"ÜBER LEBEN IN DEMMIN"

Film-Premiere sorgt für Aufsehen

Der Regisseur Martin Farkas hat einen Film über den Demminer Massenselbstmord von 1945 gedreht. Am Donnerstag kommt der Streifen in die Kinos. Das Interesse ist groß.
Nordkurier Nordkurier
Regisseur Martin Farkas hat mit Überlebenden des Demminer Massensuizids gesprochen und einen Film darüber gedreht.
Regisseur Martin Farkas hat mit Überlebenden des Demminer Massensuizids gesprochen und einen Film darüber gedreht. Salzgeber Film
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges begingen mehrere Hundert Menschen im zerstörten Demmin Selbstmord. Ein Film über die tragischen Ereignisse aus dem Frühjahr 1945 kommt am Donnerstag in die Kinos. Die Medien besprechen den Streifen positiv.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges begingen mehrere Hundert Menschen im zerstörten Demmin Selbstmord. Ein Film über die tragischen Ereignisse aus dem Frühjahr 1945 kommt am Donnerstag in die Kinos. Die Medien besprechen den Streifen positiv. Kreisheimatmuseum Demmin
Demmin.

Von der Berliner Zeitung über den Deutschlandfunk bis zu mehreren lokalen Fernsehsendern: Der Dokumentarfilm "Über Leben in Demmin” stößt in den deutschen Medien auf großes Interesse. In einer ganzen Reihe von Artikeln, Interviews und Beiträgen wurde der Dokumentarstreifen über dem Demminer Massensuizid von 1945 besprochen. Auch im Kulturteil des Nordkuriers kam Regisseur Martin Farkas in einem ganzseitigen Interview ausführlich zu Wort. Eine Reporterin der Ruhr Nachrichten rief in der Demminer Lokalredaktion an, um mehr über die Selbstmordwelle und den Film zu erfahren.

Am Donnerstagabend findet im Demminer Kino Filmeck die Deutschlandpremiere der Dokumentation statt. Der Regisseur ist anwesend. Die Karten sind ausverkauft. Der Film wird allerdings bis zum kommenden Mittwoch täglich einmal in der Stadt gezeigt. Bei Interesse wurden weitere Vorstellungen in Aussicht gestellt. Auch in den Kinos in Greifswald, Anklam, Malchin, Neustrelitz und Neubrandenburg gibt es Aufführungen.

Größter Massenselbstmord

In Demmin hatten sich im Frühjahr 1945 mehrere Hundert Menschen nach dem Einmarsch der Roten Armee das Leben genommen. Die Menschen erschossen und erhängten sich. Viele ertränkten sich in der Peene. Die Tragödie gilt als der größte Massenselbstmord der deutschen Geschichte. In der DDR war das Thema jahrzehntelang ein Tabu. Erst nach der politischen Wende wurde öffentlich über den Massensuizid gesprochen. Seit Jahren vereinnahmen Rechtsextreme das Gedenken in der Hansestadt mit einem sogenannten Trauermarsch.

Regisseur Martin Farkas sprach rund drei Jahre lang mit Überlebenden des Massenselbstmordes und beleuchtet die Folgen des jahrzehntelangen Verschweigens. Der Filmemacher zeigt auch, wie die Stadt damit kämpft, den Rechten eigene Gedenkformen gegenüberzustellen.

Lesen Sie hier mehr zur Filmpremiere in Demmin.

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Kommentare (1)

und nicht nur ein paar hundert. Die jungen Frauen hatten so viel Angst, dass sie ihre Kinder mitnahmen. Und sie hatten zu Recht Angst.