25-jähriges Jubiläum
Demmin feiert den Titel "Hansestadt" nicht extra

„Hansestadt Demmin“, diese Bezeichnung ist mittlerweile seit 25 Jahren offiziell. In der Namensgebung sah die Stadt vor allem einen Schachzug, um sich besser vermarkten zu können. 
„Hansestadt Demmin“, diese Bezeichnung ist mittlerweile seit 25 Jahren offiziell. In der Namensgebung sah die Stadt vor allem einen Schachzug, um sich besser vermarkten zu können.
Georg Wagner

Vor 25 Jahren gestattete die Politik der Stadt, sich den Beinamen „Hansestadt” zu geben. Doch warum findet sich der Titel nicht im Veranstaltungskalender?

Einen kleinen Schönheitsfehler gab es doch: Als die Stadtverordneten darüber zu beschließen hatten, ob Demmin sich den Beinamen „Hansestadt“ zulegen sollte, waren zwei der Abgeordneten dagegen. Doch das spielte kaum noch eine Rolle. Vor allem für den damaligen Bürgermeister Ernst Wellmer ging mit dem Beschluss ein langer und von manchen leicht spöttisch kommentierter Kampf zu Ende.

Zunächst hieß es, ausgiebig in der Geschichte zu recherchieren, dann musste Schwerin von der Mitgliedschaft Demmins im mittelalterlichen Städtebund überzeugt werden. Am 12. Januar 1994 war es schließlich so weit: Die Stadtverordneten, wie die Stadtvertreter damals noch hießen, beschlossen die Namensgebung.

Viel Aufmerksamkeit, aber kein eigenes Autokennzeichen

Heute, rund 25 Jahre später, findet sich die Bezeichnung „Hansestadt“ vielfach wieder, vom Stadtsiegel über Briefköpfe und Ortstafeln bis zu Halte-Rähmchen für Autokennzeichen oder dem gleichnamigen Fahrgastschiff von Ingo Müller. Eigens begehen aber will die Hansestadt das Jubiläum nicht. Man überlege, bei einzelnen Veranstaltungen an das Ereignis vor 25 Jahren zu erinnern, so der stellvertretende Bürgermeister, Kurt Kunze. Infrage dafür kämen etwa das „Frühlingserwachen“ am 4. Mai im Hanseviertel oder der Stadtwandertag der Hansestadt am 7. September.

Eine Sondersitzung oder Sonderveranstaltung fände auch Altbürgermeister Ernst Wellmer überzogen. „Ein großes Fest muss nicht sein“, sagt er. „Aber erwähnenswert ist es schon. Die Bevölkerung stand ja damals voll dahinter, das hat man am Besuch der Sitzung gemerkt.“ Die Aula der Reuterschule, wo der Beschluss als feierlicher Akt vollzogen wurde, war voll.

Der Coup bescherte der neuen Hansestadt schon im Vorfeld und danach aber auch große Aufmerksamkeit. Fernsehen, Zeitungen, Radiosender berichteten darüber, dass eine Kleinstadt in Vorpommern sich quasi in eine Reihe mit Zentren wie Bremen, Hamburg oder Rostock stellen wollte. Nur ein eigenes Autokennzeichen wie z.B. „HDM” war ausgeschlossen. Grund: Demmin war nicht kreisfrei.