Ein Highlight für Dr. Michael Danielides waren in diesem Jahr die neuen Sitze für die Astronomiestation.
Ein Highlight für Dr. Michael Danielides waren in diesem Jahr die neuen Sitze für die Astronomiestation. Kai Horstmann
Aktuell bleibt den Besuchern des Astronomie-Turms der Blick zu den Sternen verwehrt.
Aktuell bleibt den Besuchern des Astronomie-Turms der Blick zu den Sternen verwehrt. Georg Wagner
Astronomie

Demminer Astro-Station hat ein neues Teleskop im Visier

Der Frust wegen der neuen Corona-Zwangspause sitzt beim Chef der Demminer Astronomiestation tief. Doch er hat für 2022 schon neue Ziele im Blick.
Demmin

Hoch zu den Sternen mag manch einer dieser Tage entfliehen wollen. Weit weg von den Kontaktbeschränkungen, vollen Krankenhäusern und dem täglichen Druck der Pandemie. Doch das ist nicht möglich.

„Wir sind wie alle anderen Kulturschaffenden momentan kaltgestellt“, sagt Dr. Michael Danielides, Betreiber des Demminer Zeiss-Planetariums. In seinem Astronomieturm bietet er üblicherweise Einblicke in die endlosen Weiten der kosmischen Welt an. Doch Anfang Dezember musste auch er die Türen seines Turms schließen.

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Personelle Verluste durch die Pandemie

Dabei hatte er sich bereits auf die Pandemie-Situation eingestellt und sein Programm angepasst. Mit einem mobilen Planetarium fuhr er unter anderem in Schulen. „Wir haben dabei ein striktes Hygienekonzept eingehalten“, sagt Danielides. Und bis zum Ende November seien zudem noch Fulldome-Shows an der Planetariumskuppel angeboten worden. All das ist nun jedoch untersagt.

„Wir sind sehr traurig darüber. Die Kultur, die wir pflegen, wird durch die Regeln kaputt gemacht“, sagt Dr. Danielidis. Auch personelle Verluste seien durch die Pandemie entstanden. Einige Mitglieder und Helfer der Station hätten sich nicht impfen lassen wollen und wären gegangen.

Viel Zeit in die Digitalisierung gesteckt

Allerdings hatte das Jahr 2021 auch Positives für die Astronomie-Station bereithielt. Ein Highlight seien die 25 neuen Sessel gewesen, die die Stadt dank Fördermitteln für die Astronomiestation erwerben konnte. „Das war eines der Highlights unseres Jahres“, sagt Danielides. Und neben seiner grundsätzlichen Kritik an der Situation sieht er nichtsdestotrotz auch die neuen Möglichkeiten.

„Wir hatten so viel Zeit für die Weiterentwicklung der Station“, sagt Danielidis. In Zusammenarbeit mit der Firma EduTreff seien analoge Inhalte wie Dias und Bänder digitalisiert worden. „Außerdem arbeiten wir an der Chronik der Station und versuchen weiter, eigene Inhalte zu schaffen“, sagt Danielides.

15 000 Euro für Technik und Lizenzen

Für das kommende Haushaltsjahr hat die Stadt insgesamt etwa 15 000 Euro für die Astronomie-Station vorgesehen. 12 000 Euro sollen davon in Außenanlagen der Station fließen. „Konkret geht es dabei um ein computergesteuertes Teleskop“, sagt Danielides. Damit soll es möglich sein, auch bei trübem Wetter einen digitalen Sternenhimmel mit einem Fernrohr zu beobachten.

Weitere 3000 Euro fließen in Lizenzen für Filme, die bei den Fulldome-Shows gezeigt werden. „Es gibt zwar auch kostenfreies Material von der NASA oder der ESA, aber die Inhalte für die Schulen müssen wir kaufen“, erklärt Danielides. Zudem verfolge das Planetarium grundsätzlich das Ziel, immer aktuelle Filme zu zeigen.

Wann wieder ein normales Miteinander möglich sein wird, ist für alle unklar. Doch für den Betreiber des Astronomieturms steht fest: „Wir wollen unsere Kultur aufrechterhalten.“ Sobald wieder Veranstaltungen möglich sind, wird das Planetarium seine Pforten wieder öffnen.

 

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