Krankenhaus und Gymnasium als Trümpfe

Demmin wird zur glücklichen Kleinstadt

Eine große deutsche Wochenzeitung hat der Stadt Demmin gerade einen besonderen Stempel verpasst: Demnach zählt Demmin zu Deutschlands glücklichen Kleinstädten. Was sagen die Demminer?
Denny Kleindienst Denny Kleindienst
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Es ist nicht alles gut und es ist nicht alles schlecht in Demmin, finden die Demminer. 
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Es ist nicht alles gut und es ist nicht alles schlecht in Demmin, finden die Demminer. Carsten Büttner
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Demmin.

Wo leben die glücklichsten Deutschen? Wenn die Deutsche Post alle Jahre wieder ihren „Glücksatlas“ veröffentlicht, dann ist Demmin, dann ist auch Mecklenburg-Vorpommern eher nicht auf dem ersten Platz. So waren in diesem Jahr laut Glücksatlas wieder mal die Menschen in Schleswig-Holstein die Glücklichsten im Land. Die Menschen in MV und überhaupt die Ostdeutschen tauchten erst in der unteren Tabellenhälfte auf.

Nun aber hatte die Wochenzeitung Die Zeit sich ebenfalls in Deutschland umgesehen. Deren Glückssuche lief etwas anders: Das Augenmerk lag auf den Kleinstädten, also Städten mit 10 000 bis 20 000 Einwohnern. Denn „in Deutschland wohnen viel mehr Menschen in einer Kleinstadt als in einer Millionenstadt“, schreibt Die Zeit. Auf einer Deutschlandkarte, die jetzt veröffentlicht wurde, sind all jene „glücklichen Kleinstädte“ zu sehen, die außer Discounter und Tankstellen sowohl ein Gymnasium als auch eine Volkshochschule und ein Krankenhaus haben.

Parkplätze vermisst

Die Zeitung kommt zu dem Ergebnis, dass „dies nur bei 111 der 522 deutschen Kleinstädte der genannten Größe der Fall ist“. Demmin ist demnach eine glückliche Kleinstadt, wie übrigens auch Anklam und Pasewalk, wie Donauwörth in Bayern und Bad Säckingen in Baden-Württemberg. „Besonders schlecht“ geht es laut der Zeitung Kleinstädten in Hessen und Brandenburg: „Viele brandenburgische Städte haben in den letzten Jahren ihre Volkshochschule geschlossen. In Hessen verlor seit 2001 rund jede dritte Kleinstadt ihr Gymnasium.“

Demmin zählt also zur glücklichen Minderheit. Bleibt die Frage, ob die Demminer selbst Wert legen auf Krankenhaus, Gymnasium und VHS. Macht sie das zu glücklichen Kleinstädtern? Vermissen oder schätzen die Demminer nicht ganz andere Einrichtungen? Bei einer Straßenumfrage erklärten viele Demminer, dass sie froh sind, dass es die drei Einrichtungen gibt. Zu einer glücklichen Kleinstadt gehört für die Leute aber mehr als das.

So zählt etwa der 63-jährige Hans-Jürgen Seliger auf, was er alles vermisst und Parkplätze sind da bloß der Anfang. Er kommt zu dem Schluss: „Ich bin nicht mehr zufrieden in Demmin.“ Der 42-jährige Kraftfahrer Sven Doege vermisst zwar auch einen Ort, um sich abends mit Freunden zu treffen, einen Biergarten zum Beispiel. Sonst findet er Demmin aber okay. Er ist in die Stadt zurückgekehrt und hat nicht vor, wieder wegzuziehen. Es zeigt sich: Mit dem Demmin-Gesamtpaket sind einige Leute nicht zufrieden, andere sind durchaus glücklich damit.

Kommentare (1)

- ein Schatten ihrer selbst. Die meisten angebotenen Kurse kommen erst gar nicht zustande, weil sich nicht genug Teilnehmer zusammenfinden. Liebe Demminer, nutzt eure VHS solange es sie noch gibt! Sämtliche Kurse sind bezuschusst und weitaus mehr wert als sie kosten.