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Demminer Apotheke stellt Desinfektionsmittel her

Die Nachfrage nach Handdesinfektionsmitteln ist weiterhin hoch, von den großen Herstellern jedoch kaum noch zu bekommen. Die Demminer Pommern-Apotheke stellt nun selbst welches her.
Die Demminer Pommernapotheke stellt nun selbst Desinfektionsmittel her und hat zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden auch Plex
Die Demminer Pommernapotheke stellt nun selbst Desinfektionsmittel her und hat zum Schutz der Mitarbeiter und Kunden auch Plexiglasscheiben im Verkaufsbereich einbauen lassen. Carsten Büttner
Demmin.

Bei Desinfektionsmitteln herrscht weiterhin Ebbe. Drogerien sind davon ebenso betroffen wie Apotheken. In der Demminer Pommern-Apotheke wird daher auf Eigenproduktion statt auf Einkauf gesetzt.

Vor allem für Firmen und Behörden

„Das machen wir schon länger, ungefähr seit Mitte März“, so Apotheken-Inhaber Martin Wetzel. Denn mit Aufkommen der ersten Virusinfektionen in Deutschland wurde es mit Lieferungen von Fertigpräparaten bereits eng. Der Bedarf an den Mitteln reißt jedoch nicht ab. Daher hat Wetzel die Produktion in den hauseigenen Laboren hochgefahren. „Es sind bisher mehrere Hundert Liter“, sagt er.

Ziel ist es dabei, Firmen und Behörden in Mecklenburg-Vorpommern zu versorgen. So seien beispielsweise bereits Lieferungen nach Rostock und Schwerin rausgegangen. Aber auch die regionalen Partner in der Hansestadt und dem Umland sollen bedacht werden. Verfügbar ist das Mittel, solange der Vorrat reicht, in 50-, 100- sowie 1000-Milliliter-Flaschen und kann direkt bei der Apotheke bestellt werden. Hergestellt wird die Desinfektionslösung in zwei verschiedenen Versionen streng nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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Ethanol kommt aus der Anklamer Zuckerfabrik

Dabei kommt zum einen Isopropanol als Basis zum Einsatz. „Das ist derzeit noch über verschiedene Chemiehersteller zu beziehen“, sagt Wetzel. Auf der anderen Seite ist Ethanol ein wichtiger Rohstoff. „Den holen wir aus der Zuckerfabrik in Anklam“, so der Apotheker. Und während er davon ausgeht, dass es mit dem Isopropanol auch irgendwann knapp wird, sei der Bezug des Ethanols durch die Zuckerfabrik gesichert. „Wir können weitermachen, bis die Fertigpräparate wieder verfügbar sind“, sagt Wetzel.

Bereichern wolle er sich an der Krise nicht, auch wenn das nicht viele Leute glauben würden. „Aber wir richten uns nach den normalen UVP-Preisen“, sagt er. Zwischen 4,45 Euro und 22,95 Euro schlägt eine Flasche je nach Größe zu Buche. „Sterilium ist zum Beispiel sogar teurer“, so Wetzel.

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