Karsten Behrens mit dem Buch „Les suicidés de Demmin“ von Emmanuel Droit, an dem er mitgewirkt hat, am Hafe
Karsten Behrens mit dem Buch „Les suicidés de Demmin“ von Emmanuel Droit, an dem er mitgewirkt hat, am Hafen. In der Peene hatten 1945 viele Menschen Selbstmord begangen. Kai Horstmann
Buch veröffent

Demmin-Trauma wird in Frankreich erforscht

Mit Emmanuel Droit nahm sich jetzt ein ausländischer Wissenschaftler das Thema der letzten Kriegstage und Massenselbstmorde in Demmin vor.
Demmin

Unter Mitwirkung von Demminern ist jetzt ein Buch über die Massenselbstmorde in Demmin und Umgebung in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs erschienen. Zwar war bereits in Zeitungsartikel und Reportagen in Magazinen viel über das Thema geschrieben, im Radio sowie im Fernsehen berichtet worden. Bücher über die Ereignisse haben dagegen eher einen Seltenheitswert – international ohnehin. Bislang war Karsten Behrens nicht bekannt, dass ein Buch über diesen Massenselbstmord im Ausland erschienen war.

Inzwischen gibt es regen Briefverkehr

Doch das hat sich nun geändert. Emmanuel Droit aus Strasburg in Frankreich hat jetzt das Buch „Les suicidés de Demmin“ über die letzten Kriegstage in der Hansestadt in Frankreich veröffentlicht. Für seine Recherchen klopfte der französische Professor vor einem Jahr auch bei Karsten Behrens an. Seitdem herrschte zwischen den beiden bis zur Buchfertigstellung ein reger Schriftverkehr.

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„Das Buch ist sehr umfangreich angelegt und hat 160 Seiten. Zum Vergleich, in den 90er Jahren brachte Norbert Buske eine Broschüre mit 60 Seiten über diesen Massenselbstmord in und um Demmin herum heraus. Das ist das mir bislang bekannte umfangreichste Werk aus Deutschland“, schildert Karsten Behrens.

Kommunikation fand in Deusch statt

In der Schule hatte Behrens Englisch und Russisch gelernt. Französisch spricht er gar nicht. Deshalb fand die Kommunikation mit Emmanuel Droit auch in Deutsch statt. Das Buch ist dann wiederum in Französisch geschrieben. Weil es keine Übersetzung gibt, kann es Behrens nicht lesen. „Aber man weiß anhand der verwendeten Namen und Ortsbezeichnungen, die natürlich in Deutsch sind, worüber Droit gerade berichtet. Zudem kenne ich die Schicksale aus der Zeit ziemlich genau und kann mir denken, was er da geschrieben hat“, sagt der Stadthistoriker.

Buch mit einer Widmung geschickt

Persönlich hat Behrens den Professor noch nicht getroffen. Der Autor hat Behrens aber ein Buch mit der in Deutsch geschriebenen Widmung geschickt. „Beste Grüße aus Strasburg“ steht da auf einer der ersten Seiten geschrieben. Am Ende des Buches ist noch eine Danksagung, in der auch Wolfgang Fuhrmann erwähnt wird. Dieser hatte die historischen Bilder geliefert, die in dem Buch zu sehen sind. Nur bei Behrens Vornamen ist dem Autor ein kleiner Fehler unterlaufen, weil er Karsten mit „C“ schreibt. „Das Buch ist eine rein wissenschaftliche Abhandlung und macht einen soliden Eindruck“, lobt indes Karsten Behrens.

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