Laut Demmins Bürgermeister Thomas Witkowski sind die Stadtwerke auf eine eventuelle Krise gut vorbereitet. Trotzdem soll
Laut Demmins Bürgermeister Thomas Witkowski sind die Stadtwerke auf eine eventuelle Krise gut vorbereitet. Trotzdem soll die Stadt einen Energiesparplan entwickeln. Denn große finanzielle Mehrbelastungen sind zu erwarten. Ole Spata
Krise

CDU will schnell einen Energiesparplan für Demmin

Für die Stadt Demmin soll ein Plan her, wie Strom und Gas gespart werden können. Zunächst stehen allerdings noch Beratungen an. Darin geht es auch um Investitionen in erneuerbare Energien.
Demmin

Die Energiekrise und die Auswirkungen auf die Stadt und ihre Bewohner wird Thema in der nächsten Demminer Stadtvertretersitzung sein. Bei dem jüngsten Vorstandstreffen des CDU-Stadtverbandes hatten sich die Mitglieder nach Angaben von Bürgermeister Thomas Witkowski schwerpunktmäßig über „strategische Überlegungen zur Reaktion auf die Auswirkungen der Energiekrise“ ausgetauscht.

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Maßnahmen sollen Auswirkungen entschärfen

Dass an den Sanktionen gegenüber der russischen Regierung als Antwort auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine festgehalten werden sollte, darin habe Einigkeit geherrscht. Um die Folgen für die Bewohner und die Stadt jedoch möglichst zu lindern, sei gemeinsam mit der Fraktionsspitze ein Bündel möglicher Maßnahmen erörtert worden.

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Konkretisieren soll diese Energiesparmaßnahmen die Verwaltung nach einer Prüfung. Wie der Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion Steffen Teetz mitteilte, wird ein entsprechender Auftrag in der kommenden Stadtvertretersitzung am 28. September besprochen. Die Verwaltung solle dann beispielsweise eine Einschätzung darüber geben, ob, in welchem Ausmaß und an welcher Stelle eine Reduzierung der Straßenbeleuchtung möglich wäre.

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Stadtvertretung muss noch beraten

Ehe die Verwaltung aber mit einer Prüfung beginnen kann, muss über den Antrag zunächst abgestimmt werden. Teetz hofft, dass es bereits bei der Stadtvertretersitzung zu einem Beschluss kommen und ein Umweg über die Ausschüsse ausbleiben wird. Dass es dann schnell gehen muss mit Beschluss, Prüfung und Einleiten der Maßnahmen, ist ihm und Bürgermeister Thomas Witkowski bewusst. Auf die Frage, ob rechtzeitig mit dem Energiesparen angefangen werden könne, antworten jedoch beide: „Das muss es.“

Zu spät?

Die AfD indes kritisierte bereits, dass sich die Stadt anders als andere Kommunen zu spät mit dem Thema beschäftigt und noch keine konkreten Vorkehrungen getroffen habe. „Die Erarbeitung eines Energiesparplanes hätte schon längst abgeschlossen sein müssen“, so Norina Thiel (AfD) in einer Pressemitteilung. Auch solle der Bürgermeister bei der Landesregierung intervenieren.

„Umdenken nötig”

Aus Sicht des Landtagsabgeordneten Enrico Schult (AfD) ist hier ein generelles Umdenken in der Energiepolitik nötig. Sparappelle seitens der Landesregierung gegenüber den Kommunen und den Bürgern seien beschämend. „Ich kann den Demminer Bürgermeister nur ermuntern, die Brisanz der aktuellen Lage gegenüber dem Finanzministerium zu verdeutlichen“, so Schult.

Heizhäuser funktionieren auch mit Öl und Biogas

Nach Einschätzung von Witkowski werde sich eine mögliche Gasmangellage auch in Demmin in erster Linie durch Preissteigerungen bemerkbar machen. Beziffern ließen sich die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt derzeit zwar noch nicht, doch auch er geht von erheblichen Mehrbelastungen aus. In der gegenwärtigen Situation stehe die Stadt ständig mit den Stadtwerken in Verbindung, die auf eine eventuelle Krise gut vorbereitet seien. So könnten die drei Heizhäuser zusätzlich zu Gas auch mit Öl und Biogas Wärme erzeugen.

Warnung vor Panikmache

„Nach der gegenwärtigen Situation gehen wir davon aus, dass trotz Preissteigerung und Sparmaßnahmen die Energieversorgung auch in den Wintermonaten gewährleistet sein dürfte“, so Witkowski. Solle es allerdings erforderlich werden, sogenannte Wärmestuben einzurichten, seien auch hierfür ausreichende öffentliche Einrichtungen vorhanden, erklärte er in einer Antwort an Thiel. Er warnte in diesem Zusammenhang davor, Angst und Panik zu schüren.

Neben dem zu erarbeitenden Energiesparplan will die CDU die Chance der Energiewende nutzen, um über die Stadtwerke in erneuerbare Energien zu investieren und diese weiter auszubauen. Auch das kündigte Witkowski nach der Vorstandssitzung an. Potenziale gebe es in dieser Hinsicht. Über einen Ausbau werden die Stadtvertreter ebenfalls demnächst beraten.

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