Unfall
Bootsbesitzer hilft bei Rettung aus Seenot

Schon herbstlich kalt ist der Kummerower See. Am Sonntagabend wäre das beinahe drei Menschen zum Verhängnis geworden, als sie vor Verchen mit ihrem Ruderboot kenterten. 
Schon herbstlich kalt ist der Kummerower See. Am Sonntagabend wäre das beinahe drei Menschen zum Verhängnis geworden, als sie vor Verchen mit ihrem Ruderboot kenterten.
Georg Wagner

Es hätte auch anders ausgehen können: Ein Vater und seine beiden Söhne kenterten mit einem Ruderboot auf dem Kummerower See. Ihre Rettung verdanken sie wohl nicht nur der Geistesgegenwart eines Mannes.

Gerade noch einmal gut gegangen ist ein Bootsunfall auf dem Kummerower See bei Verchen. Nach Angaben der Polizei war ein 44-jähriger Mann mit seinen beiden 11 und 16 Jahre alten Söhnen am Sonntagabend hinausgerudert. Als sie ihre Plätze tauschen wollten, kenterte das Boot und ging unter. Glücklicherweise trugen die beiden Jungen Schwimmwesten. Der Vater konnte sich an auf dem Wasser treibenden Styropor-Sitzkissen festhalten. Vom Wasser aus rief er seine Frau an, die dann die Rettungskräfte verständigt hat.

Offenbar trug der Mann ein wasserdichtes Handy bei sich. Das ermöglichte nicht nur den Notruf, sondern er zeigte anschließend mit der Taschenlampe auch ihre Position an. „Sonst wäre es schwierig geworden, sie zu finden. Es war ja schon dunkel“, sagt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr „Ostufer Kummerower See“, Frank Richter.

"Das war hart an der Grenze"

Die gemeinsame Feuerwehr der Gemeinden Schönfeld, Verchen und Meesiger wurde nach dem Anruf der Frau sofort alarmiert, ebenso wie die Wehren aus Demmin und Sommersdorf. Vor Ort hatten die Kameraden Glück. „Gott sei Dank war noch ein privater Bootsbesitzer am Strand“, sagt Richter. „Den haben wir sofort verpflichtet.“

Viel Überredungskunst brauchten die Kameraden dafür nicht. Der Mann war gleich bereit zum Seenoteinsatz und half draußen, die Schiffbrüchigen ins Boot zu ziehen. Verletzt waren sie laut Polizei nicht, wurden aber wegen Unterkühlung ins Kreiskrankenhaus Demmin gebracht. Am Montag war dem Vernehmen nach der 44-Jährige bereits wieder entlassen, nur seine beiden Söhne waren noch in der Klinik.

Ohne das Motorboot des Privatmannes hätte der Unfall schlimmer enden können, vermutet Richter. Denn das verunglückte Boot befand sich etwa eineinhalb Kilometer vom Land entfernt. Die Stelle mit einem Ruderboot zu erreichen, hätte lange gedauert. Die Demminer Wassergefahrengruppe wiederum braucht etwas Zeit, um ihr Rettungsboot nach Verchen und ins Wasser zu bringen. Der See habe aber nur noch etwa elf Grad Wassertemperatur, vor allem die beiden Kinder waren deshalb schon stark unterkühlt. „Das war schon hart an der Grenze“, meint Richter.