Guerilla-Strickkunst

Demminer Bündnis lädt zum Stricken gegen Rechts

Zum kommenden Trauermarsch sollen Rechtsextreme ein bunt verändertes Demmin vorfinden. Das „Aktionsbündnis 8. Mai” hat dazu eine Idee, die schon in die grauen Wintertage Farbe bringt.
Das Demminer Aktionsbündnis will mit selbst gefertigten Strickstücken die Hansestadt verkleiden und sucht dafür
Das Demminer Aktionsbündnis will mit selbst gefertigten Strickstücken die Hansestadt verkleiden und sucht dafür viele fleißige Hände. ZVG
Das Demminer Aktionsbündnis will mit selbst gefertigten Strickstücken die Hansestadt verkleiden und sucht dafür viele fleißige Hände.
Das Demminer Aktionsbündnis will mit selbst gefertigten Strickstücken die Hansestadt verkleiden und sucht dafür viele fleißige Hände. ZVG
Demmin

Alljährlich marschieren am 8. Mai Anhänger der Neonazi-Szene in Demmin auf, um den Tag, der das Ende des Zweiten Weltkrieges markiert, für ihre Zwecke zu missbrauchen. Und bereits seit zehn Jahren stellt sich jedes Jahr aufs Neue das „Aktionsbündnis 8. Mai“ diesem Marsch der Rechten mit kreativen Protestformen, wie einem bunten Stadtspaziergang, entgegen.

Auch 2020 soll sich daran nichts ändern, will der Zusammenschluss aus Einwohnern, Vereinen, Gewerkschaften und Kirchen in der Hansestadt erneut ein fantasievolles Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.

Die Idee entstand in den USA

Dieses Mal benötigt das Aktionsbündnis dafür allerdings viele geschickte und fleißige Hände sowie jede Menge Wolle und Stricknadeln. Geplant ist laut Initiatoren ein Straßenkunstprojekt, das seinen Ursprung in den USA hat und als Guerilla-Strickkunst beziehunsgweise gestricktes Graffiti bezeichnet wird.

In den Vereinigten Staaten entstand damals unter „Stricklieseln“ die Idee, mit dem Hobby nicht nur sich und ihre Lieben, sondern auch ihre Umwelt zu umgarnen. Und genau das hat das Aktionsbündnis nun auch für Demmin vor.

Auch Filzen, Häkeln, Klöppeln möglich

Ihr Ziel: Das gesamte Erscheinungsbild der Stadt zum 8. Mai 2020 hin völlig zu verändern. Straßenlaternen, Zäune und Bäume, all das möchte das „Aktionsbündnis 8.  Mai“ mit selbst gefertigten Strickstücken verkleiden, so zur Verschönerung des öffentlichen Raumes beigetragen, wie es mitteilt, und politische Meinungen kundtun. Ein Großteil der Strickarbeiten werde dabei im Vorfeld oder bei gemeinsamen Strickevents angefertigt.

Natürlich könne auch gefilzt, gehäkelt, geklöppelt und genäht werden. „Der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, heißt es. Wichtig sei aber, dass die Kunstwerke elastisch bleiben, um sie an die vorgegebenen Laternen anzupassen. Als Material dienen alle bunten Garne oder Wollreste, die nicht mehr benötigt werden – ganz nach dem Upcycling-Motto „aus alt wird sinnvoll“.

„Durch unsere Straßenkunst senden wir eine eindeutige Botschaft, die zum Nachdenken anregt und hoffentlich einige irritiert“, so das Aktionsbündnis. Wer mitmachen möchte, kann sich freitags ab 15.30 Uhr beim Verein Demminer Bürger in der Clara-Zetkin-Straße 16 einfinden. Oder eine Email an [email protected] vorwegschicken.

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Kommentare (11)

Allein schon 1025 Messeratacken in Hamburg in den ersten 9 Monaten 2019. Was haltet ihr mal von "Stricken gegen Meuschelmörder"?!

Wo ist der Zusammenhang zwischen der im Artikel beschriebenen Aktion in Demmin und Ihrem Kommentar?
Außerdem verwenden Sie die Zahl missbräuchlich, da die Statistik keine Auskunft darüber gibt, wie viele Menschen durch Messer verletzt wurden, wer Täter und Opfer waren. In 712 Fällen waren es Drohhandlungen ohne Angriff. Der Begriff "Mörder" ist damit von Ihnen erfunden und ohne Bezug zu dieser Statistik.
Es lässt sich auch kein Vergleich herstellen, da es keine Statistiken zu Vorjahren gibt, ein Anstieg der Vorfälle ist mit dieser Zahl nicht belegbar.

Schön das sich auch immer noch jemand findet, der es versucht, diese unglaubliche Zahl von schwersten Gewaltdelikten zu verhamlosen.
Wie nett, dass ein Teil der Täter nur mit den Messer gedroht hat und es nicht gleich in den Körper ihrer Kontrahenten gestoßen haben.
Wo der Zusammenhang liegt? Die "neue Linke" im Land versucht mit einen herbeigeredeten Problem vom bösen deutschen Nazi, über die vielen tatsächlichen Gewaltdelikte hinwegzutäuschen. Und diese schweren Gewaltdelikte, werden stark überproportional von Asylsuchenden und Geduldeten begangen.

Also täuscht Stricken in Demmin über "tatsächliche" und "schwere" Gewaltdelikte von Asylsuchenden (von denen die Von Ihnen zitierten Zahlen gar nichts aussagen) hinweg?
Krasse Logik, die dahintersteht. Da muss man schon gehörig konstruieren, damit ein Zusammenhang erscheint.

Oder man müsste über das Gesagte nachdenken um ein Zusammenhang zu verstehen.

Der einzige Zusammenhang ist whataboutism, eine durchsichtige Taktik um vom eigentlichen Artikelthema abzulenken. Also, drei-Fragezeichen, gründe doch Deine eigene braun-gefärbte Strickgruppe, um die Statistik-Bildung in Deinen Kreisen zu verbessern. Den Demminern wünsche ich "allzeit gut Strick!" und immer noch nen Faden übrig!

Nein es geht darum, dass ein Thema gepushed wird um von Missständen im Land abzulenken. Die Kriminalitätsstatistiken und Wirtschaftszahlen sind erschreckend. Es grassiert einen unglaubliche Armut in Deutschland. Von den Schulen und der restlichen Infrastruktur wollen wir garnicht erst anfangen zu reden. Aber das einzige Problem in Deutschland scheinen die "Nazis" zu sein. Wobei jeder der konservativ oder liberal denkt schon als "Rechter" verschrien wird. Euer Kampf gegen Rechts ist ein Kampf gegen die freie Meinungsäußerung.

Sie äußern doch hier ihre freie Meinung (oder werden Sie etwa gezwungen den ganzen Blödsinn zu schreiben???), sogar Nazis verharmlosen dürfen Sie hier ungestraft

Also einfach mal aufhören rumzujammern und vor allem Angst zu haben, was in ihren Augen "Undeutsch" ist.

Ja, der Nordkurier ist einer der Medien, die ihren Kommentarbereich noch offen halten. Das rechne ich ihnen hoch an. Andere Medien mit viel größerer Reichweite wie z.B. der Spiegel haben diese Funktion geschlossen. Andere wie Facebook werden von staatlich subventionierten NGO´s (z.B. Amadeu Antonio Stiftung) zensiert. Aber glauben sie nicht, dass ich hier meine Meinung frei äußern kann. Knapp ein Fünftel der Kommentare werden gelöscht oder teilweise zensiert.
[Die Red.: Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Netiquette. Wenn Beiträge geändert werden, wird dies kenntlich gemacht. Pauschalisierungen ohne Quellen, Beleidigungen und Aufrufe zur Gewalt sind zu unterlassen. Vielen Dank.]

ist jeder Kommentar hier verloren. Im Westen hatte ich mal einen Aufruf "Rasen gegen rechts" mitbekommen. Da fanden sich dann die Verirrten ein und haben Rollrasen ausgelegt, mit eben solchen unsinnigen Begründungen. Dieses Land hat fertig. Hier kann jeder in eine Ecke seine Notdurft entrichten und argumentieren, es sei für das Demokratieverständnis notwendig und vor Allem gegen rechts. Es wir unkommentiert abgedruckt, veröffentlicht und als Mehrheitsmeldung verbreitet.
Als wenn die uns was erklären müssen...

Es ist äußert fraglich , ob durch diesen Strickquatsch öffentlicher Raum wirklich verschönert wird. Ich kann nur hoffen, das die Meyer ihre Schüler nicht auch noch anstiftet zum stricken.