30 JAHRE WIEDERVEREINIGUNG

Demmin pflanzt Bäume als Symbol für die Deutsche Einheit

Als erste Stadt in MV beteiligt sich Demmin an einer Aktion, mit der ein lebendes Zeichen für das Zusammenwachsen des einst geteilten Deutschlands gesetzt werden soll.
Auf dieser Freifläche, an der die Adolf-Pompe-Straße auf die Bahnhofstraße trifft, soll das Einheitsdenkmal e
Auf dieser Freifläche, an der die Adolf-Pompe-Straße auf die Bahnhofstraße trifft, soll das Einheitsdenkmal errichtet werden. Tobias Holtz
Das Konzept sieht vor, mit einem Abstand von zehn Metern in einem gleichseitigen Dreieck drei verschiedene Bäume zu pflanzen, deren Kronen mit den Jahren immer mehr zusammenwachsen.
Das Konzept sieht vor, mit einem Abstand von zehn Metern in einem gleichseitigen Dreieck drei verschiedene Bäume zu pflanzen, deren Kronen mit den Jahren immer mehr zusammenwachsen. ZVG
Demmin.

„Es muss zusammenwachsen, was zusammengehört“. Dieser Satz von Alt-Kanzler Willy Brandt wurde zum viel zitierten Motto für die am 3. Oktober 1990 vollzogene Deutsche Einheit. Auch in Demmin gab es eine nicht zu unterschätzende Oppositionsbewegung, die friedlich für grundlegende Reformen demonstrierte und somit ihren Teil zur Wiedervereinigung beitrug. Passend zum 30-jährigen Einheitsjubiläum wird in der Hansestadt nun ein Denkmal entstehen, das es in dieser Art noch kein zweites Mal in Mecklenburg-Vorpommern gibt.

Wie Demmins Bauamtsleiter Dietmar Schmidt im Stadtentwicklungsausschuss erklärte, sollen auf der freien Fläche am Friedrich-Engels-Platz drei verschiedene Baumarten gepflanzt werden, die die Wiedervereinigung symbolisieren. „Das Denkmal wird in Form eines gleichseitigen Dreiecks angelegt. Dabei steht eine Buche für die alte Bundesrepublik, eine Kiefer für die frühere DDR und eine Eiche im Norden für das wiedervereinigte Deutschland. Ein Hinweisschild in der Mitte macht den Besuchern das verbindende Element zwischen den Bäumen und den Bezug zur Einheit deutlich“, sagte Schmidt. Im Laufe der Jahre sollen die Kronen der Bäume zusammenwachsen und ein gemeinsames Dach bilden – ein lebendes Zeichen für die Zusammenführung des geteilten Deutschlands, so der Gedanke.

Idee ging aus über 11.000 Vorschlägen als Sieger hervor

Hinter diesem Konzept steckt die bundesweite Aktion „Drei Bäume für Deutschlands Einheit“, die von Werner Erhardt aus dem bayerischen Wunsiedel initiiert wurde. Als Mitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. hatte er sich bereits 2012 beim „Zukunftsdialog“ von Angela Merkel mit genau dieser Idee beworben und wurde letztlich aus über 11.000 Einsendungen zum Sieger gekürt. Seither hat die Bundeskanzlerin die Schirmherrschaft über die Aktion übernommen. Mehr als 300 Städte in ganz Deutschland haben sich bislang daran beteiligt – und jetzt auch Demmin.

Damit der neue „wachsende Gedenkort“ zum Verweilen lädt, will die Stadt zwischen den einzelnen Bäumen jeweils zwei massive Betonbänke aufstellen. Die Ausschussmitglieder hatten sich einstimmig für ein Modell mit bunten Armlehnen aus Stahl entschieden. Denn die drei Farben der Deutschlandflagge – Schwarz, Rot, Gold – sollen sich auch in den Bänken widerspiegeln.

Spätestens im Herbst soll das neue Denkmal eingeweiht werden

Für die Realisierung des Vorhabens stehen im Haushalt der Stadt 25.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es weitere finanzielle Unterstützung aus dem Vorpommern-Fonds, wie Michael Koch dem Nordkurier verriet. „Der von uns gestellte Förderantrag wurde mit einer Summe von maximal 9000 Euro bewilligt“, freute sich der Bürgermeister über die Zuwendung. Spätestens im Herbst soll das neue Denkmal dann eingeweiht werden und in Demmin „zusammenwachsen, was zusammengehört.“

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Kommentare (2)

Um überhaupt symbolisch eine Vereinigung hineininterpretieren zu können, müßte man schon zwei gleichseitige Dreiecke übereinanderlegen so daß diese ein Hexagramm ergeben. Bereits in den Konzentrationslagern wurden Häftlinge durch Dreiecke gekennzeichnet. Nun soll einer ganzen Stadt dieses Mal aufgedrückt werden.

ist eine zutiefst deutsche Angewohnheit. Der frühere Augustaplatz war zu Kaisers Zeiten ein echtes Schmuckstück. So wie er jetzt aussieht, können ihn diese drei Bäume nur aufwerten.