Heizung abdrehen oder Licht ausknipsen?  Wie der Energiekrise im großen Rahmen in Demmin begegnet werden soll, prüft künftig eine eigene Arbeitsgruppe der Stadtpolitik.
Heizung abdrehen oder Licht ausknipsen? Wie der Energiekrise im großen Rahmen in Demmin begegnet werden soll, prüft künftig eine eigene Arbeitsgruppe der Stadtpolitik. Hauke-Christian Dittrich
Energiekrise

Bürgermeister drängt auf Energiespar-Maßnahmen

Um den explodierten Energiepreisen Herr zu werden, fordert Demmins Bürgermeister jetzt einen Einergiesparplan. Eine Expertengruppe soll gegründet werden.
Demmin

Egal ob an der Zapfsäule oder auf Gas- und Stromrechnung – es tut weh im Portemonnaie. Denn die Energiepreise sind durch die Decke gegangen. Das bundesdeutsche Credo zu Entschärfung der Krise lautet: Sparen. Wie genau das umgesetzt werden kann und soll ist jedoch fraglich – im Großen, wie im Kleinen.

Bürgermeister drängt auf rasche Maßnahmen

Empfehlungen der Politik reichen von Licht aus und weniger Heizen bis zum Waschlappen statt der Dusche. In der Hansestadt Demmin drängt die Verwaltungsspitze nun auf möglichst rasche Maßnahmen um den Verbrauch zu minimieren, will dafür aber zunächst ein Gremium einberufen.

Lesen Sie auch: Restaurant an Malchiner See gibt auf wegen hoher Strom- und Gaspreise

„Die Gesamtproblematik der Energiekrise schlägt sich auch auf uns als Kommune nieder“, so Bürgermeister Thomas Witkowski. Dem könne nur mittels Einsparungen begegnet werden. Solche, die über die bereits bestehenden, wie zum Beispiel seit Jahren abgestellte Straßenlaternen in Nebenstraßen hinaus gehen.

Im Grunde keine neue Erkenntnis – denn sowohl die städtische CDU als auch der IVD hatten das Thema eines Sparplans jüngst forciert. Ebenso die AfD, welche der Stadt Ende August im Vergleich mit anderen Kommunen zu langsames Handeln vorwarf. „Die Erarbeitung eines Energiesparplanes hätte schon längst abgeschlossen sein müssen“, kritisierte Norina Thiel.

Doch keine Eile? Bürgermeister lässt sich Zeit

Tatsächlich hatte die Stadt noch im August auf die Bremse gedrückt und für die Erarbeitung neuer Maßnahmen auf die Sitzung der Stadtvertretung im September verwiesen. Darüber hinaus ist politisch bislang wenig passiert. Lediglich im vergangenen Hauptausschuss wurde dem Thema ein eigener Tagesordnungspunkt zugestanden – die Diskussion allerdings direkt vertagt. Denn statt die Problematik in den bestehenden städtischen Gremien zu erörtern, wird sich künftig eine eigene Arbeitsgruppe damit auseinandersetzen – koordiniert über das Bauamt. Jede Fraktion soll dafür ein Mitglied abstellen.

Lesen Sie auch: Kleine Stadt in Mecklenburg will 19-Grad-Vorgabe boykottieren

Wirkliche Eile scheint allerdings nicht geboten. „Bis Ende des Monats möchte ich je eine Person für die AG benannt haben, die daran als Experte teilnimmt“, so Witkowski im Rahmen des Hauptausschusses. Parallel wolle die Verwaltung konkrete Vorschläge zur Einsparung erarbeiten. Angepeilter Termin für die Debatte beziehungsweise eine passende Vorlage: 16. November zum Hauptausschuss. Und damit knapp zwei Monate nach der nächsten Stadtvertretersitzung bei der die Auswirkungen der Energiekrise einen prominenten Platz auf der Tagesordnung bekommen sollten.

Hohe Energiekosten wirken sich auf Haushalt aus

Dabei ist die derzeitige Krise nicht ausschließlich ein akutes Problem, sondern hat zudem Einfluss auf die künftigen Pläne der Hansestadt. Denn das extreme Preisniveau schlägt sich auch im Haushalt nieder, dessen Planung für das Jahr 2023 ebenfalls in den kommenden Wochen anläuft und zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Ein frühzeitiges klares Einsparpotenzial könnte dieser Debatte somit eine positive Wendung geben. Schließlich steht laut Bürgermeister Thomas Witkowski fest, dass die Planung angesichts der Energiekosten ungleich schwieriger wird, als in den vergangenen Jahren. „Wir gucken mit großer Sorge auf den Haushalt 2023“, sagt er.

zur Homepage