So sieht es in der Loitzer Haussiedlung Am Kiewitt nach dem Sturm aus, der Dächer von Einfamilienhäusern gefegt hatt
So sieht es in der Loitzer Haussiedlung Am Kiewitt nach dem Sturm aus, der Dächer von Einfamilienhäusern gefegt hatte. Die Häuser sind provisorisch gesichert. Die restlichen Spuren sollen in den nächsten Tagen beseitigt werden. Ulrike Rosenstädt
Die Loitzer Bürgermeistern Christin Witt schaute am Donnerstag bei den Anwohnern vorbei, denen Sturmtief Nadia besonders
Die Loitzer Bürgermeistern Christin Witt schaute am Donnerstag bei den Anwohnern vorbei, denen Sturmtief Nadia besonders hart mitgespielt hatte. Gerhard Meier freute diese Geste sehr. Ulrike Rosenstädt
Das Dach des Einfamilienhauses von Familie Meier gleicht einem Trümmerfeld.
Das Dach des Einfamilienhauses von Familie Meier gleicht einem Trümmerfeld. Ulrike Rosenstädt
Sturmschäden

Dach fliegt weg – Große Hilfswelle folgt

Glück im Unglück hatte eine Loitzer Familie: Der Orkan nahm sich das Dach ihres Eigenheims, doch dank schneller Hilfe sieht es eine Woche später schon besser aus.
Loitz

Der Sturm hat sich gelegt, doch der Schock sitzt Katrin und Gerhard Meier aus Loitz immer noch in den Knochen. Sturmtief Nadia hatte ihnen besonders übel mitgespielt. Wie berichtet, schnappte sich die Windsbraut das Dach des Einfamilienhauses in der Wohnsiedlung Am Kiewitt.

„Es hat ja nicht nur uns getroffen. Auch unsere unmittelbaren Nachbarn“, berichtete Gerhard Meier am späten Donnerstagnachmittag. Anders als am zurückliegenden Wochenende kann er zu diesem Zeitpunkt allerdings schon wieder lachen.

Lesen Sie auch: Nach "Nadia" ist am Peenetal noch viel zu tun

„Feuerwehr war spitze”

Und dazu hat er auch allen Grund: Seit dem von der Natur inszenierten Zwischenfall, der sich in den letzten beiden Tagen des Monats Januar ereignete, erfuhr die Familie unheimlich viel Unterstützung – moralisch und tatkräftig. „Die Feuerwehr war spitze, auch unsere Bürgermeisterin und mein Chef, Kollegen von der Firma Burgaß-Bau, unser Versicherungsvertreter, einfach alle, die irgendwie damit zu tun hatten und haben. Ihnen möchten wir von Herzen danken“, sagte Gerhard Meier in einem Gespräch mit dem Nordkurier und der Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt.

Die schaute nämlich auch am Donnerstag Am Kiewitt 1c vorbei, um zu erfragen, wie es der Familie nun geht, einige Tage nachdem das Dach ihres Hauses in der Luft umhergewirbelt wurde. „Och eigentlich ganz gut. Schauen sie mal, ich habe überall Tonnen und Eimer aufgestellt, damit der Regen, der gerade vom Provisorium herunterläuft, aufgefangen wird.“

Mehr lesen: Jarmen sperrt vom Sturm verwüstete Grünanlagen

Auf den ersten Blick sieht es ganz normal, schön, gemütlich auf dem Grundstück aus. Doch der zweite Blick über den Gartenzaun, der direkt an das Friedhofsgelände grenzt, lässt erahnen, welche Kraft der Sturm gehabt haben muss. Das ehemalige Blechdach gleicht einem Trümmerhaufen. Den durfte die Familie erst einmal am Rande des Friedhofs lagern. „Auch den dort zuständigen Mitarbeitern sei Dank“, sagte Gerhard Meier. Alle Spuren der Verwüstung und natürlich auch die provisorische Dachverkleidung werden in den nächsten Tagen beseitigt.

Mitten in der Nacht Notunterkunft besorgt

Zum Glück kann das Ehepaar schon wieder in den eigenen vier Wänden wohnen. „Nur in der Nacht, als der Sturm so übermächtig war und das Unglück passierte, ging das natürlich nicht“, weiß die Loitzer Bürgermeisterin. Die reagierte schnell. Besorgte eine Notunterkunft. Gegen 0.30 Uhr hatte sie unter anderem Kontakt zu den Hotelbetreibern in Loitz-Rustow aufgenommen. „Es war stark, dass auch Familie Hust um diese Zeit ans Telefon gegangen ist und ein Zimmer zur Verfügung gestellt hätte.

Am Ende konnten die Meiers innerhalb der Familie unterkommen“, ist auch Christin Witt sehr dankbar für die „unglaubliche Hilfsbereitschaft“. Die Rathauschefin stand die Sturm-Tage und die Nächte mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Loitz und Düvier in Kontakt. Die Männer und Frauen waren seit dem Sonnabendnachmittag in Alarmbereitschaft, hatten bereits rechtzeitig einen Stab in ihrem Stützpunkt in der Zarnekowstraße eingerichtet.

Viele kleine Gesten

„Schließlich haben sie an den beiden Sturmtieftagen 25 Einsätze absolviert“, weiß die Bürgermeisterin. Dass das an den Kräften zerrt, war auch dem Team des Eiscafés am Postberg bewusst. „Von dort wurden die Kameraden mit einem Frühstück versorgt. Auch eine tolle Leistung, auch toll, dass das Sonntagfrüh ganz unkompliziert möglich war“, sagte Christian Witt.

Selbst Sturmtief Nadia hatte wohl – wie so viele Dinge im Leben – eben auch seine zwei Seiten: Es hat leider Bäume aus den Wurzeln und Dächer aus den Verankerungen gerissen, es hat aber auch eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.

Der Demmin-Überblick per Mail

Was gibt's Neues im Demminer Land? Unsere Reporter fassen wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Geschichten für Sie in unserem kostenlosen Newsletter zusammen. Jetzt schnell anmelden!

zur Homepage