Karsten Behrens, Prokurist der Stadtwerke Demmin, zeigt das Heizhaus am Apollonienmarkt. Es kann sowohl mit Erdgas/Biogas als
Karsten Behrens, Prokurist der Stadtwerke Demmin, zeigt das Heizhaus am Apollonienmarkt. Es kann sowohl mit Erdgas/Biogas als auch mit Heizöl betrieben werden. Lisa Gutzeit
Gas-Mangel

Demmin fühlt sich gut vorbereitet auf Krisenfall

Für schlechte Zeiten vorgesorgt haben die Stadtwerke Demmin. Ihre beiden Heizhäuser können sowohl mit Erdgas als auch mit Heizöl betrieben werden.
Demmin

Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, der wird zunehmend in Sorge geraten. Denn derzeit weiß niemand, ob Russland in Zukunft weiter Gas liefern wird. Und schon seit einiger Zeit sind auch die Preise für Heizöl und elektrischen Strom fortwährend am Steigen.

Werden wir im kommenden Winter in ungeheizten Räumen sitzen und von früherer Behaglichkeit träumen? Vielleicht ergeht es uns wie unseren Vorfahren, die zur Zeit der Weltwirtschaftskrise öffentliche Wärmestuben aufsuchen mussten, um nicht zu frieren?

Mit Erdgas als auch mit Heizöl betrieben

So schlimm wird es schon nicht kommen, meint Karsten Behrens, Prokurist der Stadtwerke Demmin GmbH. Das Unternehmen beliefert in der Hansestadt über zwei lokale Fernwärmenetze mehr als 120 Hausanschlussstationen mit Wärme. Dazu betreiben die Stadtwerke zwei Heizhäuser am Apollonienmarkt sowie an der Saarstraße. „Sie können sowohl mit Erdgas als auch mit Heizöl betrieben werden“, erläutert Behrens. „In der gegenwärtigen Situation ist es ein großer Vorteil, dass wir beim Brennstoff die Auswahl haben.“

Zusätzlich steht in Demmin noch Biogas als Grundlage für die Wärmeversorgung zur Verfügung. So liefert an der Saarstraße seit 2019 ein Blockheizkraftwerk der Tochtergesellschaft Bioenergie Demmin GmbH Wärme, die von den Stadtwerken ebenfalls zur Fernwärmeversorgung genutzt wird. Das Blockheizkraftwerk im Heizhaus Apollonienmarkt verbrennt ebenfalls teilweise Bio-Methan. Dieses Gas wird deutschlandweit in Biogasanlagen aus Biomasse produziert und ins allgemeine Gasnetz eingespeist; es ist Erdgas sehr ähnlich.

Derzeit im Gasnetz keine Probleme

Das Erdgas beziehen die Stadtwerke Demmin von Eon Edis, berichtet Karsten Behrens. Die Edis-Gruppe mit Sitz in Fürstenwalde/Spree ist mit einem Netzgebiet von der Ostsee bis an die Tore des Spreewaldes einer der größten Energiedienstleister Deutschlands. „Derzeit gibt es in unserem Gasnetz keine Probleme“, erklärt Christoph Mönchgesang von der Edis AG. „Wir sind gut auf die Situation vorbereitet und stehen in engem Austausch mit den entsprechenden Bundes- und Landesbehörden sowie den zugehörigen Krisenstäben.“

Wenn das Erdgas wirklich knapp wird, dann sind diese auch dafür verantwortlich, die vorbereiteten Notfallpläne umzusetzen und auf Grundlage der gesetzlichen Regelungen alle relevanten Entscheidungen zu treffen und kommunizieren. Als reiner Infrastruktur-Betreiber könne die Edis AG keine Aussagen zu zukünftigen Gasmengen oder Preisentwicklungen treffen, unterstreicht Mönchgesang: „Das können lediglich die zahlreichen am Markt befindlichen Gaslieferanten tun.“

 

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