DEBATTE UM FÖRDERUNG

Demmin gibt doch noch Geld für Bürgerverein

Demmins Sozialausschuss hat noch einmal Geld verteilt. Vor allem beim Demminer Bürger e. V. sorgte die Höhe der beantragten Zuwendung für Diskussionen.
Die finanzielle Unterstützung aus dem Stadthaushalt will der Demminer Bürger e. V. als Zuschuss für die
Die finanzielle Unterstützung aus dem Stadthaushalt will der Demminer Bürger e. V. als Zuschuss für die anfallenden Miet- und Nebenkosten nutzen. Kai Horstmann
Demmin.

Wenn die monatliche Überweisung von Miete und Nebenkosten fällig ist, überkommt Stefan Weichler regelmäßig ein mulmiges Gefühl. „Aufs Jahr gerechnet sind es rund 7200 Euro, die wir als Verein dafür aufbringen müssen. Diese enorme Summe lässt sich bei Weitem nicht über die Beiträge unserer Mitglieder abdecken“, machte der Vorsitzende des Demminer Bürgervereins im jüngsten Sozialausschuss deutlich. Zwar bekomme der Verein auch Fördermittel für verschiedene Projekte, aber die dürften großteils nicht für derartige Zahlungsverpflichtungen eingesetzt werden, betonte Weichler.

Aus diesem Grund hatte er bei der Stadt auch einen Antrag auf finanzielle Unterstützung für 2020 gestellt, der bereits im Februar im Ausschuss thematisiert worden war. Insgesamt 3000 Euro standen zur Debatte, die neben den laufenden Kosten auch in die Weiterentwicklung der interkulturellen Integrationsarbeit und diverse Veranstaltungen investiert werden sollten. Für die Verwaltung im Rathaus eindeutig zu viel Geld. Stattdessen baten sie dem Vorsitzenden eine Zuwendung über 500 Euro an. Doch zu einer Entscheidung kam es damals nicht. Die Mitglieder hatten sich einstimmig für eine Zurückstellung des Antrages entschieden, da sie sich erst mal einen Überblick über die nachgereichte Kostenaufstellung des Vereins verschaffen wollten, so die Begründung.

Ausgaben-Aufstellung immer noch nicht konkret genug

Bei der Sitzung am Dienstagabend stand die Zuwendung nach der langen Corona-Pause nun wieder auf der Tagesordnung und sorgte für reichlich Diskussionsbedarf. So hatte Jörg Küthe vorgeschlagen, die Geflüchtetenhilfe des Demminer Bürgervereins mit 250 Euro aus den Mitteln der flüchtlingsbedingten Mehrbelastung zu fördern. „Mehr Geld ist aus Sicht der Verwaltung nicht vorgesehen“, stellte der Ordnungsamtsleiter klar. Zudem sei die Aufschlüsselung der anfallenden Ausgaben immer noch nicht konkret genug.

Bernd Koltz vom Interessenverbund Demmin (IVD) konnte da nur mit dem Kopf schütteln. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende bezeichnete dieses Angebot als „beschämend“, weil der ursprünglich angedachte Betrag nun noch mal um die Hälfte reduziert wurde. Er könne nicht verstehen, woher die plötzliche Abneigung gegenüber dem Verein komme und warum die ehrenamtlich geleistete Tätigkeit der Mitglieder anscheinend so wenig gewürdigt werde.

Weitere Anträge für Projekte möglich

Gundula Meyer, die sich im Verein hauptsächlich um die Geflüchteten kümmert und wie Stefan Weichler als Gast anwesend war, wies darauf hin, dass es nach wie vor genügend Menschen gebe, die das Angebot in der Hansestadt nutzten und auf ihre Hilfe angewiesen seien. Demmins Kämmerer Ronny Szabó zeigte dafür Verständnis, betonte aber, dass die Stadt bereits zum Jahresbeginn 2650 Euro aus den Mitteln der flüchtlingsbedingten Mehrbelastung für die Arbeit des Kreisjugendrings ausgereicht hat, der sich auch für Integration starkmacht und in einigen Projekten mit dem Bürgerverein zusammenarbeitet. Laut dem überarbeiteten Änderungsantrag gehe es den Mitgliedern doch in erster Linie darum, einen Zuschuss für die laufenden Miet- und Nebenkosten zu bekommen.

Szabó schlug daher vor, dem Verein mit einer Finanzspritze in Höhe von 1000 Euro unter die Arme zu greifen, und sicherte darüber hinaus weitere Unterstützung zu. „Wenn Gelder für bestimmte Projekte oder Veranstaltungen im kulturellen Bereich benötigt werden, können noch mal separate Anträge dafür gestellt werden. Die Mittel stehen bei Bedarf im Kulturfonds der Stadt zur Verfügung“, wandte sich der Kämmerer an den Vereinsvorsitzenden, der mit diesem entgegenkommenden Angebot leben konnte. Die Ausschussmitglieder sprachen sich letztlich mehrheitlich für die Zuwendung aus. Nur die AfD-Fraktion enthielt sich.

Mehrere Hundert Euro für andere Vereine

Auch die anderen noch offenen Förderanträge der Vereine aus Demmin und Umgebung wurden auf der Sitzung bewilligt. So können sich die „Jungen Europäer“ über 200 Euro als Zuschuss für ihre humanitäre Hilfstour für Kinder in Not freuen. Wie in den Vorjahren gehen 300 Euro an die Sängerinnen und Sängerinnen vom „Peenechor Demmin e. V.“. Die beiden Gruppen der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ in Demmin und im Demminer Land wurden für das Jahr 2020 mit 150 und 100 Euro bedacht.

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Kommentare (2)

wird feststellen, daß die Ausschußmitglieder sich nicht einstimmig für die Zuwendung aussprachen.

"Zudem sei die Aufschlüsselung der anfallenden Ausgaben immer noch nicht konkret genug."
Was bildet sich die Stadt ein? Für die Ziele des Vereins, sollte man auf kleinbürgerliche Minuzien verzichten können!