Damit die städtische Straßenbeleuchtung auch weiterhin wie gewohnt Demmin erhellen kann, ist die Verwaltung auf der
Damit die städtische Straßenbeleuchtung auch weiterhin wie gewohnt Demmin erhellen kann, ist die Verwaltung auf der Suche nach einem neuen Stromanbieter. Pablo Himmelspach
Energieversorgung

Demmin braucht dringend neuen Stromanbieter

Die Energiekrise trifft nun auch die Hansestadt Demmin mit voller Härte – ein Stromanbieter hat gekündigt. Die Suche nach einem neuen gestaltet sich schwierig.
Demmin

Die Preise am Energiemarkt explodieren. Neben den immensen Kosten für Gas, sind auch die für Strom in ungeahnte Höhen geschossen. Nicht die beste Zeit für einen Anbieterwechsel. Genau damit muss sich nun allerdings die Hansestadt herumschlagen. Denn der bisherige Versorger für die Straßenbeleuchtung hat den Vertrag zum Jahresende gekündigt.

Straßen bleiben ab neuem Jahr nicht dunkel

Dunkel bleiben die Straßen Demmins ab dem 1. Januar 2023 damit zwar nicht – allerdings würde die Stadt in den Tarif „Grundversorgung“ fallen und damit voraussichtlich erheblich mehr bezahlen als bisher. Grund genug für die Verwaltung alle Hebel in Bewegung zu setzen und die Versorgung europaweit auszuschreiben. Ein Dringlichkeitsbeschluss, den Bürgermeister Thomas Witkowski aufgrund der Zeitproblematik in Rücksprache mit den Amtsleitern am 11. Juli, in die Wege geleitet hatte – ohne den üblichen Weg über die Stadtpolitik zu gehen. „Über wesentliche Inhalte der Einleitung des Umfanges der Ausschreibung konnte erst nach Ablauf des 30. Juni entschieden werden“, heißt es dazu in der Begründung.

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Unter Beachtung der Ladungsfristen und der politischen Sommerpause wäre eine außerordentliche Einberufung des zuständigen Hauptausschusses nicht mehr möglich gewesen. Nichtsdestotrotz segneten die Ausschussmitglieder den Schritt der Verwaltung im Nachgang ab. Hintergrund des Beschlusses ist die festgesetzte Kündigungsfrist für die Stromlieferanten ein halbes Jahr vor Ende der Lieferung. Und der Fakt, dass die Stadt 2020 die Stromversorgung auf zwei Lose – Straßenbeleuchtung und Liegenschaften – aufgeteilt hatte. „Wir sind damals davon ausgegangen, dass wir variabler sind, wenn wir zwei Lieferungen ausschreiben“, so Demmins Bauamtsleiter Dietmar Schmidt.

Ausschreibung nur für das Jahr 2023

Das hätte sich bis dato auch bezahlt gemacht. Sorgte jedoch dafür, dass die Stadt jetzt zum Abwarten verdammt war. Zwar stand die Kündigung des Loses „Straßenbeleuchtung“ schon länger fest, ob der Lieferant für die Liegenschaften nachzieht, war bis zum Stichtag jedoch offen. Am Ende verlängerte sich der Vertrag für zweitgenannten rechtskonform um ein weiteres Jahr. Ob die Entscheidung mit zwei Lieferleistungen in der aktuellen Situation wieder so getroffen werden würde, sei, laut Schmidt, zumindest fraglich. Fest steht, dass der Zeitraum für die Straßenbeleuchtung lediglich für das Jahr 2023 ausgeschrieben ist und gemeinsam mit dem für die Liegenschaften endet. „Dann können wir 2023 die gesamte Stromversorgung neu ausschreiben“, sagt Schmidt.

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Wie gut die Angebote dann sind, ist allerdings unklar. Denn bereits die aktuelle Ausschreibung ist problematisch. Derzeit kalkuliert die Stadt mit einem jährlichen Verbrauch von rund 493 500 Kilowattstunden für die Straßenbeleuchtung. Zwar sei eine seriöse Schätzung der Kosten in der derzeitigen Lage nicht möglich, dennoch geht die Verwaltung von einem Schwellenwert von 215 000 Euro aus. Auch Angebote habe es laut Schmidt im Zuge der Ausschreibung schon gegeben. Doch die potenziellen Stromlieferanten sahen den preislichen Rahmen offensichtlich anders. Unangemessen hoch sei dieser, nach Angaben des Bauamtsleiters, gewesen. Die Folge: Eine weitere Ausschreibung muss nun auf den Weg gebracht werden.

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