BLUTIGES HALLOWEEN

Drei Männer bei Messerstecherei in Jarmen verletzt

Ausgerechnet an Halloween hat es die wohl seit Jahrzehnten schwerste Bluttat in Jarmen gegeben: Drei Männer lieferten sich eine Messerstecherei, alle wurden verletzt. Der Tatablauf sowie die Hintergründe scheinen noch reichlich verworren.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Rettungs- und Polizeieinsatz an Halloween: Zuvorderst kümmerten sich die Mediziner um den schwer am Bauch Verletzten, doch auch die anderen beiden Beteiligten benötigten ärztliche Hilfe.
Rettungs- und Polizeieinsatz an Halloween: Zuvorderst kümmerten sich die Mediziner um den schwer am Bauch Verletzten, doch auch die anderen beiden Beteiligten benötigten ärztliche Hilfe. Stefan Hoeft
Jede Menge Blut auf den Treppenstufen dieses Hauses am Neuen Markt von Jarmen zeugten gestern Vormittag noch von der abendlichen Messerstecherei dort. Die Polizei versiegelte die Eingangstür, Genaueres zum Hergang konnte sie allerdings noch nicht berichten. 
Jede Menge Blut auf den Treppenstufen dieses Hauses am Neuen Markt von Jarmen zeugten gestern Vormittag noch von der abendlichen Messerstecherei dort. Die Polizei versiegelte die Eingangstür, Genaueres zum Hergang konnte sie allerdings noch nicht berichten. Stefan Hoeft
Noch in der Nacht war der Kriminaldauerdienst aus Anklam vor Ort, hinterließ auch dieses amtliche Siegel.
Noch in der Nacht war der Kriminaldauerdienst aus Anklam vor Ort, hinterließ auch dieses amtliche Siegel. Stefan Hoeft
Jarmen.

Mitten in der Dunkelheit, als zahlreiche gruselig verkleidete und geschminkte Kinder und Jugendliche zu Halloween durch Jarmen zogen, nahm der Mittwochabend Züge an, die eher an die Horror-Varianten dieses Festes aus Kino und Fernsehen erinnern. Denn plötzlich wurde in der sonst so beschaulichen Kleinstadt zugestochen. Und das keinesfalls im Scherz, sondern offenbar in todernster Absicht.

Was genau sich zugetragen hat, darüber herrscht auch bei der Polizei noch jede Menge Klärungsbedarf, wie Claudia Tupeit am Donnerstag auf Nordkurier-Anfrage erklärte, Pressesprecherin des Präsidiums Neubrandenburg. Nicht zuletzt, weil nach ihren Aussagen jede Menge Alkohol mit im Spiel war. Fest steht wohl, dass sich die an der Auseinandersetzung beteiligten drei Männer aus dem Ort – 60, 55 und 50 Jahre alt – an der Wohnung des Älteren am Neuen Markt trafen. Alle drei sind Einheimische deutscher Herkunft. Vor Ort kam es offensichtlich zum Streit, in dessen Folge mindestens ein Messer gezückt wurde.

Motiv für Messerstecherei unklar

Der Jüngste aus der Runde erlitt eine klaffende Bauchwunde. Er flüchtete zwar nach draußen auf den Bürgersteig, brach nach wenigen Metern zusammen. Sein 55-jähriger „Kumpel“, er wies eine Schnittverletzung an der Hand auf, soll sich nach Informationen unserer Zeitung an Passanten vor dem nahen Döner-Imbiss mit der Bitte um Hilfe für den Schwerverletzten gewandt haben, bevor er das Weite suchte. Worauf hin sich mehrere Jugendliche um den 50-Jährigen kümmerten und mit ihm sprachen, um den Mann bei Bewusstsein zu halten, ein 15-Jähriger alarmierte per Handy die Notrufzentrale.

Die Beamten aus den Revieren Anklam und Greifswald konnten die anderen beiden Beteiligten jeweils in ihren Wohnungen stellen, beide wurden vorläufig festgenommen, mussten wegen Verletzungen allerdings ebenfalls in ärztliche Behandlung.

„Die Motivlage ist bisher noch unklar und auch der Verlauf. Es ist momentan schwer zu sagen, wer da angefangen hat“, erläuterte Präsidiumssprecherin Tupeit. Allerdings sei der 55-Jährige zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß. Bei dem 60-Jährigen werde durch die Staatsanwaltschaft der Erlass eines Haftbefehls geprüft, berichtete sie am Nachmittag. Gute Nachrichten kamen derweil von den Medizinern: Bei dem am schwersten Verletzten bestehe keine Lebensgefahr.

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