Neue Eignungsgebiete
Demmin erleidet Niederlage bei Windkraft

Es gibt kaum ein Dorf in der Region, von dem aus keine Windkraftanlagen zu sehen sind. Quitzerow etwa wird davon überragt. 
Es gibt kaum ein Dorf in der Region, von dem aus keine Windkraftanlagen zu sehen sind. Quitzerow etwa wird davon überragt.
Georg Wagner

Nicht nur aus Sicht der Stadt Demmin ist der Altkreis bereits überproportional mit Windkraftanlagen bedacht. Es könnten indes noch erheblich mehr werden. Im Planungsverband wurden Einwände aus der Region niedergestimmt.

Die Ausweisung neuer Eignungsgebiete für Windenergie im Altkreis Demmin und auch im direkten Demminer Umland wird immer wahrscheinlicher. Zwar stimmte die Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes in dieser Woche für eine dritte Beteiligungsrunde. In ihr können noch einmal Einsprüche geltend gemacht werden. Doch im gegenwärtigen Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsprogramms sind nun erst einmal die neuen Gebiete enthalten, darunter auch 74 Hektar bei Vorwerk sowie weitere Flächen bei Kletzin, Beggerow, Utzedel, Hohenmocker und Sarow.

Insgesamt beläuft sich die angedachte Neuausweisung auf mehr als 3000 Hektar. Viel zu viel, findet Demmins Bauamtsleiter Dietmar Schmidt. Zwar müsse man aufgrund der Gesetzeslage substanziell neue Gebiete ausweisen, aber der Altkreis Demmin sei damit schon überdurchschnittlich bedacht. Zehn Eignungsgebiete sind laut Schmidt hier schon belegt, weitere 14 von geplanten 20 sollen auf dem Gebiet des Altkreises dazukommen. „Diese Überproportionalität“, empörte er sich, „kann einfach nicht sein.“

Besonders strittig ist das Gebiet bei Vorwerk

Im Planungsverband konnten sich die Demminer Vertreter, zu denen auch Bürgermeister Michael Koch (CDU) zählt, mit ihren „Verbündeten“ allerdings nicht durchsetzen. Mit knapper Mehrheit von zehn gegen acht Stimmen sprach sich die Verbandsversammlung für die dritte Beteiligungsrunde und damit letztendlich für den derzeitigen Entwurf aus. Er wird nun die Grundlage für die weitere Diskussion bilden. Geschlagen wollen sich die Demminer damit noch nicht geben. Man werde alles versuchen, damit die Ausweisungskriterien noch einmal überprüft werden, versichert Schmidt.

Unter anderem will die Stadt nach seiner Auskunft auch mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow sprechen. Denn aus Demminer Sicht besonders strittig ist das Gebiet bei Vorwerk. Zunächst schien es schon gekippt, weil ein Gutachten es als wichtige Vogelzugroute einstufte. Mittlerweile aber hat der potenzielle Investor dieses Gutachten angestritten und ein eigenes vorgelegt, mit dem das Vogelzug-Argument offenbar weitgehend entkräftet wird.

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Die Zerstörung unsere Heimat geht weiter. "Ökostrom" zerstört unsere Natur und tötet Tiere!