Anstoßen auf und mit echtem Demminer Bier: Karsten Behrens, Hauptgesellschafter (v.l.n.r.); Thomas Witkowski, Bürgermeister; Jörg Küthe , Ordnungsamtsleiter; Ronny Szabó, Kulturamtsleiter. Karsten Riemer
Inoffizieller Start der 17. Demminer Kunstnacht zum mittelalterlichen Frühlingserwachen auf der Fischerinsel – rund
Inoffizieller Start der 17. Demminer Kunstnacht zum mittelalterlichen Frühlingserwachen auf der Fischerinsel – rund 200 Besucher wurden in den ersten zwei stunden gezählt. Karsten Riemer
Demminer Bier 400 Liter insgesamt vorrätig. Schon eine Stunde nach Ausschank gab es keine Flaschen mehr. Nur noch vom Fass Karsten Riemer
Dancing Angels Performance auf dem Markt. Karsten Riemer
Veranstaltung

Bier und mehr: Kunstnacht bringt städtische Traditionen zurück

Die Rückkehr der Kunstnacht Demmin an ihren Stammplatz im Frühjahr läutet das Revival einer weiteren Tradition der Hansestadt ein.
Demmin

Demmin. Die Kultur ist zurück, Demmin ist auf den Beinen und das stadteigene Bier fließt wieder. Mit der 17. Kunstnacht zeigte die Hansestadt einmal mehr, dass auch eine nahezu zweijährige Pandemie-Zwangspause städtische Traditionsevents nicht auf Dauer aus dem Veranstaltungskalender tilgen oder wie im vergangenen Jahr um Monate verschieben kann. Egal ob Live-Musik, Gemälde- und Foto-Ausstellungen, Lesung oder Theater – im Vergleich zu den Vor-Coronajahren haben die Organisatoren und Kultur-Akteure sogar noch eine Schippe drauf gepackt.

 

Über 30 Anlaufstellen im Stadtgebiet mit insgesamt rund 80 Programmpunkten standen für die Besucher auf dem Ablaufplan. Darüber hinaus lockte das Hanseviertel mit eigenem Programm schon ab 10 Uhr zum mittelalterlichen Frühlingserwachen auf die Fischerinsel. Mit circa 200 Gästen innerhalb der ersten zwei Stunden zeichnete sich hier bereits ab, dass es am Samstag in der Hansestadt voll werden würde. 

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Und das wurde es auch. „Gästemäßig sind wir sehr zufrieden, was die Leute betrifft, die durch die Stadt gelaufen sind“, so der Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins Ronny Szabó. Schätzungsweise 1000 Besucher hätten Eintritt gezahlt. Die tatsächliche Anzahl der Gäste dürfte jedoch ein gutes Stück höher liegen. Denn zum einen hatten Kinder unter 12 Jahren ohnehin freien Eintritt, zum anderen wurde nicht sonderlich strikt kontrolliert. „Wir haben auf Freiwilligkeit gesetzt“, sagt er.

Ein Dankeschön an alle Helfer und Sponsoren

Nichtsdestotrotz zählte die 17. Kunstnacht laut dem Vereinsvorsitzenden zu einem der besseren Jahre in der Geschichte der Traditionsveranstaltung. Was nicht zuletzt an der tatkräftigen Unterstützung liegt. „Ein Riesen-Dankeschön an alle Akteure, Beteiligten, Helfer, Sponsoren und die Stadt Demmin, ohne die so ein Event nicht möglich wäre“, sagte er. Heißt auch: Die Kunstnacht als Saisonauftakt im Frühjahr wird auch 2023 weitergehen. „Nach der Kunstnacht ist vor der Kunstnacht“, so Szabó.

Abseits der kulturellen Höhepunkte an geschichtsträchtigen Orten markierte die Kunstnacht aber nicht nur ein Revival ihrer eigenen Tradition. Denn neben den Bühnen am Luisen- oder Barlach-Platz, deren Klänge die Innenstadt durchzogen, klimperten in der Kirchhofgasse leise die Biergläser. Pünktlich zum ersten großen Event 2022 hat die Brauerei Demmin GmbH den Sprung in die gewerbliche Produktion unternommen. 

Demminer Bier ist heiß begehrt

Schon 2016 kam die Idee auf, den Braubetrieb – der in der Hansestadt immerhin bis 1859 zurückreicht und nach der Wende vollständig aufgegeben wurde – wieder zubeleben. Doch auch nachdem die Pläne in den Folgejahren konkreter wurden, floss das Demminer Bier nicht wie erhofft. Unter anderem fehlende Finanzen und offene Förderbescheide ließen nur eine jährliche Kleinstmenge von maximal 200 Litern zu. 

Die Hälfte von dem, was die Brauerei am Samstag für den Ausschank vorgesehen hatte. Doch selbst die 400 Liter reichten für den Ansturm am Stand nicht aus. „Um kurz nach sechs waren wir ausverkauft“, so Hauptgesellschafter Karsten Behrens. Da hatte die Kunstnacht jedoch gerade erst richtig Fahrt aufgenommen – leichte Enttäuschung bei den zu spät an der Bude angekommenen Bierfreunden inklusive. 

Auch für Behrens und seine Mitstreiter kam der Boden des Bierfasses schneller in Sicht als erwartet. „Am Freitag waren wir noch der Meinung, es werden Fass und Flaschen übrig sein“, sagt er. Laut Behrens seien das jedoch alles Erfahrungswerte, die für das weitere Vorgehen und Events berücksichtigt werden. „Schlechter wäre es gewesen, wenn wir jetzt noch die Hälfte hätten, weil die Leute sagen, es schmeckt nicht“, so der Hauptgesellschafter. Für alle, die bis dato leer ausgegangen sind und das Demminer Bier kosten wollen, gibt es darüber hinaus gute Nachrichten. Weitere Fässer befinden sich bereits in der Reifung. Vertriebs- und Ausschankpläne – unter anderem mit Gaststätten in der Hansestadt – konkretisieren sich. 

Zudem sollen die Braukessel schon in dieser Woche wieder angefeuert werden. „Mit dem Erfolg im Rücken kann es nur heißen, die Kapazitäten zu erhöhen“, sagt Behrens. Denn das Resümee der Kunstnacht sei eindeutig: Den Demminern schmeckt das Bier, das in Demmin von der Demminer Brauerei gebraut wurde.

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Kommentare (1)

Der Bock ist wieder da!