NEUE GEDENKSTÄTTE

Demminer Garten der Erinnerung ist endlich eröffnet

Lange hat es gedauert, doch nun kann Demmins neue Gedenkstätte offiziell besucht werden. Endgültig abgeschlossen sind die Arbeiten aber noch nicht.
Ob Politik, Verwaltung oder Ehrenamtler – zur offiziellen Eröffnung des Gartens der Erinnerung herrschte reger Andr
Ob Politik, Verwaltung oder Ehrenamtler – zur offiziellen Eröffnung des Gartens der Erinnerung herrschte reger Andrang am Peeneufer. Karsten Riemer
Zeitzeugenberichte und großformatige Fotos sollen einen Einblick in die Geschehnisse zum Kriegsende geben.
Zeitzeugenberichte und großformatige Fotos sollen einen Einblick in die Geschehnisse zum Kriegsende geben. Karsten Riemer
Ob Politik, Verwaltung oder Ehrenamtler – zur offiziellen Eröffnung des Gartens der Erinnerung herrschte reger Andr
Ob Politik, Verwaltung oder Ehrenamtler – zur offiziellen Eröffnung des Gartens der Erinnerung herrschte reger Andrang am Peeneufer. Karsten Riemer
Auch Chroniken  sollen einen Einblick in die Geschehnisse in und um Demmin im Jahr 1945 geben.
Auch Chroniken sollen einen Einblick in die Geschehnisse in und um Demmin im Jahr 1945 geben. Karsten Riemer
Demmin ·

Es sind dunkle Schatten, die nahezu konstant über der Hansestadt schweben. So haben die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs Narben in Demmin hinterlassen, welche mit dem bloßen Auge oft kaum sichtbar sind. Doch die Erinnerung an die mehr als tausend Opfer, welche in der Peene den Tod fanden, ist wach. Und das Gedenken an die schlimme Zeit wird großgeschrieben. Mit dem „Garten der Erinnerung“ am Ufer des Flusses, ist nun ein Ort eingeweiht, welcher für Einheimische und Gäste gleichsam den Blick in der Vergangenheit ermöglichen soll.

„Heute ist der Tag gekommen, an dem wir die vorletzten Arbeiten begutachten wollen“, so Bürgermeister Michael Koch bei der offiziellen Eröffnung am Freitag. In der Tat sind noch kleinere Maßnahmen an der Gedenkstätte notwendig, bevor die Pläne vollständig abgeschlossen sind. Beispielsweise steht die passende Beleuchtung aus. Bis zum Jahresende soll dieser Schritt aber, laut Bauamt, noch erfolgen.

Würdiges Gedenken an Massensuizid

Entscheidend ist für die Beteiligten jedoch ohnehin in erster Linie, dass das Projekt im Kern abgeschlossen und vor allem besuchbar ist. „Unser Garten der Erinnerung soll neben den offiziellen Kriegsgräberstätten in unserer Stadt dem würdigen Gedenken an die Demminer Suizid- und Kriegsopfer dienen und zugleich Alt, Jung und zukünftige Generationen zum Ausruhen, zum Nachdenken und zum Gespräch anregen“, fasste Altbürgermeister Ernst Wellmer die Hintergründe der Gedenkstätte zusammen.

Der Weg dahin war allerdings lang und holprig. Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, bis aus der ersten Idee ein öffentlicher Gedenkort geworden ist. Begleitet von tiefgreifenden Diskussionen, die sich unter anderem um die Standortfrage sowie den grundsätzlichen Mehrwert einer weiteren Erinnerungsstätte drehten.

Zuletzt reihten sich Lieferprobleme beim Baumaterial in die Liste ein. Vor allem die optisch herausstechenden blauen Bänke im Zentrum ließen auf sich warten und verzögerten so die eigentlich geplante Eröffnung am 8. Mai um gut zwei Monate.

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Kommentare (3)

war in Wirklichkeit ein viel zu lange totgeschwiegenes sowjetisches Kriegsverbrechen.

Diese blauen Bänke und der Mülleimer wären an einer Bushaltestelle besser aufgehoben. Rostiges Metall und Mülleimer zeugen vom Geisteszustand der Vertreter der Blockparteien. Geschichtsbewußte Demminer werden auch im nächsten Frühjahr aktiv in würdevoller Weise den Opfern gedenken - ohne diese stalinistischen Geschichtsverdreher.

für einen Ort der Trauer und der Andacht. Da haben Sie Recht. Schlichter feuerverzinkter Stahl wäre langlebiger und passender gewesen. Schade.