls, wenn die Grünplanung mit einbezogen wird.

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Gerade letzteres sorgt nach wie vor für einigen Ärger und Spott, kam deshalb gerade erst wieder in der Stadtvertretung zur Sprache. Zum einen, weil die Probleme im Laufe der Zeit durch den Fortgang der Natur buchstäblich Zuwachs erhalten haben. Zum anderen auch, weil sie in der dunklen Jahreszeit dadurch besonders auffallen, dass das Licht weit über die weniger belebten Nachtstunden hinaus angeschaltet ist. Denn da zeigt sich gerade entlang der Ortsdurchfahrt im Abschnitt der Demminer Straße von den städtischen Grünanlagen bis kurz vor die Regionalschule eine ungewöhnliche Konkurrenz zwischen den neuen Straßenbäumen und den Straßenlaternen. Beide wurden nämlich so eng beieinander postiert, dass teilweise nur rund ein Meter Abstand existiert und sie sich deshalb oben herum immer mehr ins Gehege kommen beziehungsweise miteinander eins werden.

Bedenken bestanden schon zur Zeit der Planung

An so einigen Stellen ragt das Geäst bis an den Lampenkopf heran oder „umarmt“ ihn sogar schon teilweise. Selbst wenn das Holz mit Direktberührung weggeschnitten wird, schiebt sich bald neues nach. Sodass erstens viel weniger Licht unten auf der Fahrbahn und dem Bürgersteig angelangt als erforderlich, ganz besonders wenn die Zweige belaubt sind. Und zweitens müssen die etwaigen tierischen Bewohner des Gehölzes mit einer Dauerbeleuchtung zu nachtschlafender Zeit leben. Es dürfte also in Jarmen so einige Vogelnester mit einer eigenen Laterne vor der Haustür geben.

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„Dass wir gewisse Probleme mit der Straßenbeleuchtung in Jarmen haben, ist leider offensichtlich“, räumte Bauamtsleiterin Karina Bodemann ein, die dieses Malheur sozusagen geerbt hat. Aber Stadtvertretervorsteher Fred Wegner erinnerte daran, dass entsprechende Befürchtungen bereits bei der Planung angesprochen worden waren. Die inzwischen teils zehn Jahre und länger zurück liegt. Anscheinend wurden die beiseite gewischt, weil es bei der normgerechten Verteilung der Lampen ebenso bestimmte Anforderungen zu erfüllen galt wie bei der Zahl der Baumpflanzungen, der Platz für beides aber eigentlich zu rar war. Auf diese Weise indes wurden die Probleme auf später verschoben – ins Heute.

Hilfe von Baum-Experten nötig

„Da muss eine praktikable Lösung gefunden werden“, mahnte Wegner an. Wohl wissend, dass damit weder ein Fällen noch ein Umsetzen von Masten gemeint sein dürfte. Wobei der Kommune nun zu Pass geraten könne, dass die einst kleinen Gehölz-Exemplare inzwischen einige Meter nach oben zugelegt haben und damit etwas mehr Spielraum für den Einsatz einer Säge bieten. „Wir sollten versuchen, die Bäume von unten aufzuasten“, schlug der Vorsitzende der Abgeordnetenrunde vor. „Ich denke, eine andere Lösung wird sich nicht finden lassen.“

Eine Offerte, die der neue Bürgermeister André Werner aufnahm. Zumal bei den Alleen im Stadtgebiet ohnehin eine regelmäßige Baumpflege nötig ist. Gerade für diesen speziellen Auftrag um die Lampen herum wolle er aber nicht den eigenen Bauhof in die Verantwortung nehmen. Hier müsse eine Beratung mit Baumschnitt-Experten stattfinden und dann wenn nötig auch entsprechend Geld für die fachgerechte Umsetzung ausgegeben werden.

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