Maulwurf Buddelflink begrüßt Besucher auf dem Firmengelände der MTS Meliorations-, Tief- und Straßenbau
Maulwurf Buddelflink begrüßt Besucher auf dem Firmengelände der MTS Meliorations-, Tief- und Straßenbau GmbH Demmin. Das Unternehmen ist auf Rohrleitungsbau, Horizontalbohrungen und Wasserbau spezialisiert. Anke Krey
Guter Start ins Berufsleben: Ben Rose ist Azubi im dritten Lehrjahr bei der MTS Meliorations-, Tief- und Straßenbau GmbH
Guter Start ins Berufsleben: Ben Rose ist Azubi im dritten Lehrjahr bei der MTS Meliorations-, Tief- und Straßenbau GmbH in Demmin – und er ist mit seiner Entscheidung für Beruf und Ausbildungsbetrieb sehr zufrieden. Anke Krey
Azubi gesucht

Beruf des Rohrleitungsbauers bietet Vielfalt und Anspruch

Rohrleitungsbauer bildet die MTS Meliorations-, Tief- und Straßenbau GmbH in Demmin aus. Wer gern mit großen Baumaschinen arbeitet, ist dort richtig.
Demmin

Mächtige Kabeltrassen, kilometerlange Biogasleitungen, umfangreiche Rohrsysteme für Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, sowie Wasserbau- und Renaturierungsprojekte – damit befasst sich das Team der MTS Meliorations-, Tief- und Straßenbau GmbH Demmin.

Das Unternehmen, entstanden 1991 aus der ehemaligen Meliorationsgenossenschaft, hat große Summen in moderne Technik investiert. Ob grabenloses Bauen mit Hilfe von Horizontalbohrgeräten oder „klassische“ Ortserschließung mit dem Bagger – die Rohrleitungsbauer haben gut zu tun. Im Büro von Geschäftsführer Klaus-Dieter Nicolai zeigen Stecknadeln auf einer großen Karte, dass sich Baustellen überall im Norden Deutschlands befinden. Auch in den südlichen Bundesländern sowie im Ausland hat MTS zufriedene Kunden.

Unternehmer sieht Schulsystem kritisch

Azubis sind Klaus-Dieter Nicolai wichtig. Doch bei den jungen Leuten für sein Unternehmen werben will er nicht. Generell ist er mit der gegenwärtigen Situation nicht zufrieden. Insbesondere das Schulsystem sieht er sehr kritisch: „Die Jugendlichen dürfen nicht mehr lernen, dass man was dafür tun muss, wenn man etwas erreichen will.“ Die Politik lasse es nicht mehr zu, reale Werte zu vermitteln. Es werde verlangt, geschönte Zahlen zu melden und lieber nicht auszusprechen, was man denkt. „Manchmal komme ich mir vor wie zu DDR-Zeiten“, so der Geschäftsführer: „Sind wir dafür ’89 auf die Straße gegangen?“

Die Zeit in der Schule müsse dazu genutzt werden, die Kinder aufs Leben vorzubereiten, fordert Klaus-Dieter Nicolai. Und dabei sieht er derzeit allerhand im Argen: „Der Realschüler weiß nicht, wie gut er ist. Der weiß nur, wie schlecht er ist. Denn das erfährt er jeden Tag im Unterricht.“ Doch nicht jeder kann Abitur machen. Und warum soll jemand, der nicht zum Studium geht, am Ende weniger wert sein?

Mitarbeiter vedienen über Tarif

Nicolai wünscht sich, dass die Wertigkeit eines normalen Berufs in der Gesellschaft wieder viel stärker anerkannt wird. „Das zeigt sich am Ende auch in der Brieftasche“, davon ist der Geschäftsführer überzeugt. „Unsere Mitarbeiter verdienen alle über Tarif. Sie leisten dafür auch viel.“

Wie aber bekommt man so ein tolles Team? „Ich erwarte Offenheit und Ehrlichkeit“, das ist ein zentraler Satz für Klaus-Dieter Nicolai. „Wir alle dürfen Fehler machen. Jeder von uns macht Fehler – aber man muss sie dann auch zugeben und darüber reden, wie man es besser machen kann.“ Das verlangt Nicolai auch vom Berufsnachwuchs. Denn in der Lehrzeit kann so manches schiefgehen, weiß der Geschäftsführer: „Wir haben derzeit drei Azubis. Die sind wirklich gut, jeder Vorarbeiter will sie auf seine Baustelle mitnehmen. Und trotzdem ist einer durch die Zwischenprüfung gefallen.“

Es ist nicht einfach, mit einer solchen Nachricht vor seinen Chef zu treten. „Wir haben dann einen Weg gesucht, und der Azubi hat Nachhilfe bekommen“, sagt Nicolai. „Motivation führt zum Erfolg, und erfolgreich sind wir nur im Team. Ich habe vor drei Jahren diese Firma gekauft, da waren wir 32 Mitarbeiter – heute sind es 64.“ Junge Leute, die mit zupacken wollen, sind da gern gesehen.

Was sie tun, müssen sie mit Überzeugung machen

Wer Azubi bei MTS werden möchte, der müsse vor allem eine positive Einstellung mitbringen. „Schulnoten interessieren mich nicht“, meint der Geschäftsführer. „Wer bei uns eine Lehre beginnen will, der muss nicht einmal eine Bewerbung schreiben. Die Jugendlichen können zum Gespräch zu mir kommen, und sie können gern bei uns in das Berufsleben reinschnuppern.“ Wenn es dann passt, werden sie angemeldet.

„Wichtig ist: Das, was sie machen, müssen sie mit Überzeugung machen“, so Nicolai. „Lehrjahre sind auch für uns harte Jahre.“ Aber die Mühe lohne sich doch. Es gehe um Respekt und um Wertschätzung, und das solle man schon in der Schule vermitteln: „Jeder Beruf – wenn ich den ordentlich mache, dann ist das ein guter Beruf.“

„Rohrleitungsbauer? Das ist ein top Beruf“, meint Ben Rose. Der junge Mann startet gerade in sein drittes und somit letztes Lehrjahr. Es ist Freitag, die Teams sind von den Baustellen zurück und damit beschäftigt, alles für die kommende Woche vorzubereiten. In der Werkstatt werden kleinere Reparaturen erledigt. Ben Rose ist gerade damit beschäftig, ein Gewinde zu schneiden. Außerdem steht später noch Fahrschule auf dem Programm – „Auto, gleich mit Anhänger, denn das brauche ich für meine Arbeit.“

Ausbildung ist anspruchsvoll

Generell habe er sehr viel mit Technik zu tun, erläutert Ben Rose. Und der Beruf biete sehr viel Abwechslung, denn jede Baustelle ist anders. „Ich bin mir sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, auch wenn es in der Lehre Höhen und Tiefen gibt. Aber ich habe schon viel gelernt. Denn zu unserem Beruf gehören Rohrleitungsbau, Tiefbau und Straßenbau – das ist also ziemlich umfangreich.“

Deshalb sind die Azubis nicht nur im Betrieb. Sie besuchen auch die Berufsschule in Neustrelitz für die Theorie und das überbetriebliche Ausbildungszentrum abc Bau in Rostock, berichtet der angehende Rohrleitungsbauer. „Dort geht es ebenfalls um Praxis, und zwar um alles, was ich hier im Betrieb nicht lernen kann.“

Die Ausbildung ist anspruchsvoll, doch die Arbeitsaufgaben sind es auch, betont Ben Rose: „Wir arbeiten mit großen Maschinen, manchmal auch in tiefen und engen Baugruben. Deshalb ist es auch wichtig, immer auf die Sicherheit zu achten und sich stets mit den Teamkollegen zu verständigen – dann läuft es.“ Und man sieht, was man geschafft hat, freut sich der junge Mann. „Das ist zum Feierabend schon ein gutes Gefühl. Und überhaupt: Unser Beruf ist wichtig, denn uns braucht man überall. Ob Gas, Wasser oder Strom – wir schaffen die Grundlagen –für die Infrastruktur.“

 

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