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Hausärzte sind in der Hansestadt Mangelware – wie dem Problem begegnet werden kann, soll eine Gesprächsrunde mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Krankenhaus im Juli aufzeigen. Benjamin Ulmer
Gesprächsrunde

Akuter Ärztemangel in Demmin – Stadt will sich jetzt kümmern

Hausärzte sind in der Hansestadt Mangelware – Neuansiedlungen bislang nicht in Sicht. Ein Problem, dem sich die Stadt nun entgegenstellen will.
Demmin

Die medizinische Versorgung in der Hansestadt ist ein zweischneidiges Schwert. So steht Demmin und der Region mit dem Kreiskrankenhaus zwar eine moderne Klinik zur Verfügung – die derzeit sogar noch erweitert wird –, doch bezüglich niedergelassener Ärzte herrscht eklatanter Mangel. Die verbliebenen Hausarztpraxen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen, neue Patienten können kaum mehr versorgt werden. „Die Bürger müssen teilweise außerhalb Demmins suchen“, so Bürgermeister Thomas Witkowski. Ein Problem, welchem die Stadt nun aktiv entgegentreten will.

Am 20. Juli ist daher eine Gesprächsrunde angesetzt, die zumindest erste Lösungsvorschläge auf den Tisch bringen soll. „Teilnehmen werden unsere Akteure vor Ort“, sagt er. Heißt: Apotheker, Ärzte und Vertreter des Krankenhauses können im geplanten Forum ihren Teil zum Ideenaustausch beitragen. „Außerdem haben wir jemanden von der kassenärztlichen Vereinigung eingeladen, der uns den Ist-Zustand aufzeigt“, sagt der Bürgermeister. Darüber hinaus bestehe die Hoffnung aus den Städten Greifswald und Rostock Unterstützung zu bekommen. Eine Antwort der dortigen Universitäten stünde jedoch noch aus.

Einen Zeitrahmen gibt es nicht

Ob die kritische Versorgungslage damit prompt entschärft wird, ist allerdings fraglich. Auch einen Zeitrahmen, wann neue ärztliche Niederlassungen in Demmin die Praxistüren öffnen sollen, gibt es laut Witkowski nicht. Gewisse Vorstellungen, wie einer Ansiedlung Vorschub geleistet werden kann, allerdings schon.

Vor allem Werbung sei dabei ein entscheidender Faktor. „Wir müssen uns fragen, wie wir als Stadt unserer Kanäle nutzen können, um Demmin attraktiv zu machen“, so der Bürgermeister. Dazu zähle auch bereits bestehende beziehungsweise leer stehende Praxisräume dem potentiellen Nachwuchs offensiv anzupreisen. Zudem sieht Witkowski eine Chance Nachfolger der niedergelassenen Ärzte zu sichern darin, dass diese junge Mediziner bei sich anstellen. „Um ihnen damit den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern“, sagt er.

Auch in Klinik eine Fluktuation

Außerdem könnte das Potential der jungen Ärzte, die aktuell am Kreiskrankenhaus arbeiten, in Hinblick auf eine Niederlassung in der Hansestadt abgefragt werden. „Ohne, dass wir uns gegenseitig die Ärzte wegnehmen“, so Witkowski.

Ein Punkt, der bezüglich der Belegschaft an der Klinik nicht ganz unerheblich sein dürfte. Denn auch dort herrscht eine gewisse Fluktuation unter dem medizinischen Personal. Zwar gab sich Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen zuletzt optimistisch, was die Neubesetzung offener Stellen angeht, von einer optimalen Besetzung ist das Haus allerdings trotzdem noch ein Stück weit entfernt.

Neu sind die angeführten Punkte seitens des Bürgermeisters in weiten Teilen jedoch nicht. Schon im März dieses Jahres stand das Thema auf der Tagesordnung im Sozialausschuss. Damals hatte sich der Geschäftsführer des Krankenhauses bereits mit ersten Ideen positioniert – ebenso wie Mitglieder der Stadtvertretung. An der Diagnose „Akuter Ärztemangel“ konnte das bisher allerdings nichts ändern.

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