Einspurig kann der Bahnkreisel bereits genutzt werden.
Einspurig kann der Bahnkreisel bereits genutzt werden. Christine Gerhard
Straßenbau

Demminer „Bahnkreisel“ ist ab sofort halbseitig passierbar

Nach der halbseitigen Öffnung des Demminer „Bahnkreisels” können Verkehrsteilnehmer die Fortschritte an dem seltenen Bauprojekt nun aus der Nähe sehen.
Demmin

In den vergangenen Monaten hatten sich Pendler, die regelmäßig aus Richtung Jarmen nach oder durch Demmin fahren, an die Umleitung gewöhnt. Wegen der Großbaustelle am Bahnübergang in der Jarmener Straße waren sie, den gelben Schildern folgend, bislang vor dem entstehenden Bahnkreisel links in die Straße am Stadion abgebogen.

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Wie angekündigt zu Beginn der Sommerferien ist der Kreisel nun einspurig befahrbar. Gegen die Macht der Gewohnheit hatten sich dort am Dienstag zwei Männer postiert, die an dem entsprechenden Schild verirrte Autofahrer zusätzlich mit Rufen und Gesten auf die rechte Spur brachten.

Sie befuhren dann erstmals den nach Angaben der Bahn zweiten Kreisverkehr dieser Art in Deutschland. Ein vergleichbares Bauwerk soll es nach Angaben des Leitenden Bauüberwachers Christoph Kunde nur ein weiteres Mal geben, in Süddeutschland. Im Falle von Demmin werden die beiden Übergänge Pensiner Weg und Jarmener Straße für einen besseren Verkehrsfluss und weniger Rückstau in den „Bahnkreisel“ eingebunden. Von dem manuellen Bahnübergang mit Bahnwärterhäuschen, der an dieser Stelle noch vor einem halben Jahr in Betrieb war, ist bei der Durchfahrt nichts mehr zu sehen. Er war im Zuge der Modernisierung vor Beginn des Kreiselbaus zurückgebaut worden. Dadurch verringert sich die Schließzeit. Auch die mögliche Zugfrequenz verbessere sich durch das Projekt, erklärte Kunde. Das hatte, auch aufgrund der Seltenheit, so seine Hürden.

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Fertigstellung Anfang Oktober geplant

Die größten, darunter der Einbau der Querungen und die Umverlegung der Leitungsträger, sind inzwischen gemeistert. Die Temperaturen hatten diese Arbeiten im Februar erschwert. „Die größte Herausforderung waren die tiefen Minusgrade, die wir im Februar hatten“, führt Kunde aus. „Bei Frost alles konform einzubauen, war ein bisschen schwierig.“ Eine Pause sei dennoch nicht gemacht worden, sodass die Fertigstellung abzusehen ist. „Der Rest ist Alltagsgeschäft“, erklärt Kunde. Und das sieht so aus: „Der Zustand, wie wir ihn jetzt haben, wird bis Anfang September andauern“, so Kunde. „In dieser Zeit wird der Pensiner Weg gebaut.“

Von September bis Oktober werde im Zuge einer vierwöchigen Vollsperrung der B 110 in dem betroffenen Bereich alles fertiggebaut und schließlich die Nahtstellen angepasst. Auch die Nebenstraßen müssen fertiggestellt werden. „Anfang Oktober wollen wir, wenn alles gut geht, den Kreisel beidseitig in Betrieb nehmen“, so Kunde. Bis auf ein paar kleinere Restleistungen ist das millionenschwere Mammutprojekt damit abgeschlossen.

 

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