Die Aktenstapel sollen digitalen Formularen weichen. Nebenbei könnte die Digitalisierung mehr Verwaltungsmitarbeitern das
Die Aktenstapel sollen digitalen Formularen weichen. Nebenbei könnte die Digitalisierung mehr Verwaltungsmitarbeitern das Arbeiten von Zuhause ermöglichen. NK-Bildmontage mit Fotos: Karsten Riemer, Foto: © rdnzl - s
Neue Technik

Demmin investiert 53 000 Euro für ein digitales Rathaus

Die Digitalisierung in der Demminer Verwaltung soll im kommenden Jahr weiter voranschreiten. Geplante Ausgaben machen die Bestrebungen konkreter. Profitieren sollen letztlich vor allem die Bürger.
Demmin

Sie kommt zwar nicht gerade in DSL-Geschwindigkeit, aber sie kommt, die nächste Digitalisierungsstufe in der Demminer Verwaltung. Vorbereitende Maßnahmen waren in der Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Michael Koch getroffen worden, etwa mit der Erneuerung der Servertechnik. Nun bringen geplante Ausgaben auf der Investitionsliste für 2022 das laut Bürgermeister Thomas Witkowski „neue alte Thema“ wieder auf den Tisch und machen die Bestrebungen konkreter.

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Insgesamt 53 000 Euro sind im Haushalt für Computertechnik im Rathaus und am Hanseufer eingeplant, 16 000 für Scanner und Signaturpads und 20 000 Euro für neue Computerprogramme. Damit sollen nach Angaben von Witkowski die technischen Voraussetzungen für die Umstellung auf das sogenannte DMS-System geschaffen werden. Das heißt: weg von den Papierordnern, hin zu digitalen Akten. Mit der Reduzierung des Papierverbrauchs will die Verwaltung laut Witkowski nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch bürgerfreundlicher werden.

Bald mehr Online-Formulare

So sollen Anträge und Formulare künftig soweit möglich auch online bearbeitet, ausgefüllt und an die Verwaltung weitergeleitet werden können, unter anderem etwa bei An- oder Abmeldungen. Das „Kernziel digitale Verwaltung“ dürfte dabei gerade im Bereich des Einwohnermeldeamtes und bei der Beantragung von Ausweisen eine Herausforderung darstellen, schätzt Witkowski.

Während die Bürger dennoch in noch nicht näher bestimmbarer Zukunft Anträge von zu Hause stellen können werden, fällt auch für die Verwaltung selbst bei der Umstellung auf digitale Akten eine Erleichterung des Homeoffice ab, auch wenn diese nicht Kernziel der Rathaus-Digitalisierung sei.

Bessere Möglichkeiten für Homeoffice

Die Arbeit im Rathaus lebt aus Sicht des Bürgermeisters nämlich von der Präsenz, für Krisenfälle will sich die Verwaltung in Sachen Homeoffice aber trotzdem besser aufstellen.

„Ob das an jeder Stelle umsetzbar ist, muss man sehen“, so Witkowski. Derzeit arbeiteten „nicht viele“ Mitarbeiter so wie von der Politik empfohlen von zu Hause. In vielen Bereichen der Demminer Verwaltung ist das aus technischen Gründen bislang auch gar nicht möglich. Stattdessen setze die Verwaltung nach Angaben von Witkowski auf eine „Entzerrung“. Während einige Mitarbeiter derzeit krankheitsbedingt ausfallen oder im Urlaub sind, werde dafür auch der gut belüftete Festsaal des Rathauses genutzt. „So können wir den Anforderungen gerecht werden“, erklärt Witkowski.

Während die Pandemie weitergeht, steht noch nicht fest, bis wann der digitale Wandel in der Verwaltung vollzogen sein soll. Losgehen soll es nach Angaben des Bürgermeisters testweise zunächst als Pilotprojekt in einem Amt. In welchem, werde im Januar besprochen. „Wenn es erfolgreich ist, wird es auf andere Ämter ausgerollt“, so Witkowski.

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