Steffen Beier, Geschäftsführer des SV Turbine Neubrandenburg.
Steffen Beier, Geschäftsführer des SV Turbine Neubrandenburg. Roland Gutsch
Andreas Stolt, Vorsitzender des Handballvereins Altentreptow.
Andreas Stolt, Vorsitzender des Handballvereins Altentreptow. Stefan Thoms
Torsten Hanke, Präsident des 1. FC Neubrandenburg 04.
Torsten Hanke, Präsident des 1. FC Neubrandenburg 04. Roland Gutsch
Peter Marzak, Mannschaftsbetreuer der Fußballer beim Demminer SV 91.
Peter Marzak, Mannschaftsbetreuer der Fußballer beim Demminer SV 91. Ralf Scheunemann
Willi Kühn (links), Betreuer im Eishockey-Team Malchower Wölfe.
Willi Kühn (links), Betreuer im Eishockey-Team Malchower Wölfe. NK-Archiv
Günter Hettig, Trainer beim Schützenverein Vier Tore Neubrandenburg.
Günter Hettig, Trainer beim Schützenverein Vier Tore Neubrandenburg. Jörg Franze
Jürgen Hagen, Volleyballtrainer beim Malchower SV 90.
Jürgen Hagen, Volleyballtrainer beim Malchower SV 90. Jens-Uwe Wegner
Enrico Blum (links), Jugendkoordinator bei den Handballern der SG Loitz/Demmin.
Enrico Blum (links), Jugendkoordinator bei den Handballern der SG Loitz/Demmin. Ralf Scheunemann
Wilfried Luttkus, Präsident des TTSV 90 Neubrandenburg.
Wilfried Luttkus, Präsident des TTSV 90 Neubrandenburg. Roland Gutsch
Steven Giermann, Vorsitzender der Sportjugend Mecklenburgische Seenplatte.
Steven Giermann, Vorsitzender der Sportjugend Mecklenburgische Seenplatte. NK-Archiv
Corona-Maßnahmen

Das sagen Sport-Macher zum Lockdown-Wirrwarr in der Seenplatte

Vereinssportler im Seenplatte-Kreis erleben derzeit ein Wechselbad der Gefühle. Nun dürfen sie – unter Auflagen – wieder gemeinsam Sport treiben, sind zum Teil aber dennoch sauer.
Neubrandenburg

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Für die Vereinssportler im Seenplatte-Kreis ändert sich die Lage in puncto Corona-Beschränkungen oder -Lockerungen derzeit mit Rasanz. Erst am späten Donnerstagnachmittag reagierte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auf die tags zuvor vom Land vorgenommene Änderung der Corona-Verordnung und nahm das absolute Sportverbot zurück. Zumindest vereinsbasierter Sport im Freien und in Turnhallen, die sich in Kreis-Trägerschaft befinden, ist unter Auflagen wieder erlaubt. Zu den Kommunen, die ihre Sportstätten wieder öffnen, zählt auch die Stadt Neubrandenburg.

Bis dahin galt die Anordnung des Seenplatte-Landrats vom 1.  Dezember: Weil sich der Kreis mehr als sieben Tage in der Stufe 4 der sogenannten Corona-Ampel befunden hatte, sollte hier kein Vereinssport mehr stattfinden. Dieser Lockdown erregte Unmut. Es folgte die Rolle rückwärts. Was haben die Vereine und Funktionäre vom zwischenzeitlichen Lockdown gehalten und für wie sinnvoll erachten jetzt die teilweise Öffnung?

Steven Giermann, Vorsitzender der Sportjugend Mecklenburgische Seenplatte.

Steven Giermann, Vorsitzender der Sportjugend Mecklenburgische Seenplatte

„Ich bin dankbar, dass der Landkreis auf die neue Corona-Verordnung des Landes reagiert hat. Die vergangenen Tage und Wochen haben gezeigt, dass es dringend Erleichterungen für das Ehrenamt braucht: eine klare Kommunikation und ein einheitliches Vorgehen. In diesem Sinne sollten die Kommunen dem Landkreis folgen und auch ihre Sportstätten öffnen. Sport bleibt die wichtigste Säule für ein gesundes Leben, vor allem für die 17.000 sportlichen Kinder und Jugendlichen unseres Landkreises.“

 

Steffen Beier, Geschäftsführer des SV Turbine Neubrandenburg.

Steffen Beier, Geschäftsführer des SV Turbine Neubrandenburg

„Uns geht es wie vielen anderen. Wir haben uns in den vergangenen Monaten sehr darum bemüht, den Vereinssport mit Hygiene-Konzepten auf die Corona-Lage einzustellen und die Auflagen zu erfüllen – und jetzt sollte kaum noch was gehen. Das fanden wir ärgerlich. Wie sollte man das den Mitgliedern vermitteln? Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Wir begrüßen darum die Öffnung des Vereinssports. Das ganze Hin und Her hätte man sich – bei allem Verständnis für die komplizierte Situation – allerdings ersparen können, wenn im Vorfeld der Entscheidungen gemeinsam mit den Vereinen über Möglichkeiten nachgedacht worden wäre, wie der Sport noch sicherer gemacht und er somit aufrechterhalten werden kann. Ein Aus war und ist keine Lösung. Wobei wir noch das Glück hatten, dass unser Reha-Sport keine Zwangspause haben musste.“

 

Andreas Stolt, Vorsitzender des Handballvereins Altentreptow.

Andreas Stolt, Vorsitzender des Handballvereins Altentreptow

„Dass der Handball-Spielbetrieb eingestellt worden ist, sehe ich als die einzig logische Konsequenz. Wir als Verein stehen hinter dieser Entscheidung. Man hat ja gesehen, wie schnell das Virus die Runde macht. Die angespannte Corona-Situation lässt keine geregelten und fairen Punktspiele zu. Dass aber unser Handball-Training im Verein zwischenzeitlich nicht erlaubt war, obwohl wir uns zuvor streng an die Auflagen gehalten hatten, fanden wir vor allem für unseren Nachwuchs nicht gut. In der Schule sind die Kinder ja auch zusammen. Wieso sollte das nicht beim Sport am Nachmittag möglich sein? Was ein Vereinssport-Aus bewirkt, haben wir ja beim ersten Lockdown gesehen. Lethargie und Fitness-Probleme.“

 

Torsten Hanke, Präsident des 1. FC Neubrandenburg 04.

Torsten Hanke, Präsident des 1.  FC Neubrandenburg 04

„Wir sind froh und dankbar, dass das Sportverbot vom Landkreis aufgehoben wurde. Diese Nachricht haben wir mit Freude aufgenommen. Die Sache war ein Fehler und wurde nun korrigiert. Das ist in Ordnung. Es gibt mittlerweile reichlich Studien, die besagen: Der Sport ist es nicht, der die Pandemie-Zahlen nach oben treibt. Der stählt das Immunsystem.“

 

Peter Marzak, Mannschaftsbetreuer der Fußballer beim Demminer SV 91.

Peter Marzak, Mannschaftsbetreuer der Fußballer beim Demminer SV 91

„Natürlich zehrt das ständige Hin und Her an den Nerven. Zum Abschluss der Kreisoberliga-Hinrunde hätte uns nur ein Spiel gefehlt. Die Gesundheit der Spieler aller Mannschaften, Verantwortlichen, Schiedsrichter und Fans bleibt aber oberstes Gebot, weshalb der vorzeitige Gang in die Winterpause aus meiner Sicht die einzig richtige Entscheidung war. Den Trainingsbetrieb haben wir, unabhängig vom zwischenzeitlichen Sportverbot in unserem Landkreis, eingestellt. Die Spieler halten sich individuell fit. Vonseiten der Vereinsführung planen wir bereits Testspiele – in der Hoffnung, dass sich die Pandemie-Lage in den nächsten Wochen entspannt.“

 

Günter Hettig, Trainer beim Schützenverein Vier Tore Neubrandenburg.

Günter Hettig, Trainer beim Schützenverein Vier Tore Neubrandenburg

„Die allgemeine Meinung in unserem Verein ist: Lieber jetzt straffere Auflagen ertragen, damit wir dann im kommenden Jahr richtig loslegen können, das ist uns wichtiger. Heißt: Wir haben durchaus hinter der Maßnahme des zeitweiligen Vereinssport-Verbots gestanden. Dass andere das anders sehen, ist verständlich. Die Besonderheit bei uns Sportschützen ist, dass unser Nachwuchs das Neubrandenburger Sportgymnasium besucht und dort der vormittägliche Schulsport ohnehin gestattet ist. In diesem Rahmen durfte auch in den vergangenen Tagen durchweg trainiert werden. Im Sportgymnasium wird getestet, auf der Schießanlage im Burgholz wird getestet. Die Abstände der Schützen sind angemessen.“

 

Wilfried Luttkus, Präsident des TTSV 90 Neubrandenburg.

Wilfried Luttkus, Präsident des TTSV 90 Neubrandenburg

„So kann man nicht mit uns umspringen. An einem Tag gilt dies, am anderen das. Wie soll man unter diesen Bedingungen überhaupt noch den Vereinssport planen? Auch wenn die Zeiten kompliziert sind, wünsche ich mir doch mehr Klarheit bei solchen Entscheidungen. Ich hoffe, der ganze Stress bringt Leute, die das noch nicht gemacht haben, dazu, sich impfen zu lassen. Ein Gebot der Vernunft. Bei uns haben rund 85 Prozent der Mitglieder die Impfungen hinter sich. Ich weiß aber, dass das in einigen anderen Vereinen nicht so ist.“

 

Willi Kühn (links), Betreuer im Eishockey-Team Malchower Wölfe.

Willi Kühn (li.), Betreuer im Eishockey-Team Malchower Wölfe

„Das Sportverbot war nicht in Ordnung. Den kleinen Vereinen wurde zwischendurch der Hahn zugedreht, während die Bundesliga munter weitergeht. Gerade das Training ist in dieser Jahreszeit für uns ganz wichtig. Unsere Mannschaft hat sich jedes Mal aufs Neue den immer wieder veränderten Auflagen von Bund und Land gestellt. Wir hatten sogar Tests besorgt und einen Sanitäter parat, um die ohnehin geimpften und genesenen Spieler auch noch testen zu können. Für uns war der Tag des Sportverbots ein rabenschwarzer. Die Rücknahme der Verfügung bringt uns nichts. Denn das Eis in unserer Halle ist nun schon abgetaut.“

 

Enrico Blum (links), Jugendkoordinator bei den Handballern der SG Loitz/Demmin.

Enrico Blum, Jugendkoordinator bei den Handballern der SG Loitz/Demmin

„Gewisse Einschränkungen im Sportbetrieb sind aus meiner Sicht erforderlich und auch nachvollziehbar. Wir haben den Trainingsbetrieb in allen Nachwuchsaltersklassen vorübergehend eingestellt und wollen im Januar wieder durchstarten. Die Vereinsführung und unsere Übungsleiter werden dann alles dafür tun, die geltenden Regeln einzuhalten, und das Trainingsprogramm dementsprechend gestalten. Ich hoffe, der Wettkampfbetrieb kann im Januar ebenfalls wieder aufgenommen werden. Der Spielbetrieb darf meiner Meinung nach auf keinen Fall wieder für derart lange Zeit zum Erliegen kommen, wie es vor einem Jahr der Fall war. Sonst könnte das verheerende Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen haben. Der sportliche Wettkampf ist für die Entwicklung unserer Nachwuchsspieler von immenser Bedeutung.“

 

Jürgen Hagen, Volleyballtrainer beim Malchower SV 90.

Jürgen Hagen, Volleyballtrainer beim Malchower SV 90

„Das ständige Hin und Her ist ein Problem. Man kann das Training nicht richtig planen und den Kindern und Eltern nie etwas Genaues sagen. Erst hieß es, vereinsbasierter Sport soll auf jeden Fall offengehalten werden, dann das Verbot, dann die Aufhebung des Verbots. Diese Ungewissheit geht zulasten der Kinder. Die Corona-Situation ist fraglos schwierig: Man liest von hohen Inzidenzwerten, beobachtet die Ausbreitung der Omikron-Variante, erlebt aber im Gegensatz dazu den Spaß, den die Kinder beim Training haben. Da ist es hilfreich, wenn ’von oben’ Verantwortung übernommen wird, aber stressig, wenn immer wieder von einem Tag auf den anderen neue Entscheidungen getroffen werden.“

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