GEWINNER STEHEN FEST

Dein Jahr in Loitz – Hallo Annika und Rolando!

Eine Berlinerin und ein Venezolaner bilden das Tandem, das für ein Jahr nach Loitz zieht, um aktiv am Kleinstadtleben teilzunehmen.
Annika und Rolando haben den Wettbewerb „Dein Jahr in Loitz“ gewonnen.
Annika und Rolando haben den Wettbewerb „Dein Jahr in Loitz“ gewonnen. Stefan Hoeft; Screenshot "Dein Jahr in Loitz"
Zukunftsstadt-Projektkoordinator Frank Götz-Schlingmann und die Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt zählten g
Zukunftsstadt-Projektkoordinator Frank Götz-Schlingmann und die Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt zählten gestern die Stimmen, die handschriftlich abgegeben und in die Briefkästen in der Innenstadt und am Hafen eingeworfen wurden. Ulrike Rosenstädt
Loitz ·

Geht es um die Teilnahme der Loitzer am bundesweiten Projekt „Zukunftsstadt 2030+“, dann kommen viele Partner aus mehreren Orten am virtuellen Beratungstisch zusammen. Die Online-Sitzung gestern Vormittag begann besonders spannungsgeladen, denn es ging um die Stimmenauszählung für „Dein Jahr in Loitz“.

Wie berichtet, können bei dem Projekt zwei Großstädter auf Grundlage eines Basiseinkommens in Höhe von jeweils 1000 Euro ein Jahr lang in der Kleinstadt ein sanierungsbedürftiges Haus retten, in dem sie zudem einen Gemeinschaftstreffpunkt für alle Peenetal-Loitzer schaffen.

Insgesamt 5400 Stimmen abgegeben

Dieser Herausforderung können sich jetzt Annika und Rolando stellen. Er ein Geschichten erzählender Fotograf, sie eine Ausstellungsmacherin und Kulturvermittlerin speziell für Jugendliche. Das Tandem steht seit gestern Vormittag als Gewinner des Wettbewerbs „Dein Jahr in Loitz“ fest. Von rund 5400 abgegebenen Stimmen seien rund 1430 an die beiden gegangen, informierte gestern Zukunftsstadt-Projektkoordinator Frank-Götz-Schlingmann.

Veronika Busch, Mitarbeiterin der Rostocker Kreativagentur Fint, die als Hauptauftragnehmer des Amtes Peenetal-Loitz das Projekt „Dein Jahr in Loitz“ organisiert und managt, ging gestern bei den Zahlen noch mehr Detail. „Rund 261 Stimmen wurden laut Postleitzahl aus dem unmittelbaren Umfeld von Loitz abgegeben.“ Das gibt Aufschluss über die lokale Beteiligung der Peenetal-Loitzer, die mehrmals aufgefordert wurden, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Schließlich sollten vor allem sie mit entscheiden können, wer zunächst für ein Jahr mit zu der Kleinstadtgemeinschaft gehören soll, um den leerstehenden Teil des Hauses in der Greifswalder Straße 253 a vor dem kompletten Verfall zu retten.

Allerdings wurden die Stimmzettel in zwei Fällen auch dazu genutzt, um offen Kritik zu üben. „Schade um die 1000 Euro – wären in Loitz für die Kinder und Jugendlichen besser aufgehoben – was soll das??“ stand auf dem einen, „Bleibt, wo der Pfeffer wächst. Für 1000 Euro freut sich die Jugend“ auf der anderen Rückseite von zwei Stimmzetteln, die beide in den Zukunftsstadt-Briefkästen landeten. Doch weder Fint-Mitarbeiterin Veronika Busch noch Projektkoordinator Frank Götz-Schlingmann haben ein Problem mit offen geäußerter Kritik. „Ganz im Gegenteil. Das ist viel besser, als immer hinter vorgehaltener Hand zu schimpfen“, gaben die beiden gestern in Gesprächen mit dem Nordkurier ähnliche Antworten.

Offenes Wohnzimmer für Kreative geplant

Annika und Rolando können sich offensichtlich auf eine spannende Zeit in Loitz freuen. Noch bevor die beiden Berliner überhaupt an der Peene angelandet sind, könnte diese Kritik an der Stadt und an dem Projekt schon jetzt von den beiden Wahl-Loitzern kanalisiert werden. Denn in ihrem Video, in dem sie im Netz auf Stimmenfang unterwegs waren, sprachen sie davon, in Loitz gezielt auch Jugendliche erreichen zu wollen.

In dem Gemeinschaftsraum, den sich die Berlinerin und der Mann aus Venezuela als eine Art offenes Wohnzimmer vorstellen, könnten Bands oder kleine Musikergruppen proben. Ebenso sollte es Menschen aus der Region für Workshops zur Verfügung stehen, die künstlerisch kreativ arbeiten wollen.

Klingt ganz so, als könnte es passen zwischen dem Tandem Annika und Rolando und den Loitzern. Möglichkeiten, dies genauer herauszufinden, könnte es – vorausgesetzt Corona lässt es zu – ab Februar, spätestens aber ab kommendem Frühjahr geben. Veronika Busch kam gestern die schöne Aufgabe zu, den beiden per Telefon mitzuteilen, dass sie gewonnen haben. Wie war die erste Reaktion bei den Berlinern? „Annika sagte, dass sie gleich am Montagabend noch alle anderen, die sich ebenfalls beworben hatten, per Mail anschreiben und sie nach Loitz einladen werde. Beide müssten ihren Sieg erst einmal sacken lassen.“

 

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