HOCHWASSERSCHUTZ

Bürgerwiesen: Neuer Versuch für den Baustart

Nach jahrelangen Verzögerungen stehen mehrere Baufahrzeuge im Richtgrabenweg. Auch die Spundwände liegen bereit. Dennoch scheint es in Sachen Hochwasserschutz immer noch nicht voranzugehen.
Tobias Holtz Tobias Holtz
Am Mittwoch soll erneut getestet werden, wie sich die tonnenschweren Spundwände und Pfähle zum Hochwasserschutz am b
Am Mittwoch soll erneut getestet werden, wie sich die tonnenschweren Spundwände und Pfähle zum Hochwasserschutz am besten in den Boden einbringen lassen. Tobias Holtz
Abgesperrt ist der Bereich schon seit einigen Monaten.
Abgesperrt ist der Bereich schon seit einigen Monaten. Tobias Holtz
Die Spundwände, deren Lieferung für Verzögerungen sorgte, liegen inzwischen bereit.
Die Spundwände, deren Lieferung für Verzögerungen sorgte, liegen inzwischen bereit. Tobias Holtz
In der vergangenen Woche haben die Bauarbeiten an den Demminer Bürgerwiesen mit dreimonatiger Verzögerung endlich be
In der vergangenen Woche haben die Bauarbeiten an den Demminer Bürgerwiesen mit dreimonatiger Verzögerung endlich begonnen, um gleich wieder zu stoppen.
Demmin.

Es still an diesem Vormittag an den Demminer Bürgerwiesen. Nur ein paar Enten drehen gemütlich ihre Runden auf der angrenzenden Peene. Kran, Bagger und Schweißmaschine stehen verlassen auf der Baustelle im abgesperrten Richtgrabenweg auf Höhe des Mühlengrabens.

Die tonnenschweren Spundwände aus massivem Stahl liegen übereinander gestapelt daneben. „Die Arbeiter waren Anfang vergangener Woche nur einmal hier“, erzählt ein Demminer, der dort täglich mit dem Fahrrad unterwegs ist. Außer einigen kleineren Grabungsarbeiten ist auf den ersten Blick nicht viel passiert.

Test abgebrochen

Das Projekt Hochwasserschutz wird schon von Anfang an durch Verzögerungen bestimmt. Der ursprünglich angedachte Baustart liegt mittlerweile vier Jahre zurück. Damals ließ das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) die Arbeiten aufgrund von fehlendem Personal verschieben. In jüngster Vergangenheit waren es dann die Spundwände und ein Bericht der Beweissicherung zum Zustand der umliegenden Häuser, Straßen und unterirdischen Rohre, die fehlten, um mit der Baumaßnahme beginnen zu können.

„Die Beweissicherung ist jetzt weitestgehend abgeschlossen. Die restlichen Sicherungsaufnahmen werden später mit dem Bauverlauf vorgenommen“, erklärt Ira Nickel-Henke vom StALU auf Nordkurier-Anfrage. In der Zwischenzeit seien verschiedene Techniken zum Einbringen der stählernen Spundwand getestet worden. Der erste Versuch hätte jedoch abgebrochen werden müssen und soll am Mittwoch wiederholt werden.

„Wenn dieses Mal alles erfolgreich verläuft, werden die Arbeiten zum Setzen der Spundwand nahtlos fortgesetzt“, versichert Ira Nickel-Heinke und hat auch eine Begründung dafür, warum in letzter Zeit keine Bauarbeiter vor Ort zu sehen waren. „Sie haben noch an anderer Stelle im Bereich der ‚Bürgerwiese A‘ vorbereitende Maßnahmen durchgeführt“, so die Mitarbeiterin vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt.

Das kann auch Valentina Piacentini von der zuständigen italienischen Baufirma „Piacentini Costruzioni SPA“ bestätigen. „Sobald das Problem mit dem Einsetzen der Spundwände gelöst ist, geht es mit dem Bau zwischen Richtgrabenweg und Loitzer Straße wie geplant weiter.“

Öffentliche Termine für Anwohner

Wie dringend die Umsetzung des Hochwasserschutz-Projektes ist, weiß jeder, der dort wohnt. Hier liegt der tiefste Punkt der Stadt. Die Krone des bestehenden Deiches liegt teilweise nur 1,10 Meter über Höhe Null. Tritt die Peene nun bei lang anhaltendem Regen über die Ufer, kommt das Wasser zuerst hier an.

Für Anregungen und Forderungen der betroffenen Demminer Bürger zeigen sich die Oberbauleitung und die ausführende Firma gesprächsbereit. So finden nahezu jeden Dienstag um 9 Uhr an der Baustelle öffentliche Bauberatungen statt, bei denen sich Anwohner über den neuesten Stand informieren und mögliche Probleme ansprechen können, heißt es vom Amt. Auch alle wichtigen Kontaktdaten der Beteiligten sind auf deren Internetseite einsehbar.

In den letzten 25 Jahren sind im Demminer Land riesige Summen in den Hochwasserschutz investiert worden, allein das StALU beziffert den Umfang von 20 Projekten an Peene und Tollense auf rund sieben Millionen Euro. Fast eine Million hat die Neuregulierung des hydrologischen Systems in den Bürgerwiesen gekostet, 500 000 Euro der neue Deich des Eichholz-Polders. Wenn jetzt noch die Flutschutzmauer steht, ist die Hansestadt gut gerüstet: Gegen das Hochwasser des Klimawandels, das kommen wird.

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