Zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transsexualität (Idahobit) bewegt sich im Gegensatz zu anderen St&au
Zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transsexualität (Idahobit) bewegt sich im Gegensatz zu anderen Städten in Demmin nichts. Die Stadt hat teilweise nichts von dem Aktionstag gewusst. Karsten Riemer, © Natascha – stock.adobe.com
Idahobit

Demmin verschläft Aktionstag gegen Homophobie

Zum internationalen Tag unter anderem gegen Homophobie haben etliche Städte Zeichen gesetzt. In Demmin gabs davon keine Spur – und zum Warum teils überraschende Antworten.
Demmin

In mehreren Städten ist zu Beginn der Woche ein Zeichen gegen Diskriminierung unter anderem von homosexuellen Menschen gesetzt worden. Denn am Dienstag war der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (Idahobit). Doch während in Neubrandenburg ein Foto mit bunten Regenschirmen gemacht und vor dem Anklamer Rathaus die Regenbogenflagge gehisst wurde, regte sich in Demmin nichts. Keine passende Flagge wehte, keine zeichensetzende Aktion lief. In der Verwaltung und Politik ist das offenbar nicht einmal Thema gewesen.

„Nicht die Aufgabe der Stadtvertretung, etwas zu veranstalten”

„Groß an die Glocke gehangen“ wurde der Aktionstag innerhalb der Stadtvertretung laut der Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), Kathrin Giebener-Trost, bislang nicht. Es sei nicht die Aufgabe der Stadtvertretung, an solch einem Aktionstag etwas zu veranstalten, betont Giebener-Trost. Eine Initiative hätte ihrer Meinung nach von der Stadtverwaltung oder einzelnen Vereinen kommen sollen.

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Für Bürgermeister Thomas Witkowski (CDU) gibt es für das Hissen einer Regenbogenflagge am Demminer Rathaus allerdings keinen Anlass – auch nicht zum Idahobit. Verwunderlich, denn für andere Städte war dieser wohl Anlass genug. „Wir müssen ja nicht auf jedes Pferd mit aufspringen“, begründet der Rathauschef die Entscheidung.

Stadtvertreter nimmt sich Aktion im nächsten Jahr vor

Erst zu Beginn des Jahres wurde die Beflaggungsordnung des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern jedoch liberalisiert, weshalb das Hissen der Regenbogenflagge an Rathäusern nun erlaubt, aber natürlich kein Muss ist. Begrüßt werde der Gebrauch dieser Möglichkeit vom Innenministerium jedenfalls sehr, wie dieses in seinem Internetauftritt ausführt.

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Dem einen oder anderen Stadtvertreter war der Idahobit indes gar nicht erst bekannt: „Ich wusste nichts davon. Das muss wohl im Alltagsgeschäft untergegangen sein“, sagt Steffen Teetz, Fraktionsvorsitzender der CDU. Dennoch wolle er im kommenden Jahr anlässlich des Idahobit etwas veranstalten. Was es sein wird, wisse er jetzt aber noch nicht. Auch Reinhardt Friedrichs, Vorsitzender der Fraktion IVD, hat sich nach eigenen Angaben nicht mit diesem Tag befasst, obwohl er schon länger existiert.

AfD-Politikerin findet Regenbogenflagge am Rathaus übertrieben

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am 17.  Mai 1990 beschlossen, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Daran wird mit dem Idahobit seit 2005 erinnert, beispielsweise durch Aktionen für mediale Aufmerksamkeit auf Diskriminierung und Bestrafung von Menschen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der sogenannten Heteronormativität abweichen.

Demmin hält sich bei solchen Diskriminierungsfragen jedoch bisher raus. Norina Thiel, Fraktionschefin der AfD, findet das jedenfalls nicht schlimm: „Man muss das den Leuten ja nicht aufdrängen. Und eine Regenbogenflagge vor das Rathaus zu hängen, finde ich übertrieben“, sagt Thiel. Es gehe bei dem Aktionstag um Sexualität, weshalb eine Regenbogenflagge vor einem Verwaltungsgebäude nichts zu suchen habe.

Ob es in der Hansestadt im nächsten Jahr zum 17.  Mai entsprechende Aktionen gibt, muss sich zeigen. Vielleicht hat sich die Stadt nun ein rotes Kreuz in den Kalender gezeichnet.

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Kommentare (1)

Nichts gemacht und trotzdem alles richtig gemacht.