Der Braukessel und die Flaschen stehen schon bereit. Karsten Behrens und seine Mitstreiter wollen noch in diesem Jahr mit der
Der Braukessel und die Flaschen stehen schon bereit. Karsten Behrens und seine Mitstreiter wollen noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen. Pablo Himmelspach
Wo früher eine Bäckerei und später eine Pizzeria war, wird heute Bier gebraut.
Wo früher eine Bäckerei und später eine Pizzeria war, wird heute Bier gebraut. Pablo Himmelspach
Für den Hausbrauer-Bedarf füllt Wolfgang Günther frisches Bier in ein Plastikfass.
Für den Hausbrauer-Bedarf füllt Wolfgang Günther frisches Bier in ein Plastikfass. Pablo Himmelspach
Der Braukessel und die Flaschen stehen schon bereit. Karsten Behrens und seine Mitstreiter wollen noch in diesem Jahr mit der
Der Braukessel und die Flaschen stehen schon bereit. Karsten Behrens und seine Mitstreiter wollen noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen. Pablo Himmelspach
Nicht nur Produktion und Verkauf stehen auf dem Programm – auch ein Brauereimuseum ist geplant.
Nicht nur Produktion und Verkauf stehen auf dem Programm – auch ein Brauereimuseum ist geplant. Pablo Himmelspach
Brau-Tradition

Demminer Bier – Dieses Jahr soll es endlich losgehen

Schon seit einigen Jahren steht die Idee einer neuen Demminer Brauerei im Raum. In diesem Jahr wollen die Bier-Freunde endlich mit dem Verkauf mehrerer Sorten beginnen.
Demmin

Aus dem Eingang des grau verputzten Backsteinhauses strömt süßlicher Malzgeruch. Eine weiße Tür eröffnet den Zugang ins Braustübchen in der Demminer Kirchhofstraße. Dort sitzt Wolfgang Günther vor seinem Braukessel und lässt frisches Bier durch ein Sieb laufen.

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Dampfend und bräunlich glänzend landet es in einem weißen Plastikfass. „Erst wird das Wasser erhitzt und dann kommt das Malz in den Kessel“, erklärt der Brauer. „Aber das hier ist nur mein eigener Bedarf.“

Freie Bahn für Investitionen

Gemeinsam mit Karsten Behrens und fünf anderen Gesellschaftern ist Günther Mitglied der „Brauerei Demmin GmbH“. Und was an diesem Nachmittag noch als Probe läuft, soll im Laufe dieses Jahres für alle zu haben sein: Es geht um das schon lange geplante Demminer Bier. „Wir haben alle Bedingungen erfüllt“, sagt Hauptgesellschafter Karsten Behrens.

Bis jetzt habe es an einem laufenden Förderantrag gelegen, dass die Produktion noch nicht anlaufen konnte. Doch das zähe Warten hat ein Ende. Denn auch wenn die beantragten Mittel für Personal und Technik nicht bewilligt wurden – für die Brauer herrscht nun endlich freie Bahn, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Solange der Antrag lief, durften wir keine eigenen Investitionen machen“, sagt Behrens.

Erste Flaschen bereits im Kühlschrank

Das ändert sich nun. Durch eine andere Tür im selben Haus geht Karsten Behrens in einen Raum, in dem mehrere rote Bierkästen aufeinander gestapelt stehen. Er zeigt auf einen silbern glänzenden Kessel. Vier Stück wollen sie davon anschaffen, um noch in diesem Jahr mit der gewerblichen Produktion zu beginnen, sagt Behrens.

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Und in einem roten Kühlschrank an der Wand sind bereits die ersten Früchte der Arbeit sichtbar. Über drei Lagen drängen sich darin etwa 60 braune Flaschen aneinander. „Über vier Wochen muss das jetzt reifen“, erklärt Behrens.

Erste Kostproben verteilt

Genauso wie das Bier im Kühlschrank musste auch die Idee der Demminer Brauerei lange gären. Vor fünf Jahren machten die Brauer ihren ersten Vorstoß. Dabei war zu Anfang geplant, die Brauerei im leer stehenden Bahnhofsgebäude aufzubauen. Jedoch gingen die Meinungen darüber auseinander und die Gesellschafter fanden keine Einigung. Von Karsten Behrens selbst kam daher der Vorschlag, das Gebäude am Kirchhofplatz zu nutzen, das vorne an die Clara-Zetkin-Straße grenzt – und in dem bis vor zehn Jahren eine Pizzeria war. „Wir haben hier gute Voraussetzungen. Es gibt eine Entlüftungsanlage und einen Fettabscheider“, sagt Behrens.

Diese günstigen Bedingungen des Standortes wollen die Brauer nutzen. Zwei ständig laufende Sorten und zwei Saisonbiere – so lautet der Plan für die Produktion. Und da, wo der Gerstensaft in braune Flaschen gefüllt wird, soll auch der Verkauf stattfinden. „Momentan verteilen wir bereits Geschenke und Kostproben an Interessierte“, sagt Behrens.

Zudem sei die Firma in Kontakt mit einigen Demminer Restaurants. Denn auch dort soll das Demminer Bier zukünftig erhältlich sein. „Viele sind interessiert. Uns wurde gesagt, dass vor allem Touristen regelmäßig nach einheimischem Bier fragen“, sagt Karsten Behrens. Sogar ein eigener Lieferservice sei in Planung.

Vitrinen für kleines Museum bestellt

Doch für die Demminer Brauerei geht es nicht ausschließlich um Produktion und Verkauf. Behrens und seine Mitstreiter planten von Anfang an auch ein kleines Brauereimuseum, um an die große Tradition des Bierbrauens in der Hansestadt zu erinnern. Seit 1859 stand dort, wo sich heute Aldi, Rossmann und Jysk-Möbelmarkt aneinanderreihen, die Demminer Bockbrauerei. Einige Relikte aus dieser Zeit befinden sich in Behrens’ Besitz. „Mit Voranmeldung können sich die Besucher die Sachen dann ansehen“, sagt er.

Im vorderen Bereich des Hauses an der Clara-Zetkin-Straße, stehen bereits einige antike Gläser und Bilder in Regalen. Aktuell ist noch kein wirklicher Museumszauber zu spüren. Eher gleicht der Raum einer Abstellkammer. Doch Behrens zeigt sich tatenfreudig: „Wir haben die Vitrinen schon gekauft und sind sehr motiviert“, sagt er.

 

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